Darum gehts
- Megapark eröffnet am 23. April einen neuen Luxusbereich
- Dort herrscht ein Dresscode, Badelatschen und Fussballtrikot sind ausdrücklich nicht erwünscht
- Der neue Club soll ein anderes Publikum anlocken
Im Megapark auf Mallorca, dem grössten Tanztempel am Ballermann, läuten jeden April Tausende Feierfreudige die Party-Saison ein. Dieses Jahr findet die dreitägige Eröffnungsfeier vom 23. bis 26. April statt – mit hochkarätigen Künstlern wie der Deutschrap-Ikone Haftbefehl (40) und natürlich namhaften Partyschlager-Stars wie Mickie Krause (55). Für die kultigen Diskotheken direkt an der Strandpromenade von Palma hat sich über die Jahre ein ganz eigener informeller Dresscode etabliert: Sonnenbrille, Fussballtrikot, Badehose und Flipflops.
Jetzt schlägt der Party-Riese aber einen neuen Weg ein, wie das «Mallorca Magazin» berichtet. Mit dem «First Floor Club» eröffnen die Betreiber zum diesjährigen Saisonstart eine edle Erlebniswelt. «Der Megapark bleibt», heisst es auf dem entsprechenden Instagram-Account, «und wird gleichzeitig zu etwas Neuem».
Exklusivität, ausgewählte Musik – und strikter Dresscode
Für den neuen Bereich gibt es ein eigenes Stockwerk, das über eine Rolltreppe zugänglich ist. Dort bleibt von Fassbier, Schlager und grölenden Party-Fans nicht viel übrig. Vielmehr gibt es eine moderne Einrichtung, menschengrosse, handgefertigte Skulpturen und aufwendige Beleuchtung. Wie die Zeitung schreibt, soll sich auch das Publikum unterscheiden: Im neuen Club herrscht ein strikter Dresscode. Die Megapark-Uniform – Fussballtrikots und Badelatschen – ist unerwünscht.
Die Neuerung an der legendären Partymeile passt zur Tourismusstrategie der mallorquinischen Behörden: Die Insel will weg vom klischeehaften Sauf-Tourismus und hin zu mehr Exklusivität und Luxus. Auf Mallorca soll Qualität künftig wichtiger sein als Quantität. Mit dem Ziel, ein besonders zahlungskräftiges Publikum anzulocken. Das scheint bereits zu fruchten: Mallorca-Touristen haben 2025 im Schnitt mehr Geld ausgegeben als im Vorjahr. Für dieses Jahr belaufen sich die Ausgaben auf der iberischen Hauptinsel laut Schätzungen auf insgesamt 24,7 Milliarden Euro.
Ausserdem soll Mallorca immer mehr zu einer Ganzjahresdestination werden. Heisst: Mehr Gäste in der Nebensaison, dafür weniger im überfüllten Sommer. Denn viele Einheimische haben die Nase voll vom ausufernden Party- und Massentourismus in den warmen Monaten. Um dem wachsenden Unmut entgegenzuwirken, haben deshalb einige lokale Geschäfte und Restaurants mit einer neuen Preispolitik reagiert, wie das «Mallorca Magazin» schreibt. Dabei bieten sie Einheimischen satte Rabatte von bis zu 20 Prozent an, während Touristen den vollen Preis zahlen. Besonders in der Hauptstadt Palma de Mallorca entwickelt sich der Trend zur gängigen Praxis. Dabei erhalten Bewohner Vergünstigungen offenbar bereits durch die blosse Aussage, sie seien von der Insel. Überprüft wird das aber nicht. Auch ist das Vorgehen rechtlich umstritten: Die Gesetzgebung der EU verbietet Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit.