Federer huldigt Wawrinka nach letztem Paris-Auftritt
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«Es war mir ein Vergnügen»:Federer huldigt Wawrinka nach letztem Paris-Auftritt

Tränen, Party und Überraschung
Paris verneigt sich noch einmal vor Wawrinka

Adieu, Stan Wawrinka! Der von den Franzosen adoptierte Romand elektrisiert Roland Garros ein letztes Mal – und erhält im Gegenzug viel Liebe und eine hochemotionale Abschiedsfeier.
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Stan Wawrinka lässt sich vom Pariser Publikum feiern.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stan Wawrinka verliert in Paris sein letztes French-Open-Match
  • Tennis-Grössen würdigen den Romand während Zeremonie
  • Fans erklären, warum sie den Routinier derart verehren

Als Stan Wawrinka (41) nach seiner verlorenen, dreistündigen Hitzeschlacht gegen den Holländer Jesper de Jong (25/3:6, 6:3, 3:6, 4:6) ein paar Worte sagen sollte, muss er am Mikrofon erst einmal leer schlucken. Zu sehr hat ihn das berührt, was in den Minuten zuvor passierte. Trotz der Niederlage hat ihn das Pariser Publikum auf dem schmucken Court Simonne-Mathieu gefeiert, als hätte er nach 2015 gerade seinen zweiten Grand-Slam-Titel in Roland Garros gewonnen. Ohrenbetäubende Sprechchöre hallten aus der Arena, die schon die ganze Partie über an einen Fussball-Hexenkessel erinnerte.

Als sich Wawrinka dann etwas fängt, sagt er mit feuchten Augen: «Das wird jetzt schwierig, ich würde lieber nicht Adieu sagen.» Er ahnt, dass diese schon lange angekündigte Abschiedszeremonie noch emotionaler werden könnte. Und natürlich haben die French-Open-Veranstalter eine Überraschung parat. Wenig später erscheint Kumpel Roger Federer (44) auf der Videoleinwand und sagt. «Ich hoffe, du feierst heute mit ganz vielen Emotionen.» Rafael Nadal (39), Novak Djokovic (39), Jannik Sinner (24), Carlos Alcaraz (23) und Gaël Monfils (39) schliessen sich mit warmen Worten an – alle gratulieren sie dem dreifachen Major-Champion zu einer grossartigen Karriere.

Wawrinka lauscht den Würdigungen nur wenige Meter von seiner Box entfernt, wo neben dem langjährigen Trainer Magnus Norman (49) auch seine Eltern Wolfram und Isabelle Wawrinka sowie seine Tochter Alexia (16) und Ex-Frau Ilham Vuilloud sichtlich ergriffen zuhören.

Unterstützung von der Familie: Vater Wolfram und Mutter Isabelle Wawrinka sind in der Box, genauso wie Tochter Alexia (3.v.l.) und Ex-Frau Ilham Vuilloud (2.v.l.).
Foto: Sven Thomann

Spässchen mit jungem Fan und dem Schiri

Von den Zuschauern bekommt der älteste Spieler der ATP-Tour, der Ende Jahr seine Laufbahn beenden wird, genau das, was zu erwarten ist: viel Liebe, Respekt und bedingungslose Unterstützung während seiner allerletzten Partie auf Pariser Sand. Wawrinka selbst schafft es trotz der drohenden Niederlage immer wieder, das Spektakel zu geniessen. Mal klatscht er mit einem jungen Fan auf der Tribüne ab, mal schäkert er mit dem Schiedsrichter. Oder er stachelt das Publikum an, noch lauter zu sein.

Wawrinka wird nach letztem Paris-Auftritt abgefeiert
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Publikumsliebling sagt Adieu:Wawrinka wird nach letztem Paris-Auftritt abgefeiert

Wie sehr Wawrinka in der französischen Hauptstadt verehrt wird, wird schon in den ersten Minuten des Spiels deutlich. Bereits nach wenigen Games lassen die Veranstalter verlauten, dass der Court Simonne-Mathieu rappelvoll ist. Später schaffen es doch noch mehr Fans hinein – und drängen sich hinter den Sitzplätzen zusammen, um irgendwie einen Blick aufs Spielfeld zu erhaschen.

«Gerne noch fünf Jahre weitermachen»

Die Fans Stéphane und Philippe aus Paris haben für Wawrinkas Dernière ein «Stan the Man»-Shirt montiert. Ersterer sagt: «Ich bin schon lange Supporter von ihm. Seine Rückhand ist für mich unerreicht. Stan steht für mich für Kunst.» Und die ebenfalls in der Stadt wohnhaften Freunde Thibaut und Rodolphe meinen: «Stan sorgt immer für Spektakel. Von mir aus könnte er gerne auch noch fünf Jahre weitermachen.»

Stéphane (l.) und Philippe sind aus Paris – und vor allem wegen der schönen Rückhand grosse Fans von Wawrinka.
Foto: Sven Thomann

Ähnlich respektvoll klingt es im Übrigen auch aus dem Profilager. Gegner de Jong überlässt nach seinem Sieg die Bühne artig dem Routinier und sagt: «Es geht heute nicht um mich, sondern nur um Stan.» Landsfrau Viktorija Golubic (33) bezeichnet ihn derweil als «Legende für unseren Sport» und packt eine verrückte Anekdote aus. Weil sie ebenfalls mit einer einhändigen Rückhand spielt, werde sie oft auf Wawrinka und Federer angesprochen: «Ich werde auf der Tour gefragt, ob das eine Schweizer Schule sei. Und ich antworte dann jeweils: ‹Ja, wir gehen alle in den Bergen auf eine Alp, essen Fondue und üben die einhändige Rückhand.› Und die Leute glauben mir das sogar!» 

Bei der Zeremonie verabschiedet sich Wawrinka mit den Worten: «Ich danke euch allen für diese Stimmung, genau deshalb habe ich so lange weitergemacht.» Und dann dreht er in der Arena eine letzte Runde. Zwei Fans ziehen symbolisch ihre Hüte. Wawrinka zettelt daraufhin auf der Tribüne eine Welle an und legt die Hand aufs Herz. Paris und der wie ein Franzose behandelte Schweizer – es ist eine echte Liebesgeschichte.

Adieu, Roland Garros! Stan Wawrinka verabschiedet sich am Ort seines Triumphes von 2015.
Foto: Sven Thomann
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