Pentagon-Chef räumt auf
Überraschender Rücktritt von hochrangigem US-General

Nach nur 18 Monaten tritt der Befehlshaber der US-Streitkräfte in Europa und Afrika, Christopher Donahue, zurück. Unter dem aktuellen Verteidigungsminister Pete Hegseth sind bereits Dutzende hochrangige Militärs entlassen worden oder selbst zurückgetreten.
Kommentieren
1/6
Nach nur 18 Monaten tritt der hochrangige General Christopher Donahue (l.) zurück.
Foto: AP Photo/undefined

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Pentagon-Chef Pete Hegseth reformiert Führung: General Donahue tritt am 2. Juli zurück
  • Donahue war 2021 letzter US-Soldat, der Afghanistan verliess
  • Seit 2025: Fast 24 hochrangige US-Militärs entlassen oder zurückgetreten
Wiebke_Köhne_Praktikantin News Desk_Ringier Blick_1.jpg
Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Pentagon-Chef Pete Hegseth (46) räumt bei den Führungskräften der US-Armee auf. Unter dem Motto «Weniger Generäle, mehr Soldaten» findet derzeit eine Umstrukturierung auf mehreren Ebenen statt. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, ist der hochrangige General Christopher Donahue (56) der Nächste, der von seinem Posten zurücktritt. 

Wie die US-Armee in einer Erklärung gegenüber AP mitteilt, wird Donahue sein Kommando über die Streitkräfte in Europa und Afrika sowie das Nato-Landkommando am 2. Juli abgeben. In der Zwischenzeit werde sein Stellvertreter, Generalmajor Christopher Norrie, seine Aufgaben wahrnehmen. Der Rücktritt kommt überraschend, da Donahue den Posten erst vor 18 Monaten angetreten hatte. 

Er galt als Spitzenmann in der US-Army

Chris Donahue war der letzte Soldat, der 2021 inmitten des Taliban-Chaos Afghanistan verlassen hatte. Damals leitete er die Luftlandedivision und erhielt für seine Rolle parteiübergreifend Lob. Der Abzug wird jedoch regelmässig von US-Präsident Donald Trump (80) und Verteidigungsminister Hegseth kritisiert. Obwohl bereits umfassende Überprüfungen stattgefunden hatten, forderte Hegseth im Mai letzten Jahres eine erneute Untersuchung des Truppenabzugs an. Laut AP ist unklar, welche neuen Informationen dabei angestrebt werden. 

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump haben bereits fast zwei Dutzend hochrangige Militärs ihren Posten geräumt. Öffentliche Erklärungen für die Entlassungen oder freiwilligen Rücktritte bleiben jedoch zumeist aus. Blick zeigt weitere Fälle von der Pentagon-Entlassungswelle, die für Aufsehen sorgten. 

Stabschef der US-Armee

Inmitten der Iran-Krise trat der Stabschef der US-Armee Randy George (61) mit sofortiger Wirkung zurück. Der Rücktritt im April markierte den bisherigen Höhepunkt der personellen Umgestaltung des Pentagons. Im Weissen Haus galt der General, der noch von dem Ex-Präsidenten Joe Biden (83) eingesetzt wurde, als Hindernis für Trumps «America First»-Agenda. 

NSA-Chef

Im April 2025, am Anfang der zweiten Amtszeit von Donald Trump, sorgte die Entlassung von NSA-Direktor Timothy Haugh (57) für Fragezeichen. Dieser war zudem der Befehlshaber des US-Cyberkommandos. Laut mehreren Medienberichten soll die ultrarechte Aktivistin Laura Loomer bei einem Treffen mit Trump auf den Rausschmiss gedrängt haben. 

Ex-Verteidigungsminister in Sorge

Im Februar 2025 kündigte Präsident Trump über Truth Social die sofortige Ablösung des Generalstabschefs Charles Q. Brown (64) durch den damaligen Generalleutnant der Luftwaffe, Dan Caine (57), an. Eine Begründung blieb aus. Wie der ORF berichtete, meldeten sich daraufhin fünf ehemalige Verteidigungsminister der USA in einem Brief an den Kongress zu Wort. Darin äusserten sie die Sorge, Trump würde mit den Entlassungen das Militär politisieren, um rechtliche Beschränkungen der Macht des Präsidenten zu beseitigen. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen