EDA-Reisewarnung aufgehoben
Dubai will mit Schnäppchen-Angeboten leere Sitze und Betten füllen

Reisen nach Dubai und in andere Golfstaaten sind jetzt wieder gefahrlos möglich, sagt das EDA und hebt die Reisenwarnung auf. Allerdings bleiben viele Betten leer, weil die Skepsis der Touristen immer noch gross ist. Das ruft Reiseanbieter auf den Plan.
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Im Moment gibt es viel Platz an den Stränden von Dubai.
Foto: AFP

Darum gehts

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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Die Waffenruhe am Golf ist brüchig, immer wieder kommt es zu Zwischenfällen in der Strasse von Hormus. Doch Angriffe auf seine Nachbarn in der Region – mit Ausnahme von Israel – hat das Mullah-Regime seit Wochen unterlassen. Die letzte Attacke auf Dubai datiert von Mitte März.

Folglich ist es nur konsequent, dass viele Länder, darunter Deutschland und die Schweiz, die Reisewarnung für die Länder in der Golfregion aufgehoben haben. «Neu wird nicht mehr von touristischen und nicht dringenden Reisen abgeraten», heisst es auf der Website des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA bei den Reisehinweisen für die Vereinigten Arabischen Emirate.

Ein wichtiges Zeichen für die Branche: «Die Aufhebung der Reisewarnung ist auch eine Botschaft an Kunden und Veranstalter, dass Ferien im Nahen und Mittleren Osten wieder eine Option sind. Das gilt nicht nur für die Vereinigten Arabischen Emirate, sondern für die gesamte Golfregion und das östliche Mittelmeer», sagt Philippe Raselli (48), Geschäftsführer von Holiday Maker, einem Reisespezialisten für den Nahen und Mittleren Osten.

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Wieder gefahrlos möglich: EDA hebt die Reisewarnung für Dubai und andere Emirate auf.
Foto: AFP

Nachfrage steigt

Für die kommenden Tage sind in Dubai Temperaturen über 40 Grad angesagt. Am Freitag fegte ein Sandsturm über die Wüstenmetropole. «Im Moment ist aufgrund der Temperaturen Nebensaison am Golf. Wir spüren bei den Kunden immer noch eine gewisse Skepsis, aber in den letzten Tagen hatten wir wieder deutlich mehr Anfragen», so Raselli.

Das bestätigt auch Dertour-Sprecher Stephan Kurmann gegenüber Blick: «Die Nachfrage nach Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Oman hat sich in den vergangenen Tagen deutlich belebt. Besonders gefragt sind bereits Reisen für die Herbstferien und die Wintersaison.»

Die Golfstaaten tun alles, um zur Normalisierung beizutragen. Vor allem die Airlines haben die Vorkriegsroutine beinahe vollständig wieder aufgenommen. Emirates etwa fliegt wieder zweimal täglich von Zürich und einmal am Tag von Genf nach Dubai. Ähnliches gilt für Qatar Airways nach Doha und Etihad nach Abu Dhabi.

Tiefe Preise und Gratis-Übernachtungen

Im Gegensatz zu den Golfairlines ist die Lufthansa-Gruppe mit der Wiederaufnahme der Flüge noch zurückhaltend: Die Swiss wird Dubai erst wieder ab dem 25. Oktober – mit Beginn des Winterflugplans – anfliegen.

Das hat auch mit den lukrativen Zusatzflügen nach Delhi zu tun. Aber nicht nur, wie aus der Gruppe zu vernehmen ist. Einheimische Airlines wie Emirates würden im Moment bei den Lande- und Startslots auf den Flughäfen gegenüber europäischen Fluggesellschaften bevorzugt. Deshalb ist es für diese Airlines im Moment nicht sonderlich attraktiv, Flüge in die Golfregion anzubieten.

Zumal die Golfairlines mit tiefen Preisen darum bemüht sind, ihre Flugzeuge mit Passagieren aus der Schweiz und Europa zu füllen. Und einige Zusatzleistungen bieten, wie etwa – je nach Buchungsklasse – eine oder zwei Gratis-Hotelübernachtungen für Buchungen bis zum 22. Juli.

Auch die Hotels in der Region verschleudern ihre Zimmer: So bietet Dertour unter dem Label Migros Ferien eine Woche im Aloft Palm Jumeirah in Dubai inklusive Flug und Frühstück für eine Abreise Mitte Juli bereits ab 855 Franken pro Person an.

Zum Vergleich: In Alassio an der ligurischen Küste geht alleine mit der Gebühr für die Liegestühle die Hälfte des Reisebudgets für Dubai drauf. Ohne Anreise, Übernachtung und Essen – immerhin ist es in Italien 10 Grad kälter als in der Wüste.

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