Darum gehts
- USA und Iran treffen sich am Freitag auf dem Bürgenstock für Friedensgespräche
- Betroffene Hotelgäste mussten ihre Zimmer räumen und wurden umquartiert
- 12 Zimmer im «Schweizerhof» in Luzern für Bürgenstock-Gäste bereitgestellt
Am Freitag steht das Luxusresort auf dem Bürgenstock im Fokus der Weltöffentlichkeit. Delegationen der USA und des Irans treffen sich im Kanton Nidwalden hoch über dem Vierwaldstättersee, um einen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Derzeit liegt erst ein Entwurf der 14-Punkte-Absichtserklärung vor. Die Eckpunkte des historischen Deals sind aber klar: Teheran darf sofort Öl verkaufen, wird Sanktionen los und profitiert von einem 300-Milliarden-Dollar-Fonds – die USA unter anderem von einer freien Passage der Strasse von Hormus.
Das Treffen ist gut fürs Image der Schweiz. Und beste Werbung fürs Bürgenstock-Resort, das schon Austragungsort der Ukraine-Konferenz war. Aber der Horror für alle Gäste der Nobel-Bleibe. Sie müssen nämlich sofort ihre Zimmer räumen, die Ferien abbrechen oder die Hochzeitsreise umplanen. Unter anderem für den US-Vize J.D. Vance (41), der mit einer grossen Entourage anreist. Das ganze Hotel wird für den Friedensgipfel benötigt. Gäste, die im Bademantel durch die Lobby spazieren? Undenkbar bei den strengen Sicherheitsauflagen!
Zwölf Zimmer im «Schweizerhof»
Die Direktion des Bürgenstocks hat die betroffenen Gäste informiert – und umquartiert. Ein Teil von ihnen kommt im Schweizerhof in Luzern unter, wie CH Media berichtet. Ein Dutzend Zimmer stellt das 5-Sterne-Haus am Vierwaldstättersee für Bürgenstock-Gäste zur Verfügung. Sie haben heute Mittwochnachmittag ihre Zimmer und Suiten bezogen.
Vielen sei nicht klar gewesen, weshalb sie ausquartiert werden, so Hoteldirektor Roman Omlin. Entsprechend hätten sie nicht erfreut reagiert, sagt er zu CH Media. Mittlerweile würden sie die Massnahme aber verstehen. Der Schweizerhof ist derzeit fast ausgebucht. «Ich rechne damit, dass in der Region alle Fünf-Sterne-Hotels von Luzern über Vitznau LU bis nach Engelberg OW gebraucht werden, um die Bürgenstock-Gäste aufzunehmen», sagt er.
Kempinski in Engelberg hilft aus
Blick fragt bei den besten Häusern der Zentralschweiz nach. «Wir können bestätigen, dass wir im Zusammenhang mit dem Friedensgipfel auf dem Bürgenstock zusätzliche Buchungen verzeichnen», sagt eine Sprecherin des Kempinski Palace in Engelberg. «Es ist für uns selbstverständlich, dass wir jede verfügbare Kapazität anbieten, um den Bedarf in der Region zu decken.» Aus welchen Ländern die Gäste stammen und wie viele Zimmer das 5-Sterne-Hotel im Klosterdorf den Bürgenstock-Gästen zur Verfügung steht, behält sie «aus Gründen der Diskretion» für sich.
Man helfe sich gerne gegenseitig aus. «Für uns ist es ein partnerschaftliches Anliegen, in einer solchen Situation unkompliziert auszuhelfen», sagt sie. In der Hotellerie sei es üblich, eng mit Hotels der gleichen oder ähnlichen Kategorie zusammenzuarbeiten, um Gäste oder Gruppen bei kurzfristigen Kapazitätsengpässen flexibel unterzubringen. «So stellen wir gemeinsam sicher, den Gästen nahtlos ein erstklassiges Hotelprodukt und den gewohnten Service zu bieten», sagt die Kempinski-Sprecherin. Und betont: «Wir sind stolz darauf, dass die Zentralschweiz und das Bürgenstock-Resort Gastgeber für einen so wichtigen Anlass sind.»
Weitere Gäste des Bürgenstocks dürften im Hotel National in Luzern, im Parkhotel Vitznau und im Mandarin Oriental in Luzern untergekommen sein. Sie alle haben 5 Sterne. Anfragen von Blick haben die Luxushotels aber nicht beantwortet.