Skyguide setzt den Rotstift an: Die Schweizer Flugsicherung «prüft strukturelle Anpassungen, um das Unternehmen finanziell und organisatorisch stabiler aufzustellen», wie es in einer Mitteilung heisst. Konkret: Skyguide will bis zu 220 Stellen bis Ende 2027 streichen. Betroffen sind Angestellte in Dübendorf ZH und Genf. Jeder siebte Job fällt weg. Skyguide beschäftigt zurzeit 1500 Mitarbeitende an 14 Standorten.
Vom Kahlschlag nicht betroffen seien operativ tägige Flugverkehrsleitende, schreibt das Unternehmen. Der mögliche Abbau erfolgt in zwei Phasen. Von September bis November 2026 sollen bis zu 90 Mitarbeitende die Kündigung erhalten. In der zweiten Phase zwischen Mai und Juni 2027 fallen bis zu 130 weitere Stellen weg, so der Plan.
Kosten fürs Personal steigen
Als Grund für den Stellenabbau nennt Skyguide «den wachsenden wirtschaftlichen Druck, steigende Personal- und Systemkosten, unsichere Einnahmen, europäische Effizienzziele und komplexe interne Strukturen». Zur Einordnung: Im letzten Jahr betrugen die Personalkosten von Skyguide 382 Millionen Franken – bei Gesamtausgaben von 576 Millionen Franken. Heisst: Die Angestellten sind der grosse Kostenfaktor.
Skyguide betont: «Der Betrieb bleibt in diesem Prozess jederzeit gesichert.» Sicherheit und Betriebskontinuität seien «nicht verhandelbar».
Wegen der Massenentlassung kommt es nun zu einem Konsultationsverfahren. Dieses startet an diesem Dienstag und dauert 30 Tage. Gemeinsam mit den Sozialpartnern und den Arbeitnehmervertretungen prüfe man «alle möglichen Massnahmen, um Entlassungen zu vermeiden oder zu reduzieren». Auch die Angestellten können eigene Vorschläge einreichen. Anschliessend entscheidet Skyguide über das weitere Vorgehen.
2025 wieder Gewinn geschrieben
Skyguide ist seit längerem das Sorgenkind des Schweizer Flughimmels. Peter Merz (57) hat im letzten November als CEO übernommen – und von seinem Vorgänger Alex Bristol (56) viele Probleme geerbt. Bereits Ende 2025 griff der neue Skyguide-Chef durch: Er verhängte einen Einstellungs- und Beschaffungsstopp. Und kündigte an, in diesem Jahr 24 Millionen Franken sparen zu wollen.
Die Zahlen fürs letzte Jahr haben eine leichte Trendwende angedeutet. Skyguide erzielte 2025 einen konsolidierten Gewinn von 55,2 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte das Unternehmen mit einem Minus von 18,9 Millionen Franken noch rote Zahlen geschrieben. «Die finanzielle Lage stabilisiert sich damit vorübergehend. Die strukturellen Herausforderungen bleiben jedoch bestehen», teilte Skyguide bei der Präsentation der Zahlen Anfang März mit. Jetzt reagiert das Unternehmen auf die Herausforderungen mit einen Stellenabbau.