Darum gehts
- Stellenanzeigen für Anfänger-Jobs 2025: 32 Prozent unter Vor-KI-Durchschnitt
- Pflegefachkräfte achtmal schwieriger zu finden als 2023
- 41 Prozent der unter 25-Jährigen sorgen sich um KI-Ersatz
Junge Menschen in der Schweiz haben es zurzeit schwer: Im letzten Jahr gab es ein Drittel weniger Stellenausschreibungen für den Berufseinstieg im Vergleich zu 2019 bis 2022. Das geht aus einer neuen Auswertung des Online-Stellenportals jobs.ch hervor, das 7,3 Millionen Stelleninserate auf seiner Plattform analysiert hat. Der Hauptgrund: künstliche Intelligenz (KI).
Für Berufseinsteiger, die in «KI-exponierten» Jobs wie Administration, Banking, Marketing oder IT arbeiten wollen, ist die Lehrstellensuche demnach besonders herausfordernd. Dort haben die Neuanstellungen von Nachwuchskräften seit dem KI-Boom am meisten abgenommen.
Gewisse Fachkräfte sind weiterhin rar – aber nicht alle
Weniger Sorgen müssen sich Junge machen, die im Dienstleistungssektor, in handwerklichen Berufen oder im Gesundheitswesen eine Lehrstelle wollen. Diese Branchen sind robuster gegenüber den grossen Veränderungen wegen KI. Gerade in Berufsfeldern wie der Gastronomie, der Pflege oder dem Gartenbau herrscht laut der Studie weiterhin ein Mangel an Fachkräften. Augenfällig ist der Fachkräftemangel insbesondere im Gesundheitswesen. Heute ist es etwa für Spitäler achtmal schwieriger, eine Pflegefachkraft zu finden, als noch vor drei Jahren, schreibt das Online-Portal.
Diese Entwicklung führe zu einem Paradoxon, schlussfolgert die Erhebung. «Gerade jene Bereiche, auf die viele junge Menschen in Ausbildung und Studium vorbereitet werden – etwa Wirtschaft, IT, Marketing oder Finanzen – sind derzeit auch jene Felder, in denen klassische Einstiegspositionen besonders stark unter Druck geraten.»
Kein Wunder, geht bei den hiesigen Jungen die Angst um. Von den Unter-25-Jährigen machen sich 41 Prozent der Befragten grosse oder sehr grosse Sorgen, künftig teilweise durch KI ersetzt zu werden. In keiner Altersgruppe ist der Anteil höher. Bei den 25- bis 34-Jährigen beläuft sich der Anteil auf 37 Prozent.
Für dieses Phänomen gibt es sogar einen neuen Begriff: AI Fobo. AI steht dabei für «Artificial Intelligence», Fobo für «Fear of Becoming Obsolete» (Deutsch: die Angst, obsolet zu werden). «Nicht primär die Angst vor Technologie selbst steht im Vordergrund, sondern die Sorge, beruflich an Relevanz zu verlieren oder keinen stabilen Einstieg mehr in den Arbeitsmarkt zu finden», heisst es dazu in der Studie.