Darum gehts
- Thailand beendet 60-tägige visafreie Einreise, kehrt zu 30 Tagen zurück
- Grund: Zunahme illegaler Geschäfte durch längere Aufenthalte von Touristen
- Rückgang ausländischer Gäste um 3,3 Prozent im Jahr 2026 verzeichnet
Nach zwei Jahren ist bereits wieder Schluss: Thailand streicht die visafreie Einreise von 60 Tagen für Touristen. Künftig gelten wieder die alten Einreiseregeln, wie das thailändische Kabinett laut «Bangkok Post» beschlossen hat. Heisst: Feriengäste aus 54 Ländern dürfen das Land nur noch 30 Tage lang ohne Visum bereisen. Betroffen sind auch Touristen aus der Schweiz.
Thailand führte die 60-Tage-Visafreiheit im Sommer 2024 ein, um den Tourismus nach der Corona-Pandemie wiederzubeleben. Im Land kam die Regel aber nicht gut an. Bereits vor gut einem Jahr gab es Bemühungen, um die Dauer eines visafreien Aufenthalts wieder von 60 auf 30 Tage zu reduzieren. Der Grund: Die Behörden registrierten vermehrt Fälle, bei denen Ausländer die längere Aufenthaltsdauer für illegale Geschäfte genutzt haben. In Touri-Hotspots wie Phuket, Pattaya oder Hua Hin hätten kriminelle Aktivitäten zugenommen. Illegale Vermietungen von Apartments würden zudem der einheimischen Hotellerie schaden.
Thailand hat genug von schlechten Touristen
Wann die 30-tägige visafreie Einreise wegfällt, ist noch unklar. Die zuständigen Behörden müssen den Beschluss des Kabinetts nun umsetzen. Das Aussenministerium gab an, dass die Änderungen 15 Tage nach Veröffentlichung im thailändischen Gesetzblatt wirksam werden. Wer sich bereits im Land aufhält oder vor dem Stichtag einreist, darf jedoch bis zum Ablauf der bisherigen Aufenthaltsgenehmigung bleiben.
Thailand will generell Feriengäste härter anpacken, die sich schlecht benehmen oder kriminell sind. «Touristen, die sich unangemessen verhalten oder andere Touristen und die Öffentlichkeit stören, werden ausnahmslos gemäss dem Gesetz strafrechtlich verfolgt», liess das Büro des Premierministers Anutin Charnvirakul (59) kürzlich verlauten. «Dies gilt insbesondere für Verhaltensweisen, die gegen Thailands kulturelle Werte verstossen oder mit Drogenkonsum in Verbindung stehen.»
Zudem denkt das Königreich über die Einführung einer Pflichtversicherung für Touristen nach. Dabei steckt die thailändische Tourismusbranche in einer Krise. Das Land verzeichnet derzeit bei den ausländischen Gästen einen Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber 2025. Der Iran-Krieg liess die Flugticketpreise von Europa ins beliebte Ferienland zeitweise ums Dreifache ansteigen. Um einen weiteren Einbruch zu verhindern, hat Thailand sogar einen «War Room» ins Leben gerufen.