Bis zu 72 Prozent teurer!
Säntisbahn streicht Halbtax-Rabatt – Einheimische hässig

Die Betreiber der Säntis-Schwebebahn sorgen mit einer neuen Preispolitik für rote Köpfe: Der Halbtax-Rabatt für Billette fällt weg, bald müssen alle gleich viel zahlen. Geschäftsführer Jakob Gülünay nimmt die Kritik in Kauf.
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Die Säntis-Schwebebahn passt ihre Preise an.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Säntisbahn streicht ab Herbst 2026 den Halbtax-Rabatt komplett
  • Preise für Halbtax-Besitzer steigen um bis zu 72 Prozent
  • Möglichen Gästerückgang wie bei der Seilbahn Hoher Kasten nimmt Geschäftsführer in Kauf
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Der Säntis ist mit seinen 2502 Metern nicht nur der höchste Berg im Alpstein, er gehört auch zu den beliebtesten Ausflugszielen des Landes. Wer ihn nicht zu Fuss erklimmen will oder kann, nimmt einfach das Bähnli: Die Säntis-Schwebebahn führt von der Schwägalp direkt hinauf zur Gipfelstation. Und wer ein Halbtax-Abo besitzt, fährt zum halben Preis – bis jetzt.

Bislang zahlten Erwachsene mit dem Halbtax oder mit dem Generalabonnement (GA) für eine einfache Fahrt 19 statt 38 Franken, für beide Wege waren es 29 statt 58 Franken. Das ist nun passé: Die Bergbahnbetreiber steigen aus dem Schweizer Tarifverbund Alliance Swiss Pass aus, wie das «St. Galler Tagblatt» zuerst berichtete. Dies haben die Verantwortlichen an der Generalversammlung vergangenen Sonntag beschlossen.

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Heisst: Ab Spätherbst 2026, wenn die Bahn nach Erneuerungsarbeiten voraussichtlich wieder öffnet, fällt der Halbtax-Rabatt weg. Dafür senken die Bahnen die Preise. Erwachsene Halbtax- und GA-Besitzer zahlen trotzdem deutlich mehr: Die einfache Fahrt kostet sie 58 Prozent mehr, das Ticket für beide Wege ist für sie gar 72 Prozent teurer.

Preisvergleich Säntisbahn

Art des Tickets Preis alt (in CHF) Preis neu (in CHF)
Erwachsene Berg- und Talfahrt58 (ohne Halbtax) / 29 (mit Halbtax)50
Erwachsene Einzelticket38 (ohne Halbtax) / 19 (mit Halbtax)30
Kinder (6-16 Jahre) Berg- und Talfahrt2910
Kinder (6-16 Jahre) Einzelticket197
Kinder unter 6 Jahrenkostenloskostenlos

Warum der Ausstieg aus dem Tarifverbund? Blick hakt bei Jakob Gülünay (52), Geschäftsführer der Säntis Schwebebahn AG, nach: «Das Alliance Swiss Pass System wurde für den öffentlichen Verkehr konzipiert, nicht für Betriebe wie unseren», sagt der Bergbahn-Chef. Und weiter: «Wenn der öffentliche Verkehr seine Tarife anpasst, zieht das automatisch Konsequenzen für uns mit, ohne dass wir darauf Einfluss haben.» Mit Letzterem meint Gülünay das System hinter Alliance Swiss Pass.

Verbund entschädigt Bergbahnen nur bedingt

So entschädigt der Schweizer Tarifverbund seine Mitglieder zwar für die vergünstigten Halbtax-Billette. Aber nicht vollumfänglich, wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt. Demnach zahlt der Verbund etwa 30 bis 40 Prozent der Preisdifferenz zurück. Die Bahnen, die dem Tarifverbund angehören, nehmen mit dem Verkauf eines Halbtax-Tickets also weniger ein als mit einem Vollpreis-Ticket. 

Wer daran teilnimmt, verpflichtet sich zudem, die nationalen Tarifbestimmungen einzuhalten. Diese gibt der Verbund vor. Man büsse damit also auch einen Teil der unternehmerischen Freiheit ein, führt Gülünay gegenüber Blick aus. Und weiter: «Mit einem eigenen Preismodell werden wir unabhängig und können unser Angebot direkt auf unsere Gäste ausrichten.» Damit muss nach seinen Angaben künftig etwa ein Drittel der Seilbahn-Passagiere tiefer in die Tasche greifen.

Gülünay habe zum Entscheid bereits Feedback erhalten, sagt er zu Blick. Von Gästen mit Halbtax hagelte es vor allem Kritik. Aber: «Wir sehen bereits Zuspruch aus dem nahen Ausland. Und an unserer Generalversammlung vergangenen Freitag ernteten wir verhaltenen Applaus.»

Chef nimmt möglichen Einbruch der Gästezahlen in Kauf

Die Säntisbahn ist nicht der erste Seilbahnbetrieb, der dem Tarifbund den Rücken kehrt: Zum Jahreswechsel 2023/24 trat auch die Seilbahn Hoher Kasten in Brülisau AI aus. In den darauffolgenden 12 Monaten gingen die Gästezahlen gesamthaft um 13 Prozent zurück, bevor sie sich 2025 wieder erholten. 

Ob das auch der Säntisbahn droht? Einen kurzfristigen Gästerückgang kann es gemäss Gülünay durchaus geben. «Aber das nehmen wir in Kauf», gibt sich der Geschäftsführer selbstbewusst.

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