Darum gehts
- SAC-Hütten verzeichnen 2025 neuen Rekord: 409'000 Übernachtungen, 12,7 Prozent Zuwachs
- Lämmerenhütte im Wallis ist erneut die meistbesuchte Berghütte
- Ein Drittel der 152 SAC-Hütten ist durch Permafrostschmelze potenziell gefährdet
Die Übernachtungsbilanz des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) für das Jahr 2025 fällt rosig aus. Vergangenes Jahr verzeichneten die Berghütten des Clubs 409'000 Übernachtungen – eine satte Zunahme von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und ein neuer Rekord: «2025 geht als das erfolgreichste Hüttenjahr in die Geschichte des Schweizer Alpen-Clubs ein», lässt sich SAC-Leiter Bruno Lüthi in der Mitteilung zu den Jahreszahlen zitieren. Und dies, obwohl 7 der insgesamt 152 Hütten letztes Jahr geschlossen waren.
Zum Vergleich: Mit den 409'000 Übernachtungen toppt der SAC auch das bisherige Rekordjahr 2022 (374'923 Übernachtungen) bei weitem. Besonders stark war das Geschäft demnach im Winter. Dass die kalten Monate lange mild und schneearm waren, kam den Hüttenwarten zugute. In der Wintersaison legten die Übernachtungen gar um 25,7 Prozent zu. Im Sommergeschäft betrug die Zunahme 9,6 Prozent.
SAC-Hütten vom Klimawandel bedroht
Ob die vielen Übernachtungen mit den klimatischen Herausforderungen zusammenhängen, denen die heimeligen SAC-Berghütten derzeit ausgesetzt sind? So, wie viele Touristen noch in die italienische Lagunenstadt Venedig reisen, bevor sie untergeht? Gut möglich, denn die Zukunft der Hütten sieht – anders als die Übernachtungszahlen – alles andere als rosig aus. Eine vom SAC in Auftrag gegebene Studie kam zum Schluss, dass jede dritte Hütte wegen des auftauenden Permafrosts potenziell gefährdet ist. «Darüber kann auch die erfreuliche Entwicklung bei den Übernachtungen nicht hinwegtäuschen», heisst es dazu in der Mitteilung.
Damit die Hütten den extremeren Wetterverhältnissen standhalten können, sind teure Investitionen nötig: «Der SAC-Zentralverband rechnet bis 2040 mit jährlichen Ausgaben von 20 bis 25 Millionen Franken für Hüttenbauprojekte. Rund ein Drittel davon ist auf Anpassungen infolge des Klimawandels zurückzuführen.»
Das sind die meistbesuchten Hütten
Besonders hoch im Kurs bei Wanderern sind die Walliser Alpen. Mit 119'721 Übernachtungen zog es am meisten Berggeher in den Südkanton. Dort befindet sich auch die beliebteste SAC-Hütte des Landes: Die Lämmerenhütte 2502 Meter über Meer verzeichnete erneut am meisten Gäste. 10'053 Personen übernachteten 2025 in der Holzhütte. Im Vorjahr waren es 8017.
| Platz | Hütte | Übernachtungen |
| 1. | Lämmerenhütte VS | 10'053 |
| 2. | Britanniahütte VS | 9513 |
| 3. | Monte-Rosa-Hütte VS | 9019 |
| 4. | Lidernenhütte UR | 7409 |
| 5. | Blüemlisalphütte BE | 7303 |
| 6. | Cabane de Tracuit VS | 7261 |
| 7. | Konkordiahütte VS | 7182 |
| 8. | Camona da Maighels GR | 7157 |
| 9. | Kesch-Hütte GR | 7115 |
| 10. | Weissmieshütte VS | 7066 |
Dank ihrer Lage gleich an der Grenze zum Kanton Bern ist die Lämmerenhütte ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen Richtung Leukerbad VS, Kandersteg VS und Adelboden BE. Aber auch die warme Gastfreundschaft des langjährigen Hüttenwartpaares hat viele Gäste angelockt. 33 Jahre lang führten Christian und Barbara Wäfler die Lämmerenhütte. Im Oktober 2025 hörte das Ehepaar dann auf. Für Barbara Wäfler war die körperliche Belastung nicht mehr tragbar, ihr Ehemann widmet sich nun wieder ganz seinem angestammten Beruf als Bergführer und Skilehrer. Jetzt führt die langjährige Mitarbeiterin Annina Glauser die beliebteste SAC-Hütte der Schweiz.