Darum gehts
- In Zürichs Kreis 5 wird der Bau einer McDonald's-Filiale geplant
- Anwohner fürchten Lärm, Abfall und Partyvolk, organisieren Widerstand
- Schweizweit über 190 McDonald's-Filialen, Ziel: bald 200 Standorte
Vor 50 Jahren erhielt die Schweiz in Genf ihren ersten McDonald's. Rund 190 weitere Filialen sind seither dazugekommen. Die Marke 200 soll – wenn es nach dem amerikanischen Konzern geht – bald erreicht werden. Doch die Expansion hat Sand im Getriebe. Vor allem Anwohner haben immer häufiger keine Lust auf einen McDonald's als Nachbarn – und gehen deshalb juristisch gegen den Bau neuer Filialen vor. So auch jetzt wieder in der Stadt Zürich.
Im Steinfels-Areal im Zürcher Kreis 5 soll eine neue McDonald's-Filiale entstehen. Für die Fast-Food-Kette ein idealer Standort: Tagsüber wimmelt es im Quartier im Schatten des Prime Tower von Erwerbstätigen, nachts locken Restaurants und Clubs ins Ausgehviertel bei der Hardbrücke. Doch es formiert sich Widerstand in der Nachbarschaft, wie das Onlineportal Inside Paradeplatz berichtet.
Ein unbeliebter Nachbar
Die Pläne des amerikanischen Fast-Food-Riesen sind den Anwohnern ein Dorn im Auge. Sie haben keine Lust auf Lärm, Abfall, Verkehr und Gerüche, mit denen die anderen Filialen an anderen Standorten zu kämpfen haben.
Auch bei der Filiale im Kreis 5 stehen am Wochenende Öffnungszeiten bis 6 Uhr morgens im Raum. Die Anwohner haben sich deshalb in einem Gruppenchat zusammengetan, um gegen die Baupläne vorzugehen, wie das Portal schreibt.
Ihr Plan: Möglichst viele Anwohner sollen ein sogenanntes Zustellbegehren stellen, um Einsicht in die Unterlagen zu erhalten. Im nächsten Schritt könnten dann Einsprachen gegen das Projekt eingereicht werden.
McDonald's hat einen schweren Stand
Der grosse Widerstand gegen die neue Filiale ist kein Einzelfall. Auch bei der geplanten Filiale am Limmatquai laufen die Anwohner Sturm. Sie fürchten sich vor den langen Öffnungszeiten und dem Burger-Geruch aus der Küche. Deswegen gingen sie juristisch dagegen vor – in der Folge hob das Zürcher Baurekursgericht die Baubewilligung auf. Dagegen hat nun McDonald's Rekurs eingelegt.
Bei McDonald's nimmt man den Widerstand sportlich. «Einsprachen in der Schweiz gehören halt einfach dazu», sagte die damalige McDonald's-Schweiz-Chefin Lara Skripitsky (54) im März zu Blick. Man respektiere diese demokratischen Prozesse und führe Gespräche mit den lokalen Behörden. Ausserdem versuche man, ein guter Nachbar zu sein. Dazu gehöre auch, den Müll rund um die Filiale einzusammeln – auch wenn er nicht von McDonald's stamme, erklärte Skripitsky, die ihren Posten inzwischen verlassen hat und im Juni 2026 an den Hauptsitz nach Chicago wechselte.
Es wird sich zeigen, ob es dem Unternehmen gelingt, die Anwohner im Steinfels-Areal zu besänftigen. Die mögliche Nachbarschaft startet auf jeden Fall schon vorbelastet.