Teheran brüskiert Amerikaner auf Schritt und Tritt
Iran attackiert Frachter in der Strasse von Hormus

Mit einem Drohnenangriff auf einen Frachter in der Strasse von Hormus verschärft Iran die Lage im globalen Nadelöhr wieder. Teheran demonstriert Kontrolle, ignoriert internationale Spielregeln – und stellt die USA einmal mehr offen bloss.
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US-Präsident Donald Trump hat es geschafft, den Iran an den Verhandlungstisch zu holen – zum Einlenken hat er Teheran noch nicht gebracht.
Foto: imago/UPI Photo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Iranische Streitkräfte griffen am 25. Juni ein Containerschiff in der Strasse von Hormus an
  • Die «Ever Lovely» wurde durch eine Drohne beschädigt, Brücke getroffen
  • Dutzende Schiffe blockiert, US-Präsident Trumps Aussage zur freien Passage widerlegt
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Mitten im sensibelsten Seegebiet der Welt eskaliert die Lage erneut: Irans Streitkräfte haben am Donnerstag ein Containerschiff in der Strasse von Hormus angegriffen. Der Angriff traf die «Ever Lovely», ein Frachter einer taiwanesischen Reederei – offenbar durch eine Drohne. Die Brücke wurde beschädigt. Dies bestätigten US-Regierungskreise gegenüber Reuters.

Die Botschaft aus Teheran scheint unmissverständlich: Wer hier fährt, fährt nach Irans Regeln. Nur Stunden zuvor hatte die Revolutionsgarde gewarnt, Schiffe dürften ausschliesslich die von Iran «genehmigten» Routen nutzen. Alternativen entlang der omanischen Küste? «Inakzeptabel und extrem gefährlich.»

Pausenlose Nadelstiche

Der Angriff zwang die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO), ihren Evakuierungsplan für im Persischen Golf gestrandete Seeleute auszusetzen.

Eben trafen sich Spitzenvertreter Washingtons und Teherans auf dem Bürgenstock NW. Während die Amerikaner gebetsmühlenartig versichern, dass die Iraner ihre Positionen aufweichen und sich annähern, verlautet aus Teheran das genaue Gegenteil. Die Iraner demonstrieren Härte und demütigen den alten Erzfeind pausenlos mit Nadelstichen.

Eben beteuerte US-Vizepräsident J. D. Vance, mit freigegebenen Milliarden würden die Iraner US-Produkte kaufen. Am späten Donnerstag konterte Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf (64) auf X: «Amerika behauptet fälschlicherweise, dass wir mit unseren freigegebenen Vermögenswerten ihre Agrarprodukte kaufen würden. Interessant. Die einzige Ernte, die wir einfahren, ist das, was ihr gesät habt: jahrzehntelanges Misstrauen. Es ist biologisch, reichlich vorhanden und aus eigenem Anbau. Aber anscheinend exportieren die USA nur genmanipulierte Sojabohnen, gebrochene Versprechen und grosse Töne.»

Iran pokert maximal

Jetzt torpediert Iran gezielt die Bemühungen, den Schiffsverkehr nach Monaten der Blockade wieder in Gang zu bringen. Erst diese Woche hatte sich die Lage leicht entspannt, Dutzende Schiffe nahmen wieder Kurs durch die Meerenge. Jetzt herrscht wieder die Blockade.

Auch politisch ist der Angriff ein Schlag ins Gesicht: US-Präsident Donald Trump (80) hatte noch erklärt, die Passage sei wieder offen und nicht unter iranischer Kontrolle. Die Realität auf See sieht anders aus.

Iran pokert maximal in den Verhandlungen. In Hormus gilt im Moment nicht das Völkerrecht. Sondern das, was Iran durchsetzen kann.

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