Bei Konkurrent Condor rebelliert die Crew
Swiss fliegt bald wieder nach Dubai – trotz «angespannter Lage»

Noch immer tobt der Iran-Krieg, dennoch nimmt die Swiss Ende Oktober wieder Flüge nach Dubai auf. Das Risiko belastet das Flugpersonal der deutschen Airline Condor. Dieses streitet sich mit der Führungsriege. Bibbern auch die Piloten und das Kabinenpersonal der Swiss?
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Ab dem 27. Oktober fliegt die Swiss mit einer Airbus-Maschine A340-300 wieder täglich von Zürich nach Dubai.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss fliegt ab 27. Oktober wieder täglich von Zürich nach Dubai
  • Crew-Sicherheitsbedenken bei Condor, Swiss betont verbindliche Einsatzpläne und individuelle Klärung
  • EDA: Sicherheitslage in den Emiraten bleibt angespannt, Verschlechterung jederzeit möglich
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Der Iran-Krieg will kein Ende nehmen. Zuletzt hat der Konflikt am Persischen Golf wieder an Intensität zugenommen. Die Iraner attackieren Kriegsschiffe und beschiessen US-Basen. Die Amerikaner antworten mit Angriffen auf Tanker. Dennoch fliegen die Airlines der Lufthansa-Gruppe ab Ende Oktober wieder nach Dubai – auch die Swiss.

Die Schweizer Fluggesellschaft nimmt die Wirtschaftsmetropole der Vereinigten Arabischen Emirate ab dem 27. Oktober wieder in ihren regulären Flugplan auf, wie die Swiss kürzlich verkündete. Täglich verbindet dann ein Airbus A340-300 den Swiss-Hub Zürich mit Dubai – exakt acht Monate nach dem letzten Flug. Am 28. Februar griffen die USA zusammen mit Israel den Iran an, die Swiss strich damals alle Flüge nach Tel Aviv und nach Dubai. 

Condor-Crew streitet sich mit Management

Neben den Lufthansa-Airlines steuert auch der deutsche Konkurrent Condor die Grossstadt am Arabischen Golf ab Ende Oktober wieder an – offenbar zum Ärger der Crew. Laut deutschen Medienberichten streitet sich die Personalvertretung von Condor mit dem Management der Fluggesellschaft. Demnach sollen sich Crew-Mitglieder wegen Sicherheitsbedenken mehrfach geweigert haben, Flüge in den Nahen Osten anzutreten. «Es gibt Bedenken aus den Crews. Nicht alle fühlen sich wohl dabei, in der derzeitigen Situation an den Golf zu fliegen», sagte Tim Beyermann von der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (Ufo) gegenüber der «Welt».

Bibbern auch die Pilotinnen und Flugbegleiter der Swiss vor den baldigen Flügen nach Dubai? «Wir verfolgen die aktuelle Situation im Nahen Osten und die geplante Wiederaufnahme der Dubai-Flüge aufmerksam», teilt Kapers, die Gewerkschaft des Kabinenpersonals, auf Anfrage von Blick mit. Und weiter: «Aktuell erreichen uns keine gehäuften Rückmeldungen des Kabinenpersonals im Zusammenhang mit der geplanten Wiederaufnahme dieser Flüge.»

Swiss: «Nehmen Bedenken der Mitarbeitenden ernst»

Auch bei der Swiss heisst es auf Anfrage, man habe «keine Anzeichen», dass es bei Crew-Mitgliedern Bedenken wegen der Dubai-Flüge gibt. Die Einsatzpläne sind im Grundsatz verbindlich. Aber: «Sollten bei einzelnen Crewmitgliedern konkrete Fragen oder Unsicherheiten auftreten, nehmen sich die zuständigen Teamleiter Zeit, diese im persönlichen Gespräch zu klären», führt ein Swiss-Sprecher aus. 

Im Gesamtarbeitsvertrag ist eine sogenannte Flugrücktrittsklausel. Heisst: Die Pilotinnen und Piloten sowie das Kabinenpersonal haben das Recht, wegen individueller Bedenken einen Flug nicht anzutreten. In solchen Einzelfällen prüfe man, inwiefern eine Anpassung des Einsatzplans möglich ist, heisst es vonseiten der Swiss. «Selbstverständlich nehmen wir mögliche Bedenken unserer Mitarbeitenden ernst.»

Bei Kapers schaut man der Swiss genau auf die Finger. «Für uns als Gewerkschaft ist entscheidend, dass diese vertraglich vereinbarte Regelung jederzeit und anstandslos angewendet wird und Cabin-Crew-Membern, die davon Gebrauch machen, daraus keine Nachteile entstehen», so der Sprecher. Und weiter: «Darauf achten wir sehr genau.»

EDA zu Dubai – «Lage weiterhin angespannt»

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) schätzt die Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten weiterhin als angespannt ein. «Eine rasche Verschlechterung der Sicherheitslage ist jederzeit möglich», heisst es auf der EDA-Website. «Meiden Sie Orte in der Nähe von potenziellen Zielen wie zum Beispiel diplomatische, militärische und sicherheitsrelevante Infrastruktur.»

Dazu teilt die Swiss gegenüber Blick mit: «Wir führen einen Flug nur dann durch, wenn wir die Sicherheit als gewährleistet betrachten. Die Sicherheit unserer Passagiere und Crews steht für uns immer über dem Flugplan oder wirtschaftlichen Überlegungen – hier machen wir keine Ausnahmen.»

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