Wawrinka plant grosse Abschiedsshow
«Händchenhalten mit Federer? Nein, aber es wird emotional»

Stan Wawrinka lässt Ende Jahr seine Karriere mit einem grossen Tennis-Fest in Genf ausklingen. Der Romand im Gespräch über seine Erwartungen, die Beziehung zu Roger Federer, die Neugier seiner Tochter – und leere Batterien.
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Stan Wawrinka posiert vor dem Château de Bonmont oberhalb des Genfersees.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stan Wawrinka beendet seine Karriere mit Abschiedsshow in Genf
  • Wie der Romand über die Tage nach seiner Dernière denkt
  • Was die Profilaufbahn mit seinem Körper angestellt hat

Perth, Sydney, Melbourne, Montpellier, Rotterdam, Dubai, Neapel, Monte Carlo, Barcelona, Aix-en-Provence, Rom, Genf und Paris: Stan Wawrinka (41) wurde 2026 in seiner allerletzten Saison auf der Tour schon an vielen Orten feierlich verabschiedet. Doch das emotionalste, weil endgültige Adieu wartet im Dezember auf ihn. Abermals in Genf, dann jedoch im Rahmen einer grossen Abschiedsshow kurz vor Weihnachten und in der Palexpo-Halle. 

Blick trifft den Romand knapp 19 Kilometer Luftlinie davon entfernt zum Interview – in einem malerischen Golf & Country Club oberhalb von Nyon, wo er mit dem Exhibition-Turnier «Bonmont Tennis Masters» seine Rasensaison eröffnet. Wawrinka hofft zu diesem Zeitpunkt sehr auf eine Wildcard für Wimbledon, die er später dann auch bekommen sollte. Er lässt für sich und den Besuch einen Kaffee raus, dann nimmt er Platz auf einer der schmucken Terrassen des Châteaus – und gewährt Einblick in sein Innenleben während des Abschiedsjahrs. 

Blick: Stan Wawrinka, wie schwierig war es, Ihre geplante Abschiedsfeier auf der Tour geheim zu halten?
Stan Wawrinka: Natürlich wird auf der Tour viel gesprochen, aber ich habe mir darüber eigentlich keine Sorgen gemacht. Wir hielten es lange geheim, weil wir erst noch ein paar Details aufgleisen wollten. Innerlich freue ich mich aber schon lange auf dieses grosse Fest in der Schweiz – und …

… ja?
Natürlich in der Romandie. Weil ich in der Nähe aufwuchs, wäre Lausanne als Austragungsort naheliegend gewesen, doch das ging terminlich nicht auf. Jetzt bin ich glücklich, dass wir in Genf etwas Besonderes auf die Beine stellen dürfen. Einen Abschied bei relaxter Atmosphäre. Auf meine Art und Weise.

Wann ist die Idee dazu entstanden?
Das war Ende des letzten Jahres. Bei einem Kaffee mit meinem Team. (Schmunzelt.) Und für mich war klar, dass ich Roger (Federer, d. Red.) unbedingt im Boot haben wollte, weil er während meiner Karriere so viele Momente mit mir geteilt hatte. Umso glücklicher war ich, als er zusagte.

Federer ist ein gutes Stichwort. Es gab in den letzten Jahren einige grosse Abschiede im Tennis. Federer beim Laver Cup, Andy Murray in Wimbledon, Rafael Nadal und Gaël Monfils in Paris. Alle waren emotional, aber auch unterschiedlich. Wie soll Ihrer in Erinnerung bleiben?
Es wird eine Einzelpartie geben, ein Doppel, ein bisschen Musik und einen Teil, in dem auf meine Karriere zurückgeblickt wird, untermalt mit Bildern. Natürlich werde ich auch ein paar Worte sagen. Vor allem aber möchte ich den Fans einen schönen, gemütlichen Abend bescheren. Mit gutem Tennis. Und eben mit Freunden, die meine Laufbahn mitgeprägt haben.

