Verspätung von 85,6 Prozent!
Der unpünktlichste Zug der Deutschen Bahn fährt in der Schweiz los

Die Deutsche Bahn ist chronisch unpünktlich. Am schlimmsten sind die Verspätungen auf der Strecke von Zürich nach München. Der ECE 199 ist praktisch immer verspätet. Eine neue Auswertung zeigt, wo die Probleme sonst noch besonders gross sind.
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Abfahrt in Bayerns Hauptstadt: Die Strecke von München nach Zürich ist die unpünktlichste Verbindung der Deutschen Bahn.
Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nur 52,6 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn waren 2026 pünktlich
  • Der Eurocity ECE 199 von Zürich nach München: 85,6 Prozent verspätet
  • Zwischen München und Buchloe müssen Züge wegen Mängeln auf 70 km/h bremsen
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Deutsche Bahn hat ein grobes Problem mit der Pünktlichkeit! Wer in Deutschland mit dem Fernzug unterwegs ist, der braucht starke Nerven. Im Juli kamen gerade einmal 52,6 Prozent der Fernzüge mit weniger als sechs Minuten Verspätung ans Ziel – das ist ein historischer Tiefstwert. Zum Vergleich: Bei den SBB sind 94 Prozent der Züge pünktlich. Damit ist die Schweiz europaweit an der Spitze.

Jetzt zeigt eine Auswertung der «Bild», bei welchen Verbindungen Reisende besonders viel Geduld brauchen. Das Portal DelayBahn hat dafür die Verspätungsdaten der Deutschen Bahn vom 1. Januar bis 24. August 2026 ausgewertet. Als verspätet gilt ein Zug ab sechs Minuten.

Trauriger Spitzenreiter ist der Eurocity EC 199 (in Deutschland dann ECE 199), der von Zürich aus über Lindau-Reutin nach München fährt: Satte 85,6 Prozent seiner Fahrten endeten verspätet. Auch in der Gegenrichtung von München nach Zürich kommen die Züge der nervigsten Verbindung Deutschlands regelmässig unpünktlich an. Mal trifft der Eurocity mit 35 Minuten Verspätung aus der Bayern-Metropole ein, dann sind es «nur» deren 20 Minuten. In den Lautsprecherdurchsagen heisst es dann trocken: «Grund dafür ist ein Ereignis in Deutschland.»

Nur noch 70 Kilometer pro Stunde schnell

Seit kurzem ist auf der Problemstrecke alles noch viel schlimmer. Die Verbindung zwischen Zürich und München, erst 2020 für 440 Millionen Euro ausgebaut und elektrifiziert, wurde noch langsamer. Der Grund: Die Deutsche Bahn muss auf mehreren Abschnitten das Tempo drosseln. Und zwar wegen «Mängeln im Streckennetz».

Statt mit 160 Stundenkilometern dürfen die Züge zwischen München und Buchloe (D) nur noch 70 Kilometer pro Stunde fahren. Auf einer Strecke von 25 Kilometern Länge verkehren die Züge mit reduzierter Geschwindigkeit, um die Infrastruktur nicht zu beschädigen. Diese Bummelpassage verlängert die Fahrzeit um rund 15 Minuten. Noch immer ist die Strecke zudem vielerorts nur einspurig befahrbar. Auch Stellen, an denen Züge kreuzen können, fehlen.

Zwischen dem 26. August und dem 4. September fallen die Züge wegen Bauarbeiten in Deutschland komplett aus. Ab Lindau verkehren Ersatzbusse.

Probleme in Basel und Schaffhausen

Die Deutsche Bahn sorgt aber nicht nur mit der Verbindung nach München für Ärger. Auch in Schaffhausen ist man nicht gut auf die DB zu sprechen. Dem Kanton Schaffhausen stossen die ständigen Verspätungen und Zugausfälle der Deutschen Bahn schon länger sauer auf. In einem offenen Brief an SBB-Chef Vincent Ducrot (63) hat er «sofortige Massnahmen» gefordert. Ziel ist, dass die Schaffhauserinnen und Schaffhauser trotz DB pünktliche Verbindungen nach Zürich haben.

Auch in Basel nervt man sich über die chronisch verspätete Deutsche Bahn. Die SBB haben zwei DB-Verbindungen in die Schweiz gekappt. Wegen der Verspätungen aus Deutschland enden die DB-Verbindungen aus Hamburg und Dortmund seit kurzem in Basel. Für die Schweizer Strecke übernehmen dann die SBB. Mit der gewohnt schweizerischen Pünktlichkeit.

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