Darum gehts
- Swiss schenkt dem Verkehrshaus Luzern einen Airbus A340-300
- Transport und Inszenierung kosten hohen einstelligen Millionenbetrag
- Flugzeug hat aktuell 108'000 Flugstunden und wiegt rund 125 Tonnen
Wie bringt man ein 125 Tonnen schweres Flugzeug von Zürich in einen Luzerner Innenhof? Mit dieser Frage befassen sich zurzeit die Swiss und das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.
Der Grund: Die Schweizer Fluggesellschaft will dem Museum den letzten Airbus A340-300 aus der eigenen Flotte schenken. Über Jahre hat die Langstreckenmaschine die Schweiz mit dem fernen Ausland verbunden. Es sei eines der prägenden Flugzeuge und ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte, teilt das Verkehrshaus mit.
Airbus fliegt noch bis Anfang 2028
«Ein Airbus A340 im Verkehrshaus ist eine einmalige Gelegenheit», schwärmt Verkehrshaus-Direktor Martin Ettlinger (50). Die majestätische Maschine passe genau in den dafür vorgesehenen Aussenraum vor der Luft- und Raumfahrthalle. Sie wird die Convair 990 Coronado, ein ehemaliges vierstrahliges Langstreckenflugzeug der Swissair, in der Ausstellung ergänzen.
Der A340 soll aber nicht einfach im Innenhof parkiert werden. Das Verkehrshaus will den Innenraum inszenieren und so ein neues Highlight der Luft- und Raumfahrtausstellung schaffen.
Bevor es so weit ist, steht der 64 Meter lange und 61 Meter breite Koloss aber weiter im Einsatz. 108'000 Flugstunden hat die Maschine bereits hinter sich. Aktuell fliegt sie Destinationen wie Tokio, Shanghai, Johannesburg und San Francisco an.
Kosten im hohen einstelligen Millionenbereich
Anfang 2028 nimmt die Swiss den legendären Airbus aus ihrer Flotte. Anschliessend wird das Flugzeug seine letzte Reise nach Luzern antreten. «Ein Flugzeug dieser Dimension nach Luzern zu bringen, ist allerdings eine ebenso grosse wie komplexe Aufgabe», sagt Ettlinger. Um diesen «logistischen und technischen Kraftakt» zu bewältigen, seien detaillierte Machbarkeitsstudien, Spezialtransporte, bauliche Anpassungen und enge Abstimmungen mit den Behörden nötig.
Auch finanziell ist das Projekt eine Herausforderung. Zwar schenkt die Swiss dem Verkehrshaus das Flugzeug. Transport, bauliche Anpassungen und die Inszenierung des Innenraums finanziert aber das Museum. Es rechnet aktuell mit Kosten im hohen einstelligen Millionenbereich. Die Finanzierung muss bis Ende 2026 gesichert sein. Auch Christoph Franz (66), Präsident des Vereins Verkehrshaus der Schweiz und ehemaliger Swiss-CEO, engagiert sich, damit das Geld zusammenkommt.