Darum gehts
- Skyguide kämpft mit Problemen: Genfer Luftraum am 28. Januar 2026 gesperrt
- Skyguide investierte 120 Millionen Franken seit 2022 für mehr Resilienz
- Brüssel rügt Skyguide 2025 wegen lückenhafter Sicherheits-Management-Systeme
Wenn gar nichts mehr geht, heisst es bei der staatlichen Flugsicherung Skyguide: Leert den Himmel – «Clear the sky»! Dann dürfen keine Flieger mehr starten, und Flugzeuge in der Luft müssen auf einen anderen Luftraum ausweichen. 2022 legte ein Netzwerkfehler den gesamten Schweizer Luftraum für Stunden lahm. 2024 musste der Genfer Luftraum gesperrt werden, nachdem eine Überschwemmung im Untergeschoss des Kontrollzentrums das Kühlsystem beschädigt hatte.
Und erst letzte Woche musste Skyguide erneut in Genf den Luftverkehr aussetzen – die Software hatte ein Update-Problem. Wieder einmal zeigte sich: Die Skyguide hat kein robustes Backup-System. Denn eigentlich müsste das Backup greifen, ohne dass der Flugbetrieb eingestellt wird.
Peter Merz tritt ein schwieriges Erbe an
Der neue Skyguide-CEO Peter Merz (58) hat von seinem Vorgänger Alex Bristol (57) viele Probleme geerbt. Dies bestätigt die Eidgenössische Finanzkontrolle in einem neuen Untersuchungsbericht. Vier Jahre nach dem landesweiten Grounding von 2022 ist die Schweizer Flugsicherung noch immer nicht krisenfest. Während sich der Luftverkehr längst erholt hat und die Passagierzahlen neue Höhen erreichen, bastelt Skyguide weiterhin an einem stabilen System, das eigentlich selbstverständlich sein müsste.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle kritisiert: «Der derzeitige Ansatz ist noch zu stark fragmentiert.» Skyguide setze «eine Reihe vereinzelter Massnahmen» um – doch es fehlt «ein übergeordneter, gesteuerter Prozess, der auf die gesamtheitlichen organisationellen Ziele ausgerichtet ist». Die Finanzkontrolleure nehmen Bundesrat Albert Rösti (58) in die Pflicht: Weil es keine «klaren schweizerischen und internationalen Vorgaben» gebe, müsse das Uvek Skyguide besser steuern.
120 Millionen investiert
Skyguide räumt ein, dass nicht alle Hausaufgaben gemacht wurden – obwohl rund 120 Millionen Franken seit dem Debakel von 2022 «in die Resilienz» geflossen seien, wie Skyguide betont. «Dies hat sich ausbezahlt, wie auch die störungsfreie Abwicklung des intensiven Sommerverkehrs 2025 unterstrichen hat», sagt ein Skyguide-Sprecher zu Blick.
Für Skyguide bleibt viel zu tun. Bereits im Herbst hatte die EU-Kommission Skyguide Versäumnisse attestiert. Gemäss den europäischen Vorgaben müssen alle Flugsicherungen im Gebiet des Single European Sky, zu dem auch die Schweiz gehört, über ein Sicherheitsmanagementsystem verfügen, das definierte Ziele erfüllt. Brüssel stellte fest, dass Skyguide den Anforderungen nicht genügt. Skyguide muss hier dringend nachbessern.
Geschäftsleitung verkleinern
Und schon bald droht Skyguide neues Ungemach: In den nächsten Wochen gibt Brüssel bekannt, wie hoch die Gebühren für die Flugsicherung ausfallen dürfen. Skyguide hatte in der Vergangenheit viel zu hohe Gebühren verlangt und nicht plausibel begründen können, warum der Staatsbetrieb nicht sparen will. CEO Merz hat Skyguide inzwischen eine Sparkur verordnet. Dazu gehört ein Einstellungsstopp. Auch dürfte Merz in den nächsten Wochen die Geschäftsleitung verkleinern.