Darum gehts
- «Bilanz»-Liste «100 unter 40»: Jungunternehmerinnen schaffen es unter die Reichsten
- Nur sieben von 56 Plätzen für Frauen, Männer dominieren wirtschaftliches Vermögen
- Auch reichster Vertreter auf der Liste ist ein Mann: Hany Rashwan hat ein Vermögen von 500 bis 600 Millionen Franken
Jung, weiblich und sehr erfolgreich: Mehrere Jungunternehmerinnen haben es auf die exklusive «Bilanz»-Liste «100 unter 40» geschafft. Diese führt die vermögendsten Menschen mit Schweizer Pass oder Wohnort aus, die noch nicht 40 Jahre alt sind. Mit 56 Plätzen ist die Kategorie der Unternehmerinnen und Unternehmer die grösste. Die beiden anderen Kategorien bilden die Stars aus Sport und Entertainment sowie die Erbinnen und Erben.
Auffällig: Die Liste der jungen Firmenlenker ist sehr männerlastig. Nur sieben der 56 Plätze belegen Frauen. Und auch der Vertreter mit dem grössten Vermögen ist ein Mann: Hany Rashwan (36). Sein geschätztes Vermögen: 500 bis 600 Millionen Franken. Der gebürtige Ägypter, der im Stadtzürcher Niederdorf lebt, ist Mitgründer des in Zürich und New York angesiedelten Krypto-Start-ups 21Shares.
Sie haben erfolgreich Unternehmen aufgebaut, kassieren mit ihrem Talent Millionengagen oder hatten einfach das Glück, reich geboren zu werden. Sie schwimmen im Geld – und das alles, bevor sie das 40. Lebensjahr erreicht haben. Wer zählt zu den 100 Reichsten unter 40 Jahren in der Schweiz? Du kannst alle 100 aufgeführten Personen in einer Kurzbiografie kennenlernen. Hier geht es zur «Bilanz»-Liste.
Sie haben erfolgreich Unternehmen aufgebaut, kassieren mit ihrem Talent Millionengagen oder hatten einfach das Glück, reich geboren zu werden. Sie schwimmen im Geld – und das alles, bevor sie das 40. Lebensjahr erreicht haben. Wer zählt zu den 100 Reichsten unter 40 Jahren in der Schweiz? Du kannst alle 100 aufgeführten Personen in einer Kurzbiografie kennenlernen. Hier geht es zur «Bilanz»-Liste.
Die sieben Unternehmensgründerinnen halten die Fahne der Frauen hoch – und sorgen für eine etwas geschlechterdurchmischtere Schweizer Wirtschaft. Blick stellt sie kurz vor:
Alexandra Lüönd (39) – Schweizer «Schönheitskönigin»
Dank eines Vermögens von 20 bis 50 Millionen Franken verteidigt Alexandra Lüönd (39) ihren Titel als reichste Jungunternehmerin der Schweiz. Die HSG-Absolventin und ihr Bruder Patrick (37) gründeten 2017 die Firma Beauty2Go – mit dem Startkapital von 2000 Franken. Über die Jahre bauten die Geschwister ihr Unternehmen zu einem schweizweiten Schönheitskliniken-Imperium mit acht Filialen aus.
Und Beauty2Go soll weiter wachsen. Im September 2026 soll ein neues Operationszentrum für den Ausbau der plastischen Chirurgie eröffnen. Lüönd ist selbst eine ihrer besten Kundinnen, wie sie im letzten Sommer gegenüber Blick verriet: «Seit ich 25 bin, lasse ich mir regelmässig präventiv Botox spritzen.» Ihr Gesicht koste pro Jahr über 16'000 Franken.
Olga Dubey (35) – Kämpferin gegen Schimmel
2018 gründete die gebürtige Russin Olga Dubey (35) zusammen mit ihrem Mann Jean-Pascal Aribot das Start-up AgroSustain in Renens VD. Ihr Vermögen liegt zwischen 10 und 20 Millionen Franken. Die studierte Pflanzenpathologin entwickelt eine Entdeckung weiter, die sie kurz vor Abschluss ihrer Dissertation gemacht hatte: eine Art natürliche und essbare Schutzschicht gegen Schimmel auf Obst und Gemüse.
Die Firma arbeitet direkt mit Bauern in Südamerika zusammen. Bereits ein Jahr nach der Gründung von AgroSustain schaffte es Dubey auch auf die begehrte «30 unter 30»-Liste des US-Magazins «Forbes». Über 10 Millionen Dollar hat das Westschweizer Unternehmen bisher eingesammelt. Seit 2024 sind die essbaren Schutzschichten in der Schweiz und in der EU im Einsatz.
Léa Miggiano (31) – Autobranche-Aufmischerin
Mit dem Start-up Carvolution mischen Léa Miggiano (31) und ihre Mitgründer die Schweizer Autobranche auf. Die Geschäftsidee hinter dem 2018 gegründeten Unternehmen: ein Auto-Abo als Alternative zu Leasing oder Kauf. Carvolution sammelte vor zwei Jahren 200 Millionen Franken für weiteres Wachstum ein und schreibt mittlerweile Gewinne.
Zusätzlich zum Marketing führt Miggiano nun auch das Verkaufs- und das Kundenbetreuungsteam. Dabei ist sie gar kein Autofan. Dennoch will sich die HSG-Absolventin, die ein Vermögen von 10 bis 20 Millionen Franken aufweist, in dieser Männerdomäne durchsetzen – auch, um anderen Frauen ein Vorbild zu sein. «Viele Gründerinnen sind verunsichert – allein, weil sie Frauen sind. Das erschreckt mich. Ich will andere Frauen ermutigen, ihren Platz in der Wirtschaft aktiv einzunehmen», sagte sie Blick zum Weltfrauentag 2025.
Samantha Anderson (38) – Gipfelstürmerin bei Walliser Start-up
Depoly ist eines der am meisten gefeierten Jungunternehmen der Schweiz. 2024 feierte es die Auszeichnung als Start-up des Jahres – und strebt mittelfristig einen Börsengang an. Die treibende Kraft hinter dem Cleantech-Unternehmen aus Sitten VS: Samantha Anderson (37), CEO und Mitgründerin von Depoly. Die gebürtige Kanadierin kommt auf ein Vermögen von 5 bis 10 Millionen Franken.
Das 2019 gegründete Start-up hat ein Verfahren entwickelt, das PET und Polyester in die ursprünglichen Einzelteile zerlegt. Der Prozess kann den Kunststoff effizienter recyceln. Die begeisterte Hobbykletterin Anderson erklomm mit Depoly im letzten Jahr neue Gipfel. Im Sommer 2025 nahm eine Testanlage mit einer Kapazität von 500 Tonnen pro Jahr in Monthey VS den Betrieb auf – dank einer Startfinanzierung von 23 Millionen Dollar.
Stefanie Flückiger-Mangual (38) – Vorreiterin bei Krebstherapien
Seit ihren Studienjahren an der Uni Freiburg und der ETH Zürich hat Stefanie Flückiger-Mangual (38) ein grosses Ziel: Krebstherapien zu verbessern. «Ich mag die Wissenschaft, und ich mag es, damit Leuten zu helfen», sagte die Schweizerin mit kanadischen Wurzeln 2022 zu Blick, als sie von der Jury des Female Innovation Forums in Zürich zur «Innovator of the Year» gekürt wurde.
Aus ihrer Forschung entstand 2017 das Basler Biotech-Unternehmen Tolremo. Dieses entwickelt Wirkstoffe zur Verhinderung von Resistenzbildungen bei Krebsbehandlungen. 2023 startete die erste klinische Studie. Die «Bilanz» schätzt das Vermögen von Flückiger-Mangual auf 5 bis 10 Millionen Franken.
Marina Rafail-Vogiatzakis (28) – Handtaschen-Designerin aus Swarovski-Clan
Als Angehörige des Swarovski-Clans ist die berufliche Laufbahn von Marina Rafail-Vogiatzakis (28) praktisch vorbestimmt. Die Kristalldynastie hat der gebürtigen Griechin ein Vermögen von 5 bis 10 Millionen Franken in die Wiege gelegt. 2018 lancierte sie das Handtaschenlabel Marina Raphael – während ihres Studiums am renommierten King's College in London.
Mit ihrem Label ist Rafail-Vogiatzakis ziemlich erfolgreich: Luxuskaufhäuser wie Harrods verkaufen ihre in Italien hergestellten Taschen bereits. Internationale Superstars wie Jennifer Lopez (56) und Paris Hilton (45) tragen Marina-Raphael-Taschen. Seit 2024 designt die umtriebige Unternehmerin auch Handtaschen für das libanesische Label Elie Saab.
Diana Diaz Castro (31) – Bankerin mit Nachhaltigkeitsansatz
In einfachen Verhältnissen in Kolumbien aufgewachsen, hat sich Diana Diaz Castro (31) zur erfolgreichen Unternehmerin hochgearbeitet. Sie studierte in den USA, Norwegen und Grossbritannien, arbeitete danach in der Londoner Finanzbranche. Dann der Schnitt: «Damals beschloss ich, dass ich mit meiner Arbeit etwas Positives bewirken will», so Diaz Castro zur «Bilanz».
Sie beschloss, Finanzen mit Nachhaltigkeit zu verbinden. In diesem Bereich leitete sie eine Agentur der Vereinten Nationen, was ihr 2024 einen Platz in der «30 unter 30»-Liste für Europa des Magazins «Forbes» einbrachte. 2025 gründete sie die Artamis Group, die internationale Organisationen und grosse Anleger in Nachhaltigkeitsthemen berät. «Mein grösster Wunsch ist es, für andere etwas zu bewirken und Mädchen sowie Jungen aus ähnlichen Verhältnissen zu zeigen, dass auch sie ihre Grenzen überwinden und ihre Träume verwirklichen können», sagte Diaz Castro einst zu «Forbes».