Dieser Moment bei Roger Federers Abschied 2022, als der Schweizer und Rafael Nadal kurz Händchen hielten, ging um die Welt.
Foto: IMAGO/Shutterstock

Sie erinnern sich bestimmt an die legendäre Szene beim Federer-Abschied, als Federer und Nadal Händchen hielten. Nun eine nicht ganz ernst gemeinte Frage: Werden Sie sich auch nach Federer ausstrecken?
Nein, das habe ich nicht vor. (Lacht.) Jene Szene entstand damals aus den Emotionen heraus. Solche Dinge kannst du nicht planen, die passieren einfach. Wir werden sehen, wie es dann bei mir ablaufen wird. Aber es wird sicherlich auch emotional.

Wie eng ist Ihr Verhältnis heute, seit Federer nicht mehr Profi ist?
Unsere Beziehung ist nach wie vor sehr gut. Natürlich konnten wir früher mehr Zeit miteinander verbringen – bei den Olympischen Spielen, im Davis Cup, auf der Tour oder einfach in Trainings. Jetzt kreuzen sich unsere Wege viel seltener. Er ist nach dem Rücktritt weiterhin stark eingebunden. Und ich bin in meiner letzten Profisaison auch kaum zu Hause. Wir sahen uns dieses Jahr kurz in Melbourne und in Dubai. Das freut uns immer sehr, weil wir uns früher wirklich sehr nahestanden.

Kennen sich seit Jahrzehnten: Stan Wawrinka und Roger Federer verbindet eine Freundschaft.
Foto: Keystone

Was bedeutet es Ihnen, dass auch Monfils und Murray nach Genf kommen?
Gaël ist mein bester Kumpel auf der Tour, wir haben in den letzten 20 Jahren so viel gemeinsam erlebt und sind praktisch Nachbarn. Und mit Murray habe ich mich ebenfalls immer sehr gut verstanden. Wir teilen einige Erinnerungen und so manches grosse Duell.

Sie sagten kürzlich in Paris, Sie würden sich die grossen Karrieren-Schlussworte für Ende Jahr aufsparen. Ist das eine Situation, von der Sie ein wenig Bammel haben?
Nein. Und zwar deshalb nicht, weil ich glaube, dass so etwas ganz natürlich entstehen muss. Man wird mich nicht mit einer vorbereiteten, zweiseitigen Rede auftauchen sehen.

Welcher Spieler würde bei Wawrinka als DJ auflegen?
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Tennis-Ass im Fragenhagel:Welcher Spieler würde bei Wawrinka als DJ auflegen?

Sie erlangen gerade gewissermassen Übung im Adieu sagen – sie wurden an allen Turnieren feierlich verabschiedet. Gleichzeitig wussten Sie: Es ging immer noch weiter, ein nächstes Turnier sollte es immer noch geben. Im Dezember wird der Abschied aber endgültig. Was macht das mit Ihnen?
Nun, es wird bestimmt nicht leicht für mich. Tennis war schon immer mein Leben. Es wird mir zweifellos fehlen. Aber ich weiss auch, dass ich das Maximum herausgeholt habe. Ich bin 41 – und ich finde, das Timing ist perfekt. Ich werde nach meinem Rücktritt nichts bereuen. Das ist das Wichtigste. Und ich freue mich auch darauf, zu entdecken, was danach kommt.

Was wird es sein?
Erstens bin ich dann auch mal froh, die Koffer in die Ecke stellen zu können. Zweitens möchte ich es einfach mal ruhiger angehen und die Dinge auf mich zukommen lassen. Ich werde einige Optionen haben.

Etwa die Filmproduktionswelt oder das Finanzbusiness, mit denen Sie sich schon in den letzten Jahren auseinandergesetzt haben?
Lassen wir es so stehen: Ich habe einige Optionen. Und diese habe ich in meinem Abschiedsjahr bewusst ganz auf die Seite geschoben, weil ich mich nochmals mit vollem Fokus dem Tennis widmen möchte. Bis zum letzten Auftritt.

