«Angebot fehlt in der Region»
Walliser Dorf träumt von Bergbahn auf den Hausberg

Der Hungerberg in der Gemeinde Obergoms VS ist derzeit nur zu Fuss oder mit dem Velo erreichbar. Eine neue Pendelbahn soll das ändern. Die Gemeinde setzt in das Projekt grosse Hoffnungen.
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Das Restaurant auf dem Hungerberg soll mit einer Pendelbahn erschlossen werden.
Foto: Screenshot

Darum gehts

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  • Die Gemeinde Obergoms plant eine neue Pendelbahn auf den Hungerberg
  • Kosten des Projekts: 6 Millionen Franken
  • Betrieb ab Ende 2027 geplant
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Die Gemeinde Obergoms VS träumt von einer Pendelbahn auf den Hungerberg. Das erstaunt: Neue Bahnen auf einen noch unerschlossenen Berg sind heute äusserst rar. Im Obergoms nimmt eine solche Rarität nun immer konkretere Form an. «In der Region fehlt eine Bahn, mit der Gäste in die Höhe können. Wir versprechen uns von dem Projekt touristisch sehr viel», sagt Gemeindepräsident Patric Zimmermann (46) zu Blick. Das Goms ist direkt und indirekt stark vom Tourismus abhängig.

Letzte Woche präsentierte der Gemeinderat der Bevölkerung die Projektpläne. Gebaut werden soll die Pendelbahn durch die Burgergemeinde, die die Anlage an eine Betriebsgesellschaft vermietet. Kostenpunkt: 6 Millionen Franken. Die Gelder sollen aus Finanzierungskanälen der öffentlichen Hand, einem Bankkredit, Spenden und Eigenmitteln kommen. Die Gemeinde rechnet im Businessplan mit rund 30'000 Besuchern, die jährlich auf den Hungerberg hochfahren.

«Tourismus in der Region hat sich dynamisch entwickelt»

Die Idee ist nicht neu: Erst vor zehn Jahren wurde ein privates Projekt für eine Pendelbahn an gleicher Stelle aus finanziellen Gründen verworfen. Mit der Burgergemeinde als Eigentümerin stehen jedoch öffentliche Finanzierungstöpfe offen, die die nötige Startinvestition vereinfachen. Zimmermann weist noch auf einen weiteren Unterschied hin: «Der Tourismus in der Region hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt.»

Der Gemeindepräsident verweist auf das Nordische Zentrum für Langlaufsportler, das deutlich ausgebaut wurde. Der renommierte Banker Urs Buchmann (68) plant in der Gemeinde den Bau eines Kunstmuseums, für das er der Gemeinde seine umfangreiche Sammlung vermachen will. Und im letzten Sommer konnte das Ausflugsrestaurant auf dem Hungerberg für 700'000 Franken saniert werden. «Die Bahn wäre nun der nächste Schritt in dieser Entwicklung», so Zimmermann.

30'000 Fahrgäste pro Jahr

Wer derzeit im Restaurant Hungerberg essen will, muss rund eine Stunde den Berg hochlaufen. Wer zu Fuss nicht mehr so gut unterwegs ist, nimmt diese Wanderung kaum auf sich. «Dank Bahn wäre der Betrieb künftig barrierefrei erreichbar», führt der Gemeindepräsident aus.

Eine Bahn auf den Hungerberg gab es schon einmal: Ab den 70er-Jahren konnten Gäste mit einem Sessellift in ein kleines Skigebiet mit zwei Liften hochfahren. 2009 wurde der Betrieb jedoch aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt und die Anlagen drei Jahre später zurückgebaut.

Die heutige Bahn sieht einen Ganzjahresbetrieb vor. Im Sommer sollen Wanderer und Mountainbiker in die Höhe befördert werden, im Winter Freerider und Schneeschuhwanderer. Der Selbstfahrbetrieb soll tiefe Personalkosten garantieren.

Der Fahrplan für die Umsetzung ist sportlich: Im Sommer soll die Burgerversammlung über das Kreditgesuch abstimmen, im Frühling 2027 der Bau beginnen und Ende des darauffolgenden Jahres bereits der Betrieb aufgenommen werden.

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