Darum gehts
- Corinne Suter (31) spricht im Interview über Tempo und ihre Vorlieben
- Speed Ski würde sie eines Tages reizen
- Der langsame Verkehr bringt sie manchmal auf die Palme
Corinne Suter (31) ist zurück an der Weltspitze. Nach schwierigen Monaten und frustrierenden Olympischen Spielen gewann sie zuletzt die Abfahrt in Soldeu (And). Auch in Val di Fassa (It) gehört sie zu den Favoritinnen. Endlich ist sie wieder schnell. Doch was bedeutet Tempo für sie – und wo lässt sie es lieber ruhig angehen? Blick hat nachgefragt.
Blick: Corinne Suter, wie schnell waren Sie je auf Ski?
Corinne Suter: Etwa 140 km/h. Vermutlich in Lake Louise. Diese Piste fahren wir heute nicht mehr im Weltcup. Ich mochte sie sehr. Bei der Ausfahrt «Fall Away» waren wir besonders schnell.
Spüren Sie einen Unterschied zwischen 100 und 140 km/h?
Ja, deutlich. Bei 140 km/h spanne ich den Körper stärker an. Erstaunlich: Gerade bei hohem Tempo spüre ich kleine Rotationen und jede Bodenwelle. Man rast nicht einfach blind darüber hinweg.
Ex-Ski-Ass Nicole Schmidhofer fuhr im Speed Ski 217 km/h. Wäre das etwas für Sie?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Reizen würde es mich. Man trägt einen hautengen Latexanzug und einen speziellen Helm. Das Sichtfeld ist eng. Ich müsste das gut vorbereiten – vielleicht nach meiner Karriere.
Was können Sie ausser Skifahren schnell?
Ich schlafe überall ein – egal wo, egal wann.
Ein Vorteil auf Reisen?
Auf jeden Fall. Manchmal frage ich mich, ob das noch normal ist (lacht). Im Bus, im Flugzeug – meine Familie staunt immer wieder.
Mögen Sie Fast Food?
Selten. Ab und zu eine Pizza, ein Burger oder Pasta, wenn ich nichts kochen will. Eher aber im Sommer. Im Winter esse ich bewusst gesund.
Was kochen Sie am liebsten?
Rotes Thai-Curry. Ich koche es so oft, dass ich das Rezept auswendig kann.
Kommen Sie morgens schnell aus dem Bett?
Früher nicht. Ich habe den Wecker gern ignoriert. Das hat sich geändert – ich werde älter (schmunzelt).
Was geht Ihnen zu langsam?
Stau. Der Verkehr bringt mich manchmal auf die Palme.
Klassik oder Techno?
Beides. Vor dem Rennen höre ich Musik, die mich pusht. Sonst auch mal Ländler.
Vor Ihrem WM-Sieg 2021 lief Céline Dion.
Stimmt. Ihre Lieder mag ich bis heute.
Welche schnelle Sportart reizt Sie noch?
Einmal im Bob durch den Eiskanal schiessen – das wäre cool.
Brauchen Sie Adrenalin?
Ich bin offen dafür. Bungeespringen und Skydiving habe ich ausprobiert. Schon als Kind liebte ich Tempo.
Sie bauen schnell Muskeln auf.
Zum Glück. Nach Verletzungen komme ich rasch zurück in Form. Ich brauche keine Nahrungsergänzungsmittel. Auch kleine Wunden heilen schnell.
Sie sind gläubig. Beten Sie regelmässig?
Oft spontan. Ich gehe nicht jeden Sonntag in die Kirche. Aber ich glaube an eine höhere Macht. Sie gibt mir Kraft.
Waren Sie als Schülerin schnell zufrieden?
Das hing vom Fach ab. Geschichte mochte ich als Kind nicht. Im Sport wollte ich immer gewinnen – ob Fussball, Unihockey oder anderes.
Und die Hausaufgaben?
Die erledigte ich sofort. Sonst hätte ich sie aufgeschoben – und nie mehr gemacht (lacht).