Stan Wawrinka lässt offen, wie es für ihn nach der Profikarriere weitergeht.
Foto: Sven Thomann

Nach jener Dernière wird Ihr Herz bluten, doch die restlichen Körperteile dürften sich über eine Pause freuen. Einverstanden?
Absolut. Ich habe die Zitrone bis auf den letzten Tropfen ausgepresst. Ich pushe mich gerne noch einmal durch dieses Jahr. Aber danach wird mein Körper durchatmen müssen.

Wie schmerzhaft muss man sich Ihren Alltag als 41-jähriger Profi vorstellen?
Sehr. (Schmunzelt.) Mein Körper leidet stark. Ich war ein Vierteljahrhundert auf der Tour, das merke ich täglich. Ich muss mehr trainieren, mich mehr ausruhen, mehr Kraftübungen absolvieren, mehr Physiotherapie machen. Kurz: eine Heidenarbeit. Das ist mit ganz viel Disziplin verbunden – und vielen Opfern. Aber all dies steht für mich in einem Gleichgewicht zu den Emotionen, die ich erfahren darf.

Ihre Familie war auch immer wieder Teil der Abschiedstournee – Ihre Tochter Alexia wohnte gar der Pressekonferenz in Paris bei. Geniessen Sie es, ihr diese Welt noch einmal zeigen zu können?
Ja, ich bin sehr glücklich, dass dies möglich ist. Jetzt, im Alter von 16 Jahren, hat sie öfter die Möglichkeit, an ein Turnier zu reisen. Sie versteht dieses Leben viel mehr als früher, als sie noch kleiner war – und mich freut auch, dass von ihrer Seite der Wunsch da ist, einen tieferen Blick in diese Welt zu werfen. Ich schätze das ungemein, zumal ich sie in all den Jahren – ich habe ja vorhin von Opfern während meiner Karriere gesprochen – nicht so oft sehen konnte.

An den French Open sass Stan Wawrinkas Tochter Alexia (mittlere Reihe, 3. v. l.) sowie seine Ex-Frau Ilham Vuilloud (l. daneben) in der Box.
Foto: Sven Thomann

Ihre Tochter sass auch schon in Genf auf der Tribüne.
Genau. Und danach habe ich ihr vorgeschlagen, auch nach Paris zu kommen. Sie fand es sehr interessant, hinter die Kulissen zu schauen, andere Spieler zu treffen, der Pressekonferenz beizuwohnen. Ich finde es schön, dass sie dabei war. Und ich freue mich, nach meiner Profi-Laufbahn noch mehr Zeit mit ihr verbringen zu können.

Langlauf-Legende Dario Cologna läuft Marathon, Rad-Ikone Fabian Cancellara begann mal mit Triathlon – können Sie sich auch eine zweite, lockerere Karriere vorstellen?
Erst einmal brauche ich meine Verschnaufpause. Mental, physisch, in jeglicher Hinsicht. Ich muss wirklich zuerst alles hinter mir lassen. Heute, nach all dem, was ich geleistet habe, bin ich ultramüde. Sämtliche Batterien sind leer. Aber …

Ja, bitte.
Wie lange diese Pause dauert, kann ich nicht abschätzen. Ich weiss sicher, dass ich Sport machen möchte und aktiv sein will. Das ist einfach in meiner DNA.

Dann erübrigt sich wohl auch die Frage danach, ob Sie TV-Experte oder Coach werden möchten?
Genau. Auf kurze Sicht eher nicht. Aber fragen Sie mich nicht, was «kurze Sicht» heisst. Sechs Monate? Ein Jahr? Zehn Jahre? Ich bin selbst gespannt, was mein Kopf eines Tages möchte.

Persönlich

Stan Wawrinka wurde 1985 in Lausanne geboren. Im Waadtland wuchs er zu einem der Schweizer Top-Tennistalente heran, dem mit Anfang 20 der Durchbruch auf internationaler Stufe gelang. 2006 holte er sich seinen ersten ATP-Turniersieg in Umag (Kro), nach der Final-Aufgabe eines gewissen Novak Djokovic. 2008 gewann er in Peking zusammen mit Roger Federer Olympia-Gold im Doppel. 2014 siegte er an den Australian Open – es war der erste von drei Grand-Slam-Titeln. 2015 triumphierte er in Roland Garros, 2016 an den US Open. Später warfen ihn eine Knieverletzung sowie zwei Fussoperationen weit zurück. Nach langer Leidenszeit gab er 2022 sein Comeback. Er kämpfte sich wieder hoch und wurde zum ältesten Spieler in den Top 100 – und überhaupt auf der ATP-Tour. Mit Ex-Frau Ilham Vuilloud hat er eine Tochter, Alexia (16).

