Personal geht um 19 Uhr nach Hause
Migros eröffnet erste 24-Stunden-Filiale

Einkaufen rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen: Die Detailhändlerin Migros eröffnet in Herisau AR den schweizweit ersten Supermarkt mit durchgehenden Öffnungszeiten. Die Konkurrenz schaut dann ganz genau hin, sie ist auch an lukrativen 24-Shops interessiert.
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Ab Juli kann man in der Migros an der Alpsteinstrasse in Herisau AR rund um die Uhr einkaufen.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Migros eröffnet erste 24-Stunden-Filiale der Schweiz am 2. Juli 2026
  • Nachts Selbstbedienung, Zugang mit Karte, Sortiment: 7000 Artikel auf 295 m²
  • Filiale videoüberwacht, Technik erkennt Unfälle, keine Mitarbeiter nachts erlaubt
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Migros startet in Herisau AR mit der ersten 24-Stunden-Filiale der Schweiz. Eigentlich wollte der orange Riese den Test schon früher beginnen – eine Einsprache gegen das Bau- und Nutzungsgesuch hat ihm aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Allerdings nur für kurze Zeit. Die Einsprache ist mittlerweile vom Tisch, alle Bewilligungen liegen vor. Am 2. Juli gehts los mit der neuen Super-Migros im Ausserrhoder Hauptort, wie die «Appenzeller Zeitung» berichtet.

Die Filiale an der vielbefahrenen Alpsteinstrasse wird bis zum regulären Ladenschluss um 19 Uhr ganz normal betrieben – mit Personal, wie in jeder Migros im Lande. Abends machen die Angestellten Feierabend. Der Laden aber bleibt geöffnet – im Selbstbedienungsbetrieb. Und zwar bis am Morgen, wenn die Verkäuferinnen und Verkäufer wieder zur Arbeit erscheinen und übernehmen. Auch an Sonn- und Feiertagen können Kundinnen und Kunden künftig einkaufen. Es gibt 7000 Artikel auf einer Verkaufsfläche von 295 Quadratmetern, wie die Migros in einer Mitteilung schreibt.

Aber warum ausgerechnet in der 16'000-Einwohner-Gemeinde Herisau? Das Geschäft sei modern, gut erreichbar und spreche unterschiedliche Kundengruppen an, heisst es bei der Migros. Sprich Einheimische wie Touristen auf dem Weg in den Alpstein. So könne man Erfahrungen sammeln, «ohne dass die Rahmenbedingungen einer Grossstadt das Projekt beeinflussen».

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Personal geht um 19 Uhr nach Hause

Nach Ladenschluss übernimmt im neuen 24-Stunden-Migros die Technik. Der Zutritt erfolgt via Debit- oder Kreditkarte, bezahlt wird an den bestehenden Self-Checkout-Kassen. Das System kommt bereits bei den unbedienten Migros-Teo-Filialen zum Einsatz. Die Mini-Migros in der hölzernen Röhre, wovon die Migros Ostschweiz aktuell neun Filialen betreibt, kommen schon heute komplett ohne Personal aus. Sie haben aber ein deutlich kleineres Sortiment.

Für das Appenzeller Migros-Personal ändert sich wenig. Nachts sowie an Sonn- und Feiertagen dürfen keine Mitarbeitenden Regale auffüllen. Die Migros hält sich damit an die gesetzlichen Vorgaben, wie sie betont. Die Waren werden jeweils vor und nach den bedienten Öffnungszeiten aufgefüllt.

Angst vor dem nächtlichen Shopping brauchen Kundinnen und Kunden nicht zu haben. «Die Migros Alpsteinstrasse ist vollumfänglich video- und sensorüberwacht», schreibt die Detailhändlerin. Das System soll auch erkennen und alarmieren, wenn jemand im Ladenlokal ein medizinisches Problem erleidet oder verunfallt.

Das macht die Konkurrenz

Die Konkurrenz dürfte den Pilotversuch der Migros im Appenzellerland genau beobachten. Auch sie tüftelt seit Jahren mehr oder weniger erfolgreich an 24-Stunden-Shops. Um dem steigenden Bedürfnis der Kundschaft gerecht zu werden, sich rund um die Uhr mit dem Nötigsten eindecken zu können. So betreibt die Kioskbetreiberin Valora unter dem Label Avec auf Raststätten Rund-um-die-Uhr-Läden. In Zürich unterhält sie ebenfalls autonome Läden, bei denen die Kunden etwa am Sonntag Zugang per App erhalten. Wegen sicherheitsrelevanter Vorkommnisse wurden Filialen aber vorübergehend in der Nacht geschlossen.

Auch andere Schweizer Detailhändler haben Probleme mit ihren Selbstbedienungsläden. Vor allem diebische Kundinnen und Kunden machen ihnen zu schaffen. So hat Spar seinen ersten G024-Laden am Zürcher Sihlquai schon nach 14 Monaten wieder aufgegeben.

Was macht Coop, der grösste Konkurrent von Migros? Die Basler planen, ihr To-Go-Konzept weiter auszubauen und kleine Shops ohne Personal einzuführen. Allerdings nur im sogenannten Semi-Public-Bereich. Also an halböffentlichen Standorten wie Universitäten, Fachhochschulen oder Spitälern. Zurzeit betreibt Coop aber noch keine To-Go-Shops ohne Personal.

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