Darum gehts
- Dubai lockt Touristen nach Irankrieg mit Prämien und günstigen Hotelpreisen
- Einwohner können bis zu drei Gäste einladen, 650 Franken Vergünstigung möglich
- 2025 besuchten 20 Mio. Touristen Dubai, Hotelauslastung jetzt nur bei 30 bis 50 Prozent
In Dubai bleiben die Hotels ungewöhnlich leer: Der Iran-Krieg ist für das Emirat wirtschaftlich enorm belastend – und verjagt viele der Touristen, die früher die Metropole der Vereinigten Arabischen Emirate in Scharen besucht haben. Darum versuchen die Luxushotels der Stadt am Persischen Golf schon mit spottbilligen Preisen die Gästezahlen zu beflügeln. Und nun greift die Regierung in der Verzweiflung zu einer skurrilen Lösung: Die Stadt spannt die eigenen Einwohnerinnen und Einwohner für den Tourismus ein. Eingeladene Gäste können neu von Reisevergünstigungen von mehr als 650 Franken profitieren, wie der «Spiegel» berichtet.
So funktioniert das System: Ab jetzt können Einwohner Freunde oder Angehörige nach Dubai einladen. Diese Bekannten machen das, was ein Tourist eben macht: Er übernachtet im Hotel, geht ins Restaurant und besucht die Sehenswürdigkeiten. Genau da greifen die Vergünstigungen. Bis zu drei Gäste kann jeder Dubai-Einwohner einladen, die Aktion läuft bis Ende Oktober. Das Programm ist beliebt: In den ersten 48 Stunden gingen laut «Spiegel» schon mehr als 10'000 Anträge ein.
Luxushotels verscherbeln Zimmer zu Spottpreisen
Die Prämie ist nicht der einzige Trick, mit dem Dubai wieder mehr Touristen anlocken will. Sogar 5-Sterne-Hotels haben ihre Preise massiv gesenkt: Man kann eine Woche im Luxushotel The Canvas Dubai für 18.50 Franken pro Nacht verbringen. Was hat die Hoteliers dazu getrieben, ihre Zimmer fast zu verschenken? «Die Auslastung der Hotels in Dubai liegt derzeit bei rund 30 bis 50 Prozent des Vorjahresniveaus», sagte Sascha Zupan (62), Inhaber und Geschäftsführer von Kompas Travel, kürzlich zu Blick.
Dubai hat einen grossen Wandel hinter sich: Vor 70 Jahren war die Metropole noch ein Wüstendorf. 2025 besuchten fast 20 Millionen Übernachtungsgäste die Stadt, die sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum und Luftfahrt-Drehkreuz entwickelt hat. Aus der Schweiz reisten letztes Jahr fast 500'000 Fluggäste nach Dubai. Diese Zahl wird 2026 wohl um einiges kleiner ausfallen. Die Swiss meidet die Stadt noch bis einschliesslich 24. Oktober. Nur wer Emirates fliegt, kommt heute direkt aus der Schweiz in das Emirat.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hob die offizielle Reisewarnung für die Emirate und die Golfregion Ende Juni auf, nachdem die USA und der Iran eine Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts unterschrieben hatten. Der Iran-Krieg ist derzeit aber wieder im vollen Gange. Auch deshalb warnt das EDA auf seiner Website: «Eine rasche Verschlechterung der Sicherheitslage ist jederzeit möglich.» Auch auf das erhöhte Potenzial von Luftraumsperrungen und Flugausfällen wird hingewiesen. Das könnte einem die Dubai-Ferien so richtig vermiesen – trotz Prämie und sehr tiefen Preisen.