Darum gehts
- Thailand will Verhalten von Touristen strenger überwachen, Gesetze strikt durchsetzen
- Sex in der Öffentlichkeit und illegale Arbeit sorgen für Empörung
- 93 Länder profitieren von visumfreien 60 Tagen seit Mitte 2024
Thailand ärgert sich über immer mehr Touristen, die auf Gesetze und einheimische Sitten und Gepflogenheiten pfeifen.
Staatsbürger von 93 Ländern, darunter der Schweiz, geniessen seit Mitte 2024 visumfreie 60 Tage im Land, die um weitere 30 Tage verlängert werden können. Diese Offenheit zieht offenbar immer mehr Touristen von «geringer Qualität» an, wie thailändische Medien und Politiker monieren.
Ein Wandel hin zu «Qualität statt Quantität» wird auf Regierungsebene diskutiert. Die Visumdauer soll eingeschränkt werden und Premierminister Anutin Charnvirakul (59) ordnete die Behörden an, «das Verhalten von Touristen strenger zu überwachen, die dem Image des Landes schaden».
Sex in der Öffentlichkeit
Nicht nur arbeiten immer mehr Ausländer ohne Arbeitspapiere. Gerade russische und israelische Banden haben ganze Gebiete unter Kontrolle. Doch nichts enerviert die Nation derzeit mehr als Touristen, die öffentlich Sex haben.
In Pattaya beschwerten sich Anwohner über mehrere ausländische Paare, die an einem öffentlichen Strand im Meer Sex hatten. In Phuket wurden ein Spanier (41) und eine Peruanerin (43) nach Sex in einem fahrenden Tuk-Tuk verhaftet. Ein französisches Paar (24 und 28) machte es ihnen nach, und ein weiteres französisches Paar (beide 24) hatte Sex am Strand von Phuket – unter den Augen von Schaulustigen.
Alkohol und Cannabis
Bilder der Vorfälle verbreiteten sich viral. Die Fehlbaren wurden mit Bussen und Einreiseverbot belegt und deportiert – ausser zwei Touristinnen, die auf einem Tuk-Tuk durch Phuket blankgezogen hatten. Die Polizei konnte sie noch nicht ausfindig machen.
Daneben sorgen Fälle wie unlängst der Tourist in Pattaya für Aufsehen, der sich schwer verletzte, als er versuchte, auf dem Dach eines fahrenden Tuk-Tuks einen Rückwärtssalto zu machen. Hinzu kommen zahlreiche Unfälle und Schlägereien – und nicht alle Touristen haben eine Krankenversicherung. Die soll für einen Thailand-Besuch in Zukunft obligatorisch werden.
Oftmals sind Alkohol oder Cannabis mit im Spiel. Auf dem Papier ist der Freizeitkonsum von Cannabis seit 2025 zwar wieder verboten, doch gerade in Touristenzentren bleibt der intensive, süsslich-harzige Duft von Joints gang und gäbe.
Regierungschef interveniert
Am Mittwoch ordnete Premier Anutin die strikte Durchsetzung der Gesetze gegen Touristen an, die sich unangemessen verhalten und damit gegen thailändisches Recht verstossen, berichtet die «Bangkok Post».
«Touristen, die sich unangemessen verhalten oder andere Touristen und die Öffentlichkeit stören, werden ausnahmslos gemäss dem Gesetz strafrechtlich verfolgt», so eine Erklärung des Büros des Premierministers. «Dies gilt insbesondere für Verhaltensweisen, die gegen Thailands kulturelle Werte verstossen oder mit Drogenkonsum in Verbindung stehen.»