Wegen Friedensgipfel
Bürgenstock musste 2000 Gäste vor die Tür stellen

Bürgenstock-Direktor Chris Franzen hat eine strenge Woche hinter sich. Er musste sein Hotel für den Friedensgipfel herrichten – in weniger als zwei Tagen. Eine der Aufgaben: Die Nobel-Bleibe musste 1200 Buchungen stornieren – etwa die eines Hochzeitspaars.
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Am Wochenende fand der Friedensgipfel zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock statt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Friedensgipfel auf Bürgenstock: Hotelier hatte nur 48 Stunden zur Vorbereitung
  • 1200 Buchungen storniert, über 2000 Gäste umquartiert, darunter Hochzeitsgesellschaft
  • Anwohner klagen über Lärm, befürchten mehr Events nach angeblichem «Probelauf»
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Der Friedensgipfel war für das Luxusresort auf dem Bürgenstock ein Hoselupf: Weniger als 48 Stunden hatte Bürgenstock-Direktor Chris Franzen (55) Zeit, um sein Hotel für die Delegationen der USA und des Irans und für das Treffen bereitzumachen. Entsprechend gefordert war der erfahrene Hotelier: Er habe sehr wenig geschlafen, «seit einer Woche nicht mehr als zwei bis drei Stunden pro Nacht», sagte er in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung».

Erst am vorletzten Dienstag wusste Franzen sicher, dass der Gipfel auf dem Bürgenstock stattfindet. Anschliessend musste er sich mit seinem Team um «tausend Details» kümmern. Eine der weniger schönen Aufgaben: Das Luxushotel war gezwungen, Gäste vor die Tür zu stellen. «Wir mussten total 1200 Buchungen stornieren, das sind über 2000 Personen», sagte Franzen im Interview. Betroffen war unter anderem auch eine Hochzeitsgesellschaft.

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Ausquartierung machte Gäste hässig

Die ausquartierten Gäste wurden in anderen 5-Sterne-Häusern untergebracht – über die ganze Schweiz verteilt. Denn sie durften ihr Wunschhotel angeben. Viele Luxushotels halfen gerne aus – etwa das Kempinski Palace in Engelberg OW. «Es ist für uns selbstverständlich, dass wir jede verfügbare Kapazität anbieten, um den Bedarf in der Region zu decken», sagte eine Sprecherin gegenüber Blick.

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Auch der Schweizerhof stellte ein Dutzend Zimmer für die Bürgenstock-Gäste zur Verfügung. Vielen sei nicht klar gewesen, weshalb sie ausquartiert werden, so Hoteldirektor Roman Omlin. Entsprechend hätten sie nicht erfreut reagiert, sagt er zu CH Media. Für die Luxushotels war es aber ein gutes Geschäft. «Die Kosten dafür übernehmen wir vollends», so Franzen im Interview mit der «Luzerner Zeitung».

Anwohnerin: «Machen uns Sorgen für die Zukunft»

Nicht gerade hässig, dafür aber verunsichert waren die Anwohner des Bürgenstocks. Die Polizei und das Militär richteten in Obbürglen NW einen Checkpoint ein. Im Vorfeld und während des Gipfels kam niemand ohne Badge an der Obbürger Schule vorbei in Richtung Bürgenstock. 

Das grosse Problem für die Anwohner: «Der Lärm in der Nacht», sagte eine junge Mutter letzte Woche zu Blick. «Das Baby ist schon gar nicht erst eingeschlafen.» Zu laut sei das Hauptquartier von Polizei und Militär. Eine andere Anwohnerin des Checkpoints erlebte Ähnliches: «Wir können nicht schlafen, jetzt schon die zweite Nacht. Wir sind sehr tolerant, aber wir machen uns Sorgen für die Zukunft.»

Im Dorf erzähle man sich nämlich, dass die Verhandlungen ein Probelauf seien und künftige hochklassige Veranstaltungen vermehrt hier stattfinden sollen. Vielleicht kann Hoteldirektor Franzen die Anwohner beruhigen. Er hat sie persönlich über den Gipfel informiert. «Zu ihnen habe ich inzwischen einen guten Draht, zumal sie Übung haben seit dem Ukraine-Gipfel», sagte er im Interview.

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