Ferienhaus-Inserat entpuppt sich als Fake
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Gips und Lügen
Italiener zockt Touristen mit Fake-Amphitheater ab – nun droht kostspieliger Abriss

Ein antikes Theater in Arcugnano (I) entpuppt sich als dreiste Fälschung. Betreiber Franco Malosso kassierte 40 Franken Eintritt, sitzt nun wegen Fälschung im Gefängnis. Nun ringt die Gemeinde um Hunderttausende Franken für den Rückbau.
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Dieses Amphitheater in Arcugnano (I) stellte sich als Fälschung heraus.
Foto: TripAdvisor

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein gefälschtes Amphitheater in Venetien entpuppt sich als Betrug
  • Betreiber baute mit Gips und Beton, verlangt 40 Franken Eintritt
  • Abrisskosten geschätzt: 280'000 bis 470'000 Franken, Finanzierung ungeklärt
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Italien verfügt über einen bedeutenden Reichtum an historischen Stätten. Wer durch Rom, Mailand oder Neapel spaziert, stolpert beinahe über Bauten, die aus antiken Zeiten stammen. Doch nicht nur die Städte können sich mit jahrtausendealten Ruinen behaupten: Im ländlichen Raum kann man ebenfalls vielerorts die Überreste aus antiker Zeit besichtigen.

Auch in der Region Venetien gab es so einen Ort: ein angeblich antikes Theater, Tausende Jahre alt und umgeben von griechisch-römischen Artefakten. Fast 40 Franken Eintritt verlangte der Betreiber der Stätte, wie die italienische Regionalzeitung «Corriere del Veneto» berichtet. Doch dahinter steckte ein jahrelanger Betrug: Der Betreiber Franco Malosso (69) gab sich als Forscher und Mäzen aus. In Wahrheit liess er die Fälschung aus Gips, Betonsäulen und bemalten Blöcken von unbezahlten Arbeitern errichten. Nun sitzt er wegen illegaler Bautätigkeit und Fälschung von Kulturgütern im Gefängnis – die Haftstrafe beträgt zwei Jahre und vier Monate.

Wer zahlt für den teuren Abriss?

Das Problem – das Amphitheater steht immer noch. Das Gerichtsurteil sieht zwar den Abriss vor, und Malosso wurde zur Zahlung von Schadenersatz an die Gemeinde verurteilt. Noch ziehen sich aber die Berufungen. Simone Cuomo (44), Bürgermeister von Arcugnano, will die Kosten nicht auf sich sitzen lassen: «Wer einen Missbrauch begangen hat, muss für den entstandenen Umweltschaden aufkommen und ihn beheben», sagte er der italienischen Zeitung «La Repubblica».

Die Renaturierung des Hügels, der für den Bau des falschen Amphitheaters gerodet wurde, ist teuer: Inoffizielle Schätzungen belaufen sich auf 280'000 bis 470'000 Franken. «Ich sehe nicht ein, warum die Bürger dafür aufkommen sollten», so Cuomo. Das Gemeindebudget liege unter 6,5 Millionen Euro und man habe dringendere Probleme.

Fünf Sterne auf Tripadvisor

Blick hat ein Auge auf Tripadvisor geworfen: Dort ist die unechte Sehenswürdigkeit noch auffindbar. Nur insgesamt acht Personen bewerteten das Anfiteatro Porto degli Angeli auf dem Portal, sie zeigten sich aber jeweils mit einer Bewertung von fünf Sternen sehr zufrieden. «Die Majestät und Schönheit dieses Ortes birgt eine reiche Geschichte, die Tausende von Jahren zurückreicht», lobte im Februar 2025 eine Nutzerin die vermeintlich historische Stätte.

Als Touristin und Tourist tappt man leicht in eine Falle. Wer nicht ortskundig ist, lässt sich viel eher an der Nase herumführen. Die Betrügerinnen und Betrüger gehen dabei äusserst kreativ vor: von gefälschten Tickets für Sehenswürdigkeiten bis hin zu heimlich auf der Rechnung untergebrachten Trinkgeldgebühren. Richtig dreist wurde es in Cesenatico (I) an der Adria: Dort wurde eine Ferienwohnung vermietet, die es gar nicht gibt. Über 120 Feriengäste fielen auf den fiesen Online-Trick herein. 

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