Investoren verzweifelt gesucht
Beliebter Tessiner Ferienort kämpft ums Überleben

Mehrere miese Winter in Folge setzen dem Ferienort Carì zu, die Bergbahn stand bereits im Dezember wieder still. Jetzt brauchts dringend frisches Geld – und eine neue Strategie fürs ganze Jahr.
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Der Tessiner Ferienort Carì braucht dringend Geld.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Carì TI sucht dringend Investoren wegen Schneemangel und finanzieller Probleme
  • Das Skigebiet bietet 20 km Pisten, kämpft aber mit kurzen Wintern
  • San Bernardino gewinnt mit 300 Millionen Fr. Investitionen, Carì hofft auf Ähnliches

Noch am Dienstag präsentierte sich Carì TI auf der ganz grossen Bühne! Als der dänische Veloprofi Jonas Vingegaard (29) bei der 16. Etappe des Giro d'Italia als Erster über die Ziellinie fährt, ist die Welt im Tessiner Bergdorf in bester Ordnung. Dabei steht es schlecht um Carì. Der Ferienort auf 1650 Meter über Meer sucht verzweifelt nach potenten Investoren.

Im Finanzbericht für das abgelaufene Jahr warnt die Gemeinde Faido TI, zu der Carì heute gehört, dass sie dringend private Investoren braucht, wie der «Corriere del Ticino» schreibt. «Ohne diese Massnahmen kann die Zukunft von Carì nicht gesichert werden», schreiben die Gemeinde und die Betreiber des kleinen Skigebietes mit zwei Sesselliften. Sie führen Wintersportler von 1642 bis auf 2280 Meter über Meer. 20 Kilometer Pisten locken vor allem Familien mit Kindern an – falls denn überhaupt Schnee liegt. 

Keine reine Wintersport-Destination mehr

Denn die stetig wärmer und kürzer werdenden Winter setzen dem Mini-Skigebiet zu. Die grosse Abhängigkeit von der Wintersaison belastet das Dorf. In den letzten Jahren hatte Carì wiederholt mit Schneemangel zu kämpfen. Das Skigebiet musste in der vergangenen Saison seinen Betrieb schon im Dezember herunterfahren. Das lukrative Weihnachtsgeschäft fiel komplett ins Wasser. Um überhaupt durch den Winter zu kommen, beantragte das Skigebiet schon im Januar Kurzarbeit für die Mitarbeiter.

Die Gemeinde unterstützt die Bergbahnen jährlich mit 200'000 Franken. Doch das alleine genügt längst nicht mehr. Neben neuen Investoren braucht die Gemeinde dringend eine Neuausrichtung. Sie will weg von einer klassischen Wintersport-Destination, hin zu einem Reiseziel, das ganzjährig Touristen anlockt und Arbeitsplätze schafft. Mit Mountainbike-Strecken, neuen Wanderangeboten sowie Veranstaltungen vom Frühling bis zum Herbst.

In San Bernardino hats funktioniert

Deshalb hat Carì während des Giro noch einmal mit der grossen Kelle angerichtet. Und viel Geld in die Hand genommen. Unter 200'000 Franken wird man nicht Zielort einer Etappe der Italienrundfahrt. Das internationale Schaufenster soll Investoren und italienische Touristen auf die kleine Gemeinde in der Leventina aufmerksam machen. Und Geldgeber anlocken.

Ob das aufgeht, steht in den Sternen. Was klar ist: Mit einem zahlungskräftigen Investor kann die Neulancierung einer Destination sehr wohl aufgehen. Die Tourismusverantwortlichen von Carì dürften mit grossem Interesse – und auch etwas neidisch – nach San Bernardino GR schauen. Seit der Tessiner Immobilienunternehmer Stefano Artioli (63) dort das Sagen hat, geht es nämlich steil aufwärts mit der verträumten Gemeinde im Misox.

300 Millionen Franken will Artioli investieren. Seine Ambitionen sind hoch. Er will San Bernardino mit seinem Millionenprojekt zur «führenden Feriendestination im südlichen Alpenraum» machen, zu einer Art «Little Andermatt». Schmuckstück ist ein grosses Fünf-Sterne-Resort inklusive Thermalbad. Es wird eines der grössten Kurhotels der Schweiz. 300 Hotelzimmer und 263 Ferienwohnungen sollen im Dorf entstehen. 400 neue Arbeitsplätze soll es in San Bernardino auf 1626 Meter über Meer dereinst geben. Zahlen, von denen man in Carì derzeit nur träumen kann.

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