Darum gehts
- Sommergewitter führen zu Flugausfällen und Verspätungen an europäischen Flughäfen
- Blitzgefahr stoppt Betankung, verursacht Dominoeffekte im Flugplan
- Unterbrechungen dauern etwa eine Stunde, Entschädigung meist ausgeschlossen
Kaum beginnt die Hauptreisezeit, geht es an vielen Flughäfen drunter und drüber. Verspätungen, Ausfälle und lange Wartezeiten sorgen regelmässig für Frust. Viele Passagiere machen sofort die Fluggesellschaft verantwortlich. Tatsächlich liegen die Ursachen aber häufig ausserhalb ihres Einflusses.
Gewitter legen den Flughafen lahm
Ein besonders häufiger Grund für Verspätungen sind Sommergewitter. Ziehen Gewitterzellen mit Blitzgefahr über einen Flughafen, wird das Betanken der Maschinen aus Sicherheitsgründen sofort gestoppt. Solange die Gefahr nicht vorbei ist, dürfen viele Flugzeuge weder starten noch landen.
Meist dauert eine solche Unterbrechung zwar nur rund eine Stunde. Doch sie hat weitreichende Folgen: Flugzeuge absolvieren an einem Tag mehrere Flüge. Gerät einer davon in Verzug, verschiebt sich oft der gesamte Tagesplan. Dies ist dann ein Dominoeffekt, der sich über zahlreiche Verbindungen ausbreitet.
Sicherheit geht vor Pünktlichkeit
Auch technische Probleme können zu Verzögerungen führen. Für Reisende ist das ärgerlich, für die Luftfahrt aber unverzichtbar. Wird vor dem Start ein Defekt entdeckt, bleibt das Flugzeug am Boden, bis alles überprüft und repariert ist.
Was wie unnötige Bürokratie wirkt, dient letztlich der Sicherheit. Lieber startet ein Flug verspätet als mit einem ungeklärten technischen Problem.
Hitze kann Flugzeuge ausbremsen
Extreme Temperaturen können tatsächlich Auswirkungen auf den Flugverkehr haben. Heisse Luft ist weniger dicht, wodurch Flugzeuge beim Start weniger Auftrieb erzeugen. In besonders heissen Regionen, etwa in Las Vegas oder im Nahen Osten, müssen Maschinen deshalb teilweise mit weniger Passagieren oder weniger Treibstoff starten.
In Mitteleuropa spielt dieses Problem bislang jedoch eine untergeordnete Rolle. Deutlich häufiger sorgen hier Sommergewitter mit Starkregen, Böen und Blitzschlag für Unterbrechungen im Flugbetrieb.
Gibt es Geld zurück?
Viele hoffen bei wetterbedingten Verspätungen auf eine Entschädigung. Die Chancen stehen allerdings schlecht.
Der Grund: Unwetter, Streiks der Flugsicherung oder andere Ereignisse, die als «aussergewöhnliche Umstände» gelten, liegen nicht im Einflussbereich der Airline. In solchen Fällen besteht nach den geltenden Passagierrechten meist kein Anspruch auf eine Entschädigung, auch wenn der Ärger für die Reisenden gross ist.
Bleibt also nur eines: Geduld. Denn wenn ein Gewitter den Flugplan durcheinanderbringt, ist eine Verspätung oft der Preis für maximale Sicherheit.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.