Darum gehts
- Das globale Nettovermögen stieg 2025 um 9,3 Prozent auf 550 Billionen Dollar
- Hongkong überholte die Schweiz als grössten Offshore-Finanzplatz mit 2,9 Billionen Dollar
- Schweiz verzeichnete 7,6 Prozent Zuwachs, Hongkong hingegen 10,7 Prozent
Die Welt ist letztes Jahr wieder reicher geworden: Das globale Nettovermögen kletterte 2025 um 9,3 Prozent – auf 550 Billionen Dollar, wie der «Global Wealth Report 2026» der Beratungsfirma Boston Consulting Group ausweist. Vor allem die florierenden Aktienmärkte und der stark gestiegene Goldpreis führten laut der Studie zu grösserem Reichtum – auch in der Schweiz. Das Gesamtnettovermögen der Schweizerinnen und Schweizer stieg im vergangenen Jahr auf 6,5 Billionen Dollar.
Der Schweizer Finanzplatz kann derzeit seinen Ruf als sicheren Hafen ausspielen. Wegen des Iran-Kriegs suchen Reiche aus den Golfstaaten hierzulande Zuflucht, wie ein hiesiger Geschäftsmann kürzlich zu Blick sagte. Doch es gibt auch schlechte News für den Paradeplatz: Hongkong ist neu ganz knapp der grösste Offshore-Finanzplatz der Welt – und stösst damit die Schweiz vom Thron. Beide Standorte verwalten zwar je 2,9 Billionen Dollar an ausländischem Vermögen. Hongkong legte jedoch um 10,7 Prozent zu, die Schweiz «nur» um 7,6 Prozent.
Hongkong profitiert von China
«Dass Hongkong die Schweiz erstmals als grössten Buchungsstandort überholt hat, liegt in erster Linie am starken Wachstum Chinas», sagt Michael Kahlich, Partner bei der Boston Consulting Group in Zürich und Co-Autor der Studie. Während aber Hongkong stark von chinesischem Geld abhängig ist, punktet die Schweiz als sicherer Hafen für Investoren aus der ganzen Welt – aktuell zunehmend aus den reichen Golfstaaten. «Wir sehen zum Beispiel in den letzten zwölf Monaten wieder einen deutlichen Anstieg des Interesses von Kunden, die sich angesichts der Unsicherheiten im Nahen Osten breiter diversifizieren wollen», so Kahlich.
Reiche bringen ihr Geld generell vermehrt im Ausland in Sicherheit – wegen geopolitischer Spannungen, des Zoll-Hickhacks von US-Präsident Donald Trump (79) und der Suche nach Diversifikation. Das grenzüberschreitende Vermögensgeschäft wuchs 2025 um 8,4 Prozent auf 15,7 Billionen Dollar. Davon profitieren eben insbesondere die grossen Finanzplätze, etwa jener der Schweiz. «Im grenzüberschreitenden Vermögensgeschäft sehen wir eine stärkere Regionalisierung der Kapitalströme – mit Hongkong als Gewinner in Asien und der Schweiz als Stabilitätsanker in Europa», sagt Michael Kahlich. Gut möglich also, dass der Paradeplatz beim grenzüberschreitenden Vermögen bald wieder am asiatischen Konkurrenten vorbeizieht.