Darum gehts
- Swiss Flug LX16 aus Zürich musste am 27. Juli in Bangor notlanden
- Bei beschädigten Powerbanks kann es zu einer gefährlicher Kettenreaktion kommen
- FAA meldet weltweit zwei Vorfälle mit Lithium-Batterien pro Woche
Das hatten sie sich anders vorgestellt. Statt in New York landeten die Passagiere des Swiss-Flugs LX16 von Zürich nach New York am Montagabend in Bangor. Nachdem das Kabinenpersonal im Flugzeug Rauch bemerkt hatte, veranlassten die Piloten die unverzügliche Landung im Bundesstaat Maine. Verletzt wurde niemand.
Kurz darauf war die Ursache der Rauchentwicklung gefunden: «Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass ein Ladecase für Kopfhörer in einen Sitz gerutscht und dort eingeklemmt worden ist», teilte die Swiss am Donnerstag mit. Und weiter: «Dadurch ist das Gerät beschädigt worden, es kam zu Hitze, und daraus entstand Rauch.» Was in diesem Fall glimpflich ausgegangen ist, stellt die Luftfahrtbranche vor zunehmende Probleme.
Grosse Herausforderung für Airlines
Denn der Vorfall ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es in Passagierfliegern wegen Powerbanks oder der Akkus anderer elektronischer Geräte wie Laptops oder Smartphones zu brenzligen Situationen. In den Geräten stecken Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus. Werden diese beschädigt, kann es zu einem sogenannten «Thermal Runaway» kommen, einer gefährlichen Kettenreaktion, an deren Ende die Geräte entflammen können. Weil die Fluggäste immer mehr solcher Geräte an Bord bringen, schätzt der Welt-Luftfahrtverband IATA das Problem als «eines der am schnellsten wachsenden Sicherheitsrisiken in der Luftfahrtbranche» ein.
Allein im amerikanischen Luftraum kommt es zu zwei schweren Vorfällen pro Woche, wie die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA berichtet. Bis jetzt kam es in der internationalen Luftfahrt glücklicherweise zu keinem Absturz aufgrund eines entzündeten Akkus. Doch dass die Gefahr nicht unterschätzt werden sollte, zeigt ein Vorfall im Januar 2025.
In einem Passagierflugzeug der südkoreanischen Billig-Fluggesellschaft Air Busan mit 176 Passagieren an Bord brach wegen einer defekten Powerbank noch vor dem Start ein Feuer aus. Die Passagiere konnten rechtzeitig über die Notrutschen evakuiert werden, bevor das Flugzeug ausbrannte.
Swiss verschärft die Regeln
Auch die Swiss hat die von den Geräten ausgehende Gefahr erkannt. Bereits im Januar hat sie ihre Regeln verschärft. Der Gebrauch und das Aufladen von Powerbanks an Bord ist seither verboten. Ausserdem erlaubt die Fluggesellschaft den Passagieren seither, nur noch zwei Powerbanks pro Person an Bord zu nehmen. Und auch wie sie versorgt werden sollen, folgt strengen Regeln: «Sie müssen entweder am Körper, in der Sitztasche oder im Handgepäck unter dem Sitz verstaut sein», schreibt die Swiss. Zudem ist es verboten, «Powerbanks im eingecheckten Gepäck mitzuführen oder im oberen Handgepäckfach zu verstauen.»