Darum gehts
- Flughafen Altenrhein feiert 100 Jahre, Ticketverkauf bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück
- Patrouille Suisse fliegt wie geplant am Samstag
- Um die Flugshow zu sehen, muss man allerdings kein Ticket kaufen
Strahlend blauer Himmel, die Patrouille Suisse saust im Tiefflug über den Flugplatz Altenrhein hinweg. Gleichzeitig tummeln sich Zehntausende Gäste auf dem Gelände des Flughafens St. Gallen-Altenrhein.
So etwa dürfte sich das Organisationskomitee die Party zum 100-jährigen Bestehen des Flughafens am kommenden Wochenende vorgestellt haben. Auf der Flughafen-Website ist von einem «Volksfest» die Rede, das von «Perlen der Luftfahrt bis zum letzten Auftritt der legendären Patrouille Suisse in unserer Region alles bieten wird, was die Herzen höherschlagen lässt».
Insgesamt zwischen 70'000 und 100'000 Gäste erwarten die Veranstalter. So zumindest hiess es noch vor wenigen Wochen. Die Ticketverkäufe lassen aber mehr auf eine Mini-Party schliessen als auf eine Mega-Sause beim Regionalflugplatz.
Ticketverkäufe könnten weit besser sein
Seit Wochen läuft der Verkauf, allerdings brachten die Veranstalter erst 25'000 Tickets für den Event unter die Leute, wie Altenrhein-Sprecher Michael Dünser gegenüber Blick bekannt gibt.
Er macht auf Gutwetter, während am Dienstag noch dunkle Wolken über dem Regionalflughafen hängen: «Das übertrifft unsere Erwartungen.» Dünser geht davon aus, «dass – wenn es nicht regnet – insgesamt 35'000 Besucher am Wochenende nach Altenrhein kommen werden».
Kann es die Flugshow der sechs F-5 Tiger der Patrouille Suisse noch rausreissen, die am Samstagnachmittag zu einem ihrer letzten Auftritte abheben werden? Für 28 Franken können Schaulustige das Geschehen aus nächster Nähe auf dem Flughafengelände erleben, einen Dreitagespass gibt es für 52 Franken, das VIP-Paket kostet pro Tag 250 Franken.
Viele am Bodensee von Arbon TG, Goldach SG und Rorschach SG bis hinauf auf Rorschacherberg dürften sich aber den Eintritt sparen und die Flugshow von zu Hause im Garten anschauen.
Probleme bei der Organisation im Vorfeld
Nicht nur der Ticketverkauf sorgte für Turbulenzen bei den Organisatoren. Denn lange wehrten sich die Gemeinden aus dem benachbarten Österreich gegen die geplante Jubiläumsflugshow. Den Flug eines De Havilland Vampire untersagten die Vorarlberger Behörden, für die weiteren geplanten Programmpunkte der Flugshow gabs erst im Februar 2026 grünes Licht.
Auch bei den Organisatoren gabs Probleme. So wurde im Verlauf der Planung der ursprüngliche Präsident des Organisationskomitees, Daniel Sollberger, durch Roland Müller ersetzt. Der Wechsel soll mit dem Abgang Sollbergers als Flugplatzleiter zu tun gehabt haben, heisst es.
Immerhin: Taten sich die Veranstalter über Monate mit der Sponsorensuche schwer, sieht es finanziell offenbar ganz ordentlich aus. Durch die Sponsorengelder und den Ticketvorverkauf seien mittlerweile «bereits 96 Prozent des Budgets von 866'000 Franken abgedeckt», sagt Sprecher Dünser. So könne man am geplanten Programm vom Festanlass festhalten.