Staatsgelder bislang ohne Effekt
Schweiz Tourismus scheitert mit Lenkung von Besuchermassen

Regelmässig sind touristische Destinationen auch in der Schweiz überlaufen. Um die Besuchermassen besser zu verteilen, investierte die Vermarktungsorganisation Schweiz Tourismus Millionen Franken – bislang brachte das offenbar nichts.
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Massentourismus am Alpstein: Die Regierung findet Mittel und Wege, den Andrang zu bändigen.
Foto: Keystone

Darum gehts

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  • Schweiz Tourismus scheitert an Lenkung von Besucherströmen seit Strategie 2024
  • 50 grösste Destinationen steigerten Übernachtungen um 1,7 Millionen, +6 Prozent
  • Bund zahlte 2025 über 60 Millionen Franken an Subventionen
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

Die Kapellbrücke in Luzern, Lauterbrunnen und der Oeschinensee im Kanton Bern oder der Alpstein in der Ostschweiz: Das ist nur eine kleine Auswahl touristischer Hotspots in der Schweiz, die jährlich Massen ausländischer Gäste anziehen – und so immer wieder an ihre Grenzen stossen. Im Kampf gegen den sogenannten Overtourismus im eigenen Land wollte Schweiz Tourismus die Touristenströme besser lenken und verteilen. Die Marketing- und Verkaufsorganisation hielt Anfang 2024 fest: «Wir bringen die richtigen Gäste zur richtigen Zeit an die richtigen Destinationen.» 

Trotz staatlicher Subventionen sind die Schweiz-Vermarkter laut einer Analyse der «NZZ am Sonntag» an den eigenen Zielen zur Entlastung von touristischen Gästemagneten gescheitert. In der Übernachtungsstatistik sei keine verbesserte räumliche oder zeitliche Verteilung der Besucherströme sichtbar, heisst es.

Strategie ist an Subventionen geknüpft

Laut der Auswertung der Logiernächte steigerten die 50 grössten Destinationen die Übernachtungen demnach gegenüber 2023 um 1,7 Millionen. Das ist ein Wachstum von mehr als 6 Prozent. Die rund 130 kleineren Destinationen haben gemäss der Zeitung im selben Zeitraum ein Plus von weniger als 2 Prozent verzeichnet. Auch die zeitliche Verteilung der Gäste über das gesamte Tourismusjahr sei noch immer gleich wie bei der Lancierung der Strategie vor zwei Jahren.

Pikant: Eine bessere Verteilung ist eine der Bedingungen, an die der Bund seine Subventionen knüpft. Vergangenes Jahr zahlte der Bund gut 60 Millionen Franken an Schweiz Tourismus. Ein Sprecher der Vermarktungsorganisation räumt gegenüber der «NZZ am Sonntag» ein, dass sich die Besucherströme bislang nicht verlagert haben. Es sei aber noch zu früh, um eine Bilanz über Erfolg und Misserfolg der Verteilungsstrategie zu ziehen.

Der Sprecher weiter: Das Reiseverhalten der Touristinnen und Touristen ändere sich nur langsam. Und auch grössere Städte und touristische Hotspots kurbelten mit eigenem Marketing die Übernachtungszahlen an, worauf die Organisation im Detail keinen Einfluss habe.

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