Darum gehts
- Die Schweiz macht Jagd auf Steuersünder im Ausland
- Deutschland und Zypern stehen besonders im Fokus
- 2025 gingen knapp 7000 Amtshilfegesuche aus dem Ausland ein
Steuersünder, aufgepasst! Die Jagd der Behörden auf versteckte Gelder geht weiter. Tausende Amtshilfegesuche in Steuersachen gingen letztes Jahr zwischen der Schweiz und dem Ausland hin und her. Das zeigen die neusten Zahlen der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), die Blick vorliegen.
Dabei strecken die Behörden weltweit ihre Fühler nach Schweizer Steuersündern im Ausland aus. «2025 sind 61 Amtshilfegesuche an 26 Staaten rausgegangen», erklärt ESTV-Sprecher Adrian Grob. «Dabei wurden die meisten Gesuche an Deutschland und Zypern gestellt.» Genauere Angaben zu weiteren Ländern macht er nicht.
Damit fällt die Zahl deutlich hinter den Rekord aus dem Jahr 2024 zurück, als 293 Gesuche in 45 Ländern gestellt wurden. Auch 2023 waren es etwas mehr mit 75 Amtshilfeersuchen, wobei die Steuerbehörden selbst auf den Britischen Jungferninseln nach Schwarzgeldhortern suchten.
Fast 7000 Gesuche aus dem Ausland
Umgekehrt nehmen ausländische Steuerbehörden ihre schwarzen Schafe hierzulande ins Visier. «2025 sind 6968 Amtshilfegesuche eingegangen», so Grob. «Die meisten Amtshilfegesuche an die Schweiz stellten Frankreich, Österreich, Deutschland, Spanien, die Ukraine und die USA.»
Das ist gut ein Drittel weniger als im Vorjahr, als die meisten Gesuche aus Grossbritannien stammten, gefolgt von Frankreich, Spanien, Österreich und Deutschland. Im Rekordjahr 2016 gingen gar über 66’000 Gesuche ein – hauptsächlich aus Frankreich.
Die Ukraine taucht per 2025 erstmals in den vorderen Rängen auf. Das dürfte auch mit den über 70’000 Geflüchteten zusammenhängen, die aktuell in der Schweiz Schutz geniessen.
Datenaustausch mit 110 Staaten
Im vergangenen Jahr tauschte die ESTV mit 110 Staaten Informationen über Finanzkonten aus. Der Austausch erfolgte im Rahmen des globalen Standards zum automatischen Informationsaustausch (AIA). Zu den 108 bisherigen Staaten kamen Kenia und Thailand hinzu.
In Thailand leben rund 11’000 Schweizerinnen und Schweizer. Bei diesen schaut die ESTV künftig genau hin, wer im Palmenparadies noch Geld auf der Seite hat. Zum ersten Mal übermittelten die Steuerbehörden beider Länder nun gegenseitig Daten über Finanzkonten – ganz automatisch.
Mit 84 Staaten tauschte die Schweiz die Daten gegenseitig aus. Von 26 Staaten erhielt die Schweiz Informationen, versandte jedoch keine, weil diese Staaten gewisse Anforderungen nicht erfüllen oder freiwillig darauf verzichten. Mit Russland wurden auch letztes Jahr keine Daten ausgetauscht.
Insgesamt versandte die ESTV Informationen zu rund 3,8 Millionen Finanzkonten an die Partnerstaaten und erhielt von diesen Informationen zu rund 3,5 Millionen Finanzkonten. Das sind jeweils etwa 100’000 mehr als im Vorjahr.