Kriegskasse ist fast leer
Putin jagt reiche Russen – Oligarch verliert 6 Milliarden

Wadim Moschkowitsch, Gründer von Rusagro, verliert 6 Milliarden Franken. Russland beschlagnahmt das Vermögen des Ex-Oligarchen in der bisher grössten Verstaatlichung – zur Stützung der kriegsgeschwächten Staatskassen.
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Wladimir Putin treibt die Verstaatlichung von Grossunternehmen voran.
Foto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin via AP

Darum gehts

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  • Russland beschlagnahmt 6 Milliarden Franken von Ex-Oligarch Wadim Moschkowitsch
  • Grösste Verstaatlichung: 6,5 Billionen Rubel bereits in Staatsbesitz überführt
  • Vermögen von Moschkowitsch einst auf 2,3 Milliarden Franken geschätzt
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Wladimir Putin (73) braucht dringend Geld, die Staatskassen sind leer. Um diese zu füllen, macht er Jagd auf reiche Russen. Jetzt haben die Behörden 6 Milliarden Franken beschlagnahmt, wie das russische Innenministerium am Donnerstag in einer Medienmitteilung bekanntgab. Es handelt sich dabei um das Vermögen des inhaftierten Milliardärs Wadim Moschkowitsch (59), wie «The Moscow Times» berichtet.

Es ist die bisher grösste Vermögensbeschlagnahme in einer Welle von solchen Verstaatlichungen, so «The Moscow Times». Der Gründer des Schweinefleisch- und Zuckerkonzerns Rusagro war unter den reichsten russischen Geschäftsleuten 2026 auf Platz 47 der «Forbes»-Liste. Seit März letzten Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Jetzt ist er nicht nur seine Freiheit los, sondern auch sein ganzes Geld.

Der russische Staat wirft dem ehemaligen Unternehmer und seinen Komplizen ein kriminelles Komplott vor: Zwischen 2018 und 2022 sollen sie Betrug, Geldwäsche, vorsätzliche Insolvenz und Bestechung in besonders grossem Umfang begangen haben, heisst es in der Medienmitteilung. 2022 trat Moschkowitsch nach Verhängung von Sanktionen von seiner Rolle im Unternehmen zurück.

Kampagne der Verstaatlichung

Putin führt schon länger einen Kreuzzug gegen reiche russische Unternehmer – und nimmt ihnen ihr Vermögen ab. Bisher hat der Staat laut «Moscow Times» schon 71 Milliarden Franken in öffentliches Eigentum überführt. Auch das Unternehmen Rusagro selbst ist von der Verstaatlichung betroffen: Im Mai hat der Staat die operative Führung übernommen, schreibt die russische Zeitung «Kommersant».

Der Grund für die schon mehrjährige Kampagne der Verstaatlichung liegt auf der Hand: Der Krieg in der Ukraine verschlingt Unsummen. Hochrangige Politiker und Beamte im Kreml warnen Putin, dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Oligarchen werden dabei nicht nur enteignet – manche werden von Putin auch darum gebeten, die Staatskassen mit eigenen Mitteln zu füllen.

Im Krieg läuft für Russland derzeit wenig rund: Die Ukraine macht Fortschritte in der Drohnentechnik. Das erlaubt es der Armee von Präsident Wolodimir Selenski (48) bis tief in Russland hinein Raffinerien, militärische Einrichtungen und Lastwagen anzugreifen. Das bekommt jetzt auch die Zivilbevölkerung zu spüren: Auf der besetzten Krim etwa geht das Benzin aus – eine Blamage für Putin.

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