Fahrt kostet 115 Franken
Neue Schilthornbahn in der Kritik – Chef rechtfertigt sich

In 22 Minuten bringt die neue Schilthornbahn 800 Personen pro Stunde auf 2790 Meter über Meer. Doch die Kritik gegen das Prestigeprojekt reisst nicht ab: Tickets zu teuer, Beiz zu klein und Natur zerstört. Jetzt rechtfertigt sich Direktor Christoph Egger.
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Die neue Bahn aufs Schilthorn hat 114 Millionen Franken gekostet.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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  • Neue Schilthornbahn eröffnet, Bauzeit vier Jahre, Kosten 114 Millionen Franken
  • Fahrzeit jetzt 22 Minuten, Ticketpreis 115 Franken pro Person
  • 800 Personen pro Stunde, Drehrestaurant bietet nur 400 Sitzplätze
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Nach vier Jahren Bauzeit ist die neue Bahn aufs Schilthorn fertig. 114 Millionen Franken hat das Grossprojekt gekostet – deutlich mehr als die ursprünglich angedachten 45 Millionen Franken. Die Bahn führt von 780 Metern über Meer bis auf 2790 Meter hoch. Mit bis zu 43 Stundenkilometern ist die neue Gondel unterwegs. Das führt dazu, dass pro Stunde neu 800 Personen auf den Berg transportiert werden können. Die Fahrt dauert noch 22 Minuten, 10 weniger als bisher. Am Donnerstag eröffnet Bundesrat Albert Rösti (58) den letzten Teil der Bahn – vier Monate früher als geplant.

Die Kritik am Prestige-Projekt im Berner Oberland ebbt aber nicht ab. Dabei geht es vor allem auch um die Preise. Denn günstig ist die neue Bahn nicht: 115 Franken pro Person kostet das Ticket aufs Schilthorn. Damit ist die Bahn hinter dem Jungfraujoch und dem Matterhorn Glacier Paradise das drittteuerste Bergerlebnis im Alpenraum. Direktor Christoph Egger rechtfertigt den happigen Preis gegenüber der «Berner Zeitung» mit dem Gesamtpaket aus 360-Grad-Aussicht, Infrastruktur und Attraktionen.

Beiz zu klein, Natur zerstört

Ebenfalls für Diskussionen sorgt das Gastro-Angebot auf dem Berg. Das Drehrestaurant hat nur Platz für 400 Gäste – die neue Gondel bringt aber die doppelte Anzahl an Besuchern pro Stunde auf den Berg. «Es ist klar, dass die Gastronomie kurzzeitig unser neuer Engpass sein wird», sagt Egger zur «Berner Zeitung». Er möchte deshalb schon bald in ein weiteres Restaurant investieren.

Für die neue Bahn waren massive Eingriffe in die hochalpine Natur nötig. Etwa für den Bau der 55 Meter hohen Stützen und die in den Fels gesprengten Fundamente. Dies rechtfertigt Egger damit, dass der Tourismus die Existenzgrundlage im Berner Oberland sei. «Spuren werden immer hinterlassen, sind für die lokale Bevölkerung aber lebensnotwendig», sagt er.

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