Emma Aicher rüttelt am Thron von Mikaela Shiffrin
Kommts noch zum deutschen Ski-Coup im Weltcup-Schlussspurt?

Emma Aicher (22) greift nach dem Ski-Thron! Die Deutsche hat ihren Rückstand auf Mikaela Shiffrin (30) im Gesamtweltcup seit Januar von 470 auf 219 Punkte verkürzt. Neun Rennen bleiben, um die Sensation zu schaffen.
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Emma Aicher hat ihren Rückstand im Gesamtweltcup auf Mikaela Shiffrin stetig verkleinert. Aktuell sind es noch 219 Punkte Rückstand.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mikaela Shiffrin kämpft diesen Winter um ihren sechsten Gesamtweltcup-Titel
  • Emma Aicher verringerte Rückstand von 470 auf 219 Punkte seit Januar
  • Neun Rennen verbleiben, Aicher holte zuletzt 230 Punkte in drei Wettkämpfen
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Mathias GermannReporter Sport

Trotz Olympia-Gold im Slalom: Mikaela Shiffrin (30, USA) ist auf einer Mission. Sie will in diesem Winter zum sechsten Mal den Gesamtweltcup gewinnen. Sechs grosse Kristallkugeln? So viele holte bei den Frauen nur Ski-Legende Annemarie Moser-Pröll (72, Ö).

Lange schien Shiffrins Vorhaben nur Formsache, ihr Vorsprung war riesig. Shiffrin führt den Weltcup seit dem zweiten Saisonrennen an. 

Doch nun droht das Unvorstellbare. Denn: Ski-Sensation Emma Aicher (22, De) rüttelt an ihrem Thron. Betrug ihr Rückstand auf Shiffrin Mitte Januar noch 470 Punkte, sind es nun noch 219 Zähler. Sie liegt auf Rang 3, dazwischen ist noch Camille Rast (26) – die Walliserin liegt 170 Punkte hinter Shiffrin, fährt aber nur Slalom und Riesenslalom.

Riesch: «Kein riesiger Abstand»

Neun Rennen stehen noch aus. Allrounderin Aicher wird sie allesamt bestreiten, Shiffrin dagegen fokussiert die technischen Disziplinen. Bereits ab Freitag beim Speed-Triple in Val di Fassa (zwei Abfahrten, ein Super-G) könnte Aicher dem US-Star auf die Pelle rücken.

«219 Punkte sind kein riesiger Abstand. Wenn Emma weiterhin konstant punktet und vielleicht auch Siege einfährt, kann sie das noch drehen», sagt Maria Riesch zu Blick. Die 41-Jährige war 2011 die letzte Deutsche, die den Gesamtweltcup gewann. Nur allzu gerne hätte sie mit Aicher eine Nachfolgerin. «Der Gesamtweltcup ist das Nonplusultra. Ich würde mich riesig freuen, wenn Emma das schafft.»

Nach zweimal Olympia-Silber in Cortina (Abfahrt und Team-Kombi) reitet Aicher auf einer Welle des Erfolgs.

Zuletzt holte sie im Weltcup in drei Rennen 230 Punkte, während Shiffrin pausierte. Riesch macht klar, wie wichtig die grosse Kristallkugel für Deutschland wäre: «Das würde Aufmerksamkeit generieren, jungen Menschen inspirieren und einen enormen Schub geben. Solche Erfolge zeigen, dass wir international mithalten können.»

Aicher lebte drei Jahre in Engelberg

An den gestiegenen Erwartungen wird Aicher jedenfalls nicht scheitern. Das in Schweden aufgewachsene Ski-Ass wirkt zuweilen, als sei ihr der Rummel ziemlich egal. Einfach cool. Riesch: «Emma ist sehr reflektiert und bodenständig – wichtige Eigenschaften, um mit dem Druck des Spitzensports umzugehen.»

Und was würde sie Aicher sagen, sollte der grosse Coup gelingen? «Ich würde ihr gratulieren! Und sagen, dass sie den Moment geniessen und stolz auf sich sein soll. Aber auch, dass es wichtig ist, immer hungrig zu bleiben.»

Übrigens: Sollte Aicher tatsächlich den Ski-Thron besteigen, würde sich wohl auch die Familie Gisin freuen. Warum? Aicher lebte als Teenager drei Jahre in Engelberg OW. Michelles, Dominiques und Marcs Vater Beat war Präsident des Skiklubs, in dem Aicher trainierte. «Das war eine tolle Zeit», so Aicher. 

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