Stan Wawrinka wurde 1985 in Lausanne geboren. Im Waadtland wuchs er zu einem der Schweizer Top-Tennistalente heran, dem mit Anfang 20 der Durchbruch auf internationaler Stufe gelang. 2006 holte er sich seinen ersten ATP-Turniersieg in Umag (Kro), nach der Final-Aufgabe eines gewissen Novak Djokovic. 2008 gewann er in Peking zusammen mit Roger Federer Olympia-Gold im Doppel. 2014 siegte er an den Australian Open – es war der erste von drei Grand-Slam-Titeln. 2015 triumphierte er in Roland Garros, 2016 an den US Open. Später warfen ihn eine Knieverletzung sowie zwei Fussoperationen weit zurück. Nach langer Leidenszeit gab er 2022 sein Comeback. Er kämpfte sich wieder hoch und wurde zum ältesten Spieler in den Top 100 – und überhaupt auf der ATP-Tour. Mit Ex-Frau Ilham Vuilloud hat er eine Tochter, Alexia (16).

Hol dir Tickets für Stan Wawrinkas grossen Abschied

Stan Wawrinka wird Ende Jahr ein allerletztes Mal sein Racket schwingen – dann ist Schluss mit seiner Profikarriere. Als Ort, um der ganzen Tennis-Schweiz Adieu zu sagen, dient die Palexpo-Halle in Genf: Am 19. Dezember (15 Uhr) geht dort der Abschiedsevent «One Last Backhand» über die Bühne. Interessiert? Dann sichere dir via Ticketcorner deinen Platz in der Arena! Die ersten 24 Stunden haben Swiss-Tennis-Mitglieder Vorkaufsrecht, danach startet der offene Verkauf.

Das Programm:

15 Uhr: Türöffnung, Unterhaltung, Verpflegung, Spiele, Minitennis und Padel
16 Uhr: Autogrammstunde
17 Uhr: Padel-Showmatch mit den besten Schweizer Spielern
18 Uhr: Live-Konzert
19.30 Uhr: Vorprogramm auf dem Centre Court
20.00 Uhr: Einzel: Stan Wawrinka – Gaël Monfils / Doppel: Stan Wawrinka/Roger Federer – Gaël Monfils/Andy Murray
22.30 Uhr: Abschiedszeremonie

* Programm unter Vorbehalt von Änderungen

Stan Wawrinka wird Ende Jahr ein allerletztes Mal sein Racket schwingen – dann ist Schluss mit seiner Profikarriere. Als Ort, um der ganzen Tennis-Schweiz Adieu zu sagen, dient die Palexpo-Halle in Genf: Am 19. Dezember (15 Uhr) geht dort der Abschiedsevent «One Last Backhand» über die Bühne. Interessiert? Dann sichere dir via Ticketcorner deinen Platz in der Arena! Die ersten 24 Stunden haben Swiss-Tennis-Mitglieder Vorkaufsrecht, danach startet der offene Verkauf.

Das Programm:

15 Uhr: Türöffnung, Unterhaltung, Verpflegung, Spiele, Minitennis und Padel
16 Uhr: Autogrammstunde
17 Uhr: Padel-Showmatch mit den besten Schweizer Spielern
18 Uhr: Live-Konzert
19.30 Uhr: Vorprogramm auf dem Centre Court
20.00 Uhr: Einzel: Stan Wawrinka – Gaël Monfils / Doppel: Stan Wawrinka/Roger Federer – Gaël Monfils/Andy Murray
22.30 Uhr: Abschiedszeremonie

* Programm unter Vorbehalt von Änderungen

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