Darum gehts
- Über 50 Führungskräfte aus der Wirtschaft fordern: Schweiz soll weltweit führend, innovativ und lebenswert bleiben
- Gemeinsam lancieren sie «Vision Schweiz 2035» am Swiss Economic Forum (SEF)
- Sulzer-Chefin Suzanne Thoma warnt vor Selbstgefälligkeit
In der Schweiz lebt es sich gut. Das ist wunderbar, aber nicht selbstverständlich. Die Zeiten sind unsicher: International gilt wieder das Recht des Stärkeren – etwa, wenn US-Präsident Donald Trump der Schweiz schon wieder mit Strafzöllen droht. Und im eigenen Land stocken wichtige Reformen.
Das hat Folgen. Etwa bei den Löhnen: Dort liegt die Schweiz im OECD-Vergleich zwar auf Rang 3. Beim Lohnwachstum in den letzten zehn Jahren aber nur auf Rang 25. Oder bei der Bildung: Zwar schneiden Schweizer Schülerinnen und Schüler in der Pisa-Studie regelmässig gut ab. In der aktuellen Erhebung ist aber von einem langfristigen Abwärtstrend die Rede.
Erst bemerkt, wenns zu spät ist
Mehr als 50 Führungskräfte aus der Schweizer Wirtschaft warnen vor einem schleichenden Abdriften, das erst bemerkt werde, wenns schon zu spät ist. Deshalb lancieren sie am heutigen Donnerstag die Initiative «Vision Schweiz 2035». Dafür haben sie sich eine prominente Plattform ausgesucht: das Swiss Economic Forum (SEF), ein alljährliches Stelldichein der Schweizer Wirtschaft, das bis Freitag in Interlaken BE stattfindet.
Gustav Baldinger (54), CEO des Beratungsunternehmens PWC Schweiz, hat für «Vision Schweiz 2035» eine illustre Runde zusammengetrommelt. Mit an Bord sind unter anderem UBS-Chef Sergio Ermotti (66), Roche-Präsident Severin Schwan (58) und David Allemann (56), Co-Geschäftsführer der Laufschuhfirma On. Auch Blick-Herausgeberin Ringier ist als Medienpartnerin an Bord der Initiative.
«Was uns stark macht, ist nicht einfach da»
Das Ziel der Wirtschaftselite ist so klar wie herausfordernd: Die Schweiz soll das erfolgreichste, innovativste und lebenswerteste Land der Welt bleiben.
«Die Schweiz muss wieder attraktiver werden für Ingenieure, Forscherinnen, Tüftler, die nicht nur etwas erfinden, sondern in der Schweiz erfolgreich sein und Arbeitsplätze schaffen wollen», fordert Sulzer-Chefin Suzanne Thoma (64) und wehrt sich gegen Selbstgefälligkeit: «Was uns stark macht, ist nicht einfach da. Es muss jeden Tag aufs Neue erreicht werden.»
Am Swiss Economic Forum (SEF) trifft sich Jahr für Jahr das Who’s who der Schweizer Wirtschaft. Dieses Mal geht es in Interlaken BE um tiefgreifende Umbrüche für die Schweizer Wirtschaft und die Frage «Ist sie unzerbrechlich?» (Spoiler: Sie ist es nicht). Ans Rednerpult treten bekannte Persönlichkeiten wie Bundespräsident Guy Parmelin (66), Starökonomin Carmen Reinhart (70) und Nestlé-Chef Philipp Navratil (50).
Am Swiss Economic Forum (SEF) trifft sich Jahr für Jahr das Who’s who der Schweizer Wirtschaft. Dieses Mal geht es in Interlaken BE um tiefgreifende Umbrüche für die Schweizer Wirtschaft und die Frage «Ist sie unzerbrechlich?» (Spoiler: Sie ist es nicht). Ans Rednerpult treten bekannte Persönlichkeiten wie Bundespräsident Guy Parmelin (66), Starökonomin Carmen Reinhart (70) und Nestlé-Chef Philipp Navratil (50).
In der zweiten Jahreshälfte wirds konkret
Die Initianten wissen, wie das Land zum Magnet für Fachkräfte, Gründerinnen und Investoren werden soll: Die Schweiz soll im Jahr 2035 digital führend und der Staat so schlank wie die besten Unternehmen sein. Zudem brauche es passende Rahmenbedingungen: einen flexiblen Arbeitsmarkt, eine ausgebaute Infrastruktur, internationale Partnerschaften und ein Bildungswesen mit Weltruf.
Wie geht es weiter mit der Initiative? In der zweiten Jahreshälfte werden konkrete Schritte und Ziele erarbeitet – im Austausch mit Expertinnen und Experten und unter Einbezug der breiten Öffentlichkeit.