Darum gehts
- Schweiz verpasst United-Cup-Titel nach Finalniederlage
- Belinda Bencic wird zur «MVP» des Turniers, Vorstoss in Top 10
- Wawrinka verlor trotz erneut gutem Auftritt
Seit Jahren träumt Stan Wawrinka (40) von einem letzten Titelgewinn auf der Tour. Auf ein Turnier festgelegt hat er sich dabei nie, er würde am liebsten einfach nochmals eine Trophäe in die Höhe stemmen. Doch das Vorhaben scheitert seit geraumer Zeit immer auf der Zielgeraden: 2023 im Endspiel des ATP-250-Events in Umag (Kro), 2025 auf Challenger-Stufe in Rennes sowie Aix-en-Provence (Fr). Und nun auch im Final des United Cups in Sydney.
Der hervorragende Schweizer Lauf in der letzten Woche endet mit zwei Niederlagen: Nachdem zunächst die abermals brillante Belinda Bencic gegen Weltnummer zwei Iga Swiatek (3:6, 6:0, 6:3) auf 1:0 für Team Switzerland stellt, verlieren Wawrinka (gegen Hubert Hurkacz mit 3:6, 6:3, 3:6) und das Doppelgespann Bencic/Jakub Paul (gegen Zielinski/Kawa mit 4:6, 3:6) die folgenden beiden Partien.
Für Wawrinka wäre ein Finalerfolg das Sahnehäubchen auf einem ohnehin schon eindrücklichen Start in seine Abschiedstournee gewesen. Ob er sich bis zum Ende des Jahres und seinem angekündigten Rücktritt noch einmal in eine ähnlich komfortable Ausgangslage für einen Titel hieven kann, ist fraglich. So gesehen ist es für den dreifachen Grand-Slam-Champion eine verpasste Chance. Dennoch streicht er nach der Niederlage heraus, dass ihm die Zeit als Schweizer Captain beim United Cup viel bedeutet habe: «Diese Tage waren etwas Spezielles. Wegen einer beeindruckenden Belinda, die eine wunderbare Leaderin ist, wegen eines tollen Teams und weil es mein letztes Mal bei diesem Turnier war.»
Ehrung für Bencic – und Vorstoss in Top 10
Wawrinka ist nicht der Einzige, der Bencic besonders herausstreicht. Der United Cup wählt die Ostschweizerin, die übers gesamte Turnier eine Siegstatistik von 9:1 in Einzel und Doppel aufweist, zur «MVP», also zur wertvollsten Spielerin. Bencics letzter Auftritt gegen Swiatek, gegen die ihr die Revanche für die letztjährige Wimbledon-Halbfinal-Niederlage gelungen ist, toppt noch einmal alles. Er ist eine klare Ansage an die Konkurrenz vor den in einer Woche beginnenden Australian Open in Melbourne. Und als Lohn für ihren Effort stösst Bencic nun gar in die Top 10 der Weltrangliste vor (Rang 10).
Und Wawrinka? Der darf die Weiterreise innerhalb von Australien ebenfalls erhobenen Hauptes antreten. Seine Auftritte unter der Woche – auch wenn nur ein Sieg (gegen Arthur Rinderknech) resultierte – haben aufgezeigt, dass er auch mit bald 41 weiterhin auf Top-Niveau spielt. Und sein Titel-Traum, wenn wirklich alle Rädchen ineinandergreifen, vielleicht doch noch nicht ganz geplatzt ist.