Darum gehts
- 2026 fühlen sich 33 Prozent der Schweizer unsicher bei Auslandreisen
- Nur 3 Prozent reisten zwischen Februar und März nach Nordamerika, im Vorjahr waren es 7 Prozent
- Auslandreisen sanken um 8 Prozent, Europa bleibt bevorzugtes Ziel
Die Weltlage scheint derzeit so instabil wie schon lange nicht mehr – vor allem wegen des Iran-Kriegs. Der Konflikt im Nahen Osten hat zu einer Knappheit an Kerosin, Benzin und weiteren Treibstoffen geführt. Es droht eine globale Energiekrise. Entsprechend unsicher fühlen sich Schweizerinnen und Schweizer bei ihren Reisen ins Ausland.
Die Unsicherheit ist gar fast so hoch wie in den Pandemiejahren 2020 und 2021, wie aus dem neuen Reisebarometer des Touring Club Schweiz (TCS) hervorgeht. Dieses enthält Umfragedaten von Februar bis März 2026. Dazu schreibt der TCS: «Im Vergleich zum Vorjahr beurteilen die Befragten Reisen ins Ausland als deutlich unsicherer.» So fühlt sich jede dritte Person, also 33 Prozent, bei einer Reise ins Ausland «eher unsicher». 2025 betrug dieser Wert noch 19 Prozent – ein Anstieg um satte 14 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Während Corona empfanden 38 Prozent der Befragten eine Auslandsreise als «sehr» oder «eher unsicher».
Knick bei Auslandreisen
Der Reisebarometer zeigt auch: Herr und Frau Schweizer ist besonders wichtig, dass die Sicherheit während einer Reise gewährleistet ist. Für 89 Prozent der Befragten ist dies der wichtigste Aspekt bei der Ferienplanung.
Seit 2021 hat die Zahl der Personen, die mindestens drei Tage ins Ausland reisten, laut TCS kontinuierlich zugenommen. 2025 habe sie wieder das Vor-Corona-Niveau von 2018/2019 erreicht. Jetzt bleiben einige wieder lieber zu Hause. Denn dieses Jahr sank der Wert jedoch um 8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. «Der leichte Rückgang der Auslandsreisen dürfte mit der Vielzahl gleichzeitig auftretender Konflikte zusammenhängen», schliesst der TCS daraus.
Schweizer Reisende meiden die USA
«Politische Instabilität und Kriege beeinflussen das Reiseverhalten stark», bilanziert der TCS. Die Grafik zeigt: Zwei Drittel geben an, dass dieser Faktor das Reiseverhalten am stärksten beeinflusst. Im Umkehrschluss heisst das: Fernweh zieht die Schweizer weniger in die Ferne als sonst. Europa gewinnt als bevorzugter Reisekontinent an Bedeutung. Dabei sind unsere direkten Nachbarn Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich besonders hoch im Kurs.
Aber auch andere EU-Länder bereisen Schweizerinnen lieber. Dagegen werden die USA besonders stark gemieden: Während 2025 noch 7 Prozent der Befragten angaben, im Vorjahr nach Nordamerika gereist zu sein, sind es jetzt gerade mal 3 Prozent. Das ist weniger als die Hälfte.
Die Untersuchung zeigt aber auch: Trotz Krisen, Kriegen und Konflikten ist die Reiselust der Schweizer ungebrochen. Deutlich weniger gaben dieses Jahr an, gar nie zu reisen – der Anteil sank von 19 auf 9 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten reist hingegen gleich viel oder noch häufiger als früher.