Darum gehts
Es dauerte lange. Und das nervte. Doch nun hat es Stefanie Grob (21) endlich geschafft: In ihrem 28. Weltcupeinsatz holt sie erstmals Punkte. «Ich habe lange dafür gekämpft. Das tut schon gut», sagt die Appenzellerin. Bei den Super-Gs in Soldeu (And) wird sie 26. und 23. – eine Erlösung. «Mal schauen, was das auslöst», meint Grob glücklich.
Die Hoffnung ist: viel. Denn Grobs Talent ist seit Jahren bekannt. 2023 ging ihr Stern auf: vier Medaillen bei der Junioren-WM in St. Anton – zwei aus Gold. In den folgenden Jahren kam weiteres Edelmetall dazