Air Baltic in Not
Wichtiger Swiss-Partnerin droht der Finanzkollaps

Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic kämpft mit finanziellen Turbulenzen. CEO Erno Hildén braucht dringend neues Kapital. Trotz der Krise versichert der Chef, dass Flüge und Buchungen normal weiterlaufen.
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Die Fluglinie Air Baltic steckt in finanziellen Schwierigkeiten.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Air Baltic in finanziellen Schwierigkeiten, CEO fordert Kapitalstärkung
  • Swiss nutzt Air Baltic für europäische Flüge, trotz Kritik von Grossaktionär Kühne
  • Lufthansa hält 10 Prozent, lettischer Staat 90 Prozent der Airline-Anteile
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Die lettische Fluglinie Air Baltic droht immer weiter in finanziellen Schwierigkeiten zu versinken. Die Airline, die auch für die Swiss bestimmte europäische Kurzstreckenflüge fliegt, braucht laut ihrem Chef Erno Hildén (55) eine «Stärkung der Kapitalstruktur». Das teilte der CEO in einem Beitrag auf der Online-Plattform Linkedin mit. Heisst: Die kriselnde Fluggesellschaft braucht dringend neues Geld – und eine Strategie, wie sie Schulden abbauen kann.

Gleichzeitig ist der Air-Baltic-Chef darum bemüht, seine Kunden zu beruhigen: «Unsere Flüge finden statt, Buchungen und Passagierdienste laufen ganz normal weiter», schreibt er auf Linkedin. Weiter gibt er bekannt: Die Airline hat ihre Gläubiger zu einer Versammlung am kommenden Montag einberufen. Weitere Details gibt Hildén nicht bekannt – «aufgrund börsenrechtlicher Vorgaben».

Air Baltic fliegt auch für Swiss

Die Air Baltic hat für die Lufthansa-Gruppe eine grosse Bedeutung. Seit vielen Jahren besteht zwischen den beiden Airlines ein sogenannter Wet-Lease-Vertrag. Das bedeutet: Die lettische Fluggesellschaft stellt Flugzeuge, die Crews und die Wartung zur Verfügung, um im Auftrag der Lufthansa Flüge durchzuführen – unter anderem solche der Swiss. Im September 2025 kaufte der deutsche Luftfahrt-Konzern 10 Prozent an der Air Baltic. Der lettische Staat hält die restlichen 90 Prozent. 

Aus Sicht der Swiss ist Air Baltic nach der Helvetic die wichtigste Partnerin. Das hat die Schweizer Fluggesellschaft schon in die Bredouille gebracht: Lufthansa-Grossaktionär Klaus Michael Kühne (89) beklagte sich 2023 deswegen über «Etikettenschwindel». Der Patron des Logistikdienstleisters Kühne+Nagel meinte damals, die Lufthansa-Gruppe versuche gegen die Billigfluglinien anzutreten, verwässere aber damit den eigenen Brand.

Auch die Kabinenbesatzung ist nicht glücklich

Das Wort des Milliardärs mit Wohnsitz in Schindellegi SZ hat zwar bei der Lufthansa Gruppe grosses Gewicht, der Wet-Lease-Vertrag besteht aber weiterhin. Die Reaktion der Swiss stattdessen: Sie ändert offenbar kurzerhand den Flugplan, wenn Kühne mitfliegen will. 

Nicht nur Kühne ist unglücklich über den Wet-Lease-Vertrag zwischen der Swiss und der Air Baltic. Auch der Kabinengewerkschaft ist die Zusammenarbeit ein Dorn im Auge. «Es handelt sich um klassisches Lohndumping», monierte diese bereits 2023.

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