Darum gehts
- SK Hynix-Aktie steigt 2026 um 222 Prozent, ab Freitag an Nasdaq gelistet
- Enorme Nachfrage: Anfragen siebenmal höher als verfügbare Aktien
- ADR-Ausgabepreis bei 149 USD, Gewinn von 21,4 Milliarden Franken erwartet
Ein neuer Börsenliebling klettert gerade auf die grosse Bühne: Die Aktie des südkoreanischen Techunternehmens SK Hynix hat an der Börse in Seoul seit Jahresbeginn bereits um 222 Prozent zugelegt. Und jetzt wagt der Chiphersteller den Sprung an die Wall Street: SK Hynix hat am Freitag seinen Börsengang an der US-Tech-Börse Nasdaq in New York – und löst damit einen Mega-Hype aus.
Kein Wunder: Der Techriese aus Fernost ist hinter Samsung das zweitwertvollste Unternehmen Südkoreas – mit einem Wert von einer Billion Dollar. Am Donnerstag legte das Unternehmen den Ausgabepreis bei 149 Dollar fest. Das spült dem Konzern 26,5 Milliarden Dollar in die Kassen.
Der Andrang auf die Aktien von SK Hynix ist enorm. Laut der Nachrichtenagentur Reuters überstiegen die Anfragen das Siebenfache der verfügbaren Aktien für den Nasdaq-Börsengang. Was steckt hinter der starken Nachfrage? Wieso hat die Aktie dieses Jahr so stark zugelegt? Und wie geht es weiter?
Mega-Nachfrage treibt Preise
SK Hynix stellt Speicherchips her, die in PCs, Servern, Smartphones und Rechenzentren zur Anwendung kommen. Die sogenannten DRAM-Speicherchips sind heiss begehrt. Die Hersteller kommen nicht nach, die riesige Nachfrage zu bedienen. Insbesondere die amerikanischen Techriesen wie Meta, Google, und ChatGPT-Mutter OpenAI brauchen diese Chips in rauen Mengen, um ihre Mega-Rechenzentren aufzubauen. Die enorme Nachfrage bedeutet, dass die Chiphersteller hohe Preise verlangen können. Und SK Hynix ist der zweitgrösste DRAM-Produzent der Welt – hinter dem heimischen Konkurrenten Samsung.
Noch besser als der grosse Rivale schneidet SK Hynix bei Speicherchips mit hoher Bandbreite ab, auch «High Bandwidth Memory» genannt – oder kurz: HBM. Es handelt sich um eine noch schnellere und spezialisiertere Form von DRAM-Chips. SK Hynix entwickelt HBM zusammen mit der US-Techfirma ASM – und stösst damit auf eine riesige Nachfrage. «Jeder KI-Chip benötigt einen HBM-Speicher», erklärt Parv Sharma, Techanalyst bei Counterpoint Research, gegenüber Blick.
Höhenflug? Kein Wunder
Für Chipexperte Nicolas Baratte ist es kein Wunder, dass die SK-Hynix-Aktie so gehypt wird. Das Unternehmen profitiert enorm vom Boom rund um künstliche Intelligenz. Mittlerweile warnen viele Börsenkenner vor einer KI-Blase. Branchenkenner Baratte ist anderer Meinung: «Es ist es ganz einfach: Die Nachfrage für Speicher mit hoher Bandbreite ist Jahr für Jahr um 100 Prozent gestiegen.» Genau davon profitiert SK Hynix. «Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal 2026 um 200 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal», betont Baratte. Die entscheidende Frage laut ihm: «Wird die Nachfrage noch weiter steigen, stagnieren oder sich verlangsamen?»
Gemäss Analyst Parv Sharma stehen die Chancen auf eine weiter steigende Nachfrage gut: «Es wird erwartet, dass der unersättliche Bedarf an Speicherplatz auch über das Jahr 2027 hinaus anhalten wird.» Dem können die Unternehmen kaum nachkommen. «Das Angebot wird nicht im gleichen Tempo wachsen», so Sharma.
Jetzt muss sich der südkoreanische Chipriese an die zweitgrösste Börse der Welt behaupten. Chipexperte Nicolas Baratte sieht die Notierung an der Nasdaq als positiven Schritt: «Es ist ungewöhnlich, dass US-Anleger nicht in so grosse Konzerne wie Samsung oder SK Hynix investieren können. Dass SK Hynix das jetzt ermöglicht, ist eine gute Sache.»