Aldi rudert zurück – Kosten nicht mehr im Griff?
Discounter wirft Marken raus und baut Luxus-Filialen ab

Lange war es ruhig um Aldi in der Schweiz. Während Lidl massiv vorwärtsmacht und Denner stagniert, hat der deutsche Discounter offenbar die Kosten nicht mehr im Blick. Nun kündigt Aldi einen Rückbau an.
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Der Discounter Aldi Suisse krempelt sein Schweiz-Geschäft um. Kundinnen und Kunden sollen davon profitieren.
Foto: ZVG

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Aldi Suisse reduziert Sortiment, Filialen und Strategie für tiefere Preise
  • Die Vorzeigefiliale an der Zürcher Bahnhofstrasse hat geschlossen, der Fokus liegt auf den Eigenmarken
  • Seit Januar wurden die Preise von über 700 Produkten gesenkt
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

Was ist los bei Aldi Suisse? Das fragten sich selbst Kenner der Detailhandelsbranche in den letzten Monaten. Bis auf die Bewerbung dauerhafter Tiefpreise war vom deutschen Discounter nichts zu hören. Aldi-Chef Jérôme Meyer (46) hielt sich bedeckt. Interviews? Fehlanzeige!

Doch jetzt bricht der Rivale von Denner und Lidl das Schweigen. Und kündigt einen massiven Rückbau an. Bei Sortiment, bei Filialen, in der Strategie. Zurück zu den knallharten Discounterwurzeln ohne Schnickschnack, ist zwischen den Zeilen zu lesen.

In der am Freitag verschickten Medienmitteilung verkauft Aldi das so: «Rückbesinnung zum einzig wahren Discounter». Was steckt dahinter?

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Kosten nicht mehr im Griff

Offenbar hatte das Unternehmen die Kosten aus dem Blick verloren. Aldi hat gemäss eigenen Angaben seit Jahresbeginn «alles hinterfragt, was unnötig Kosten verursacht». Und ist fündig geworden.

  • Keine teuren Filialstandorte mehr, Objekte wie die Vorzeigefiliale an der Zürcher Bahnhofstrasse werden geschlossen. So spart Aldi hohe Mietkosten.
  • Keine Nischenartikel mehr, zudem wird der Fokus auf Eigenmarken statt auf teure Markenartikel gesetzt. So kann Aldi Vorteile bei der Beschaffung innerhalb des ganzen Konzerns spielen lassen. Um beliebte Marken wie Coca-Cola, Thomy und Co. dürfte der Discounter auch in Zukunft nicht herum kommen.
  • Einkaufen beschleunigen: Die Filialen sollen so umgebaut werden, dass Kundinnen und Kunden die Produkte schneller finden. «Mehr Klarheit am Regal», heisst die Devise. Selbiges hat Lidl vor kurzem ebenfalls angekündigt.
  • Keine Loyalty-Programme, keine Kundenbindung, kein aufwendiges Datensammeln.

Einsparungen, die durch diese Massnahmen entstehen, fliessen in tiefere Preise – «konsequent und dauerhaft», heisst es weiter. Meyer lässt sich in der Mitteilung so zitieren: «Bei uns finden Kundinnen und Kunden jederzeit den günstigsten Preis, ohne Aktionen vergleichen oder Punkte sammeln zu müssen.»

Angriff auf Lidl und Denner

Das ist vor allem ein Seitenhieb gegen den Konkurrenten Lidl. Der zweite deutsche Lebensmitteldiscounter in der Schweiz baut gerade sein Kundenbindungsprogramm Lidl Plus massiv aus. Offenbar mit Erfolg, wie zu hören ist. Lidl wachse zweistellig in der Schweiz, gewinne Marktanteile hinzu und mache gerade den besten Job unter den Discountern, sagen Branchenkenner.

«Nichts Unnötiges, kein Chichi – einfach tiefe Preise»: Das ist das neue, alte Credo von Aldi Suisse. Ob Jérôme Meyer es damit schafft, Kundschaft zurückzuholen? Ein kleines Geschenk soll die Bevölkerung auf den Geschmack bringen: Über 700 Produkte seien in den ersten Monaten dieses Jahres preislich gesenkt worden. Weitere Preisabschläge sollen folgen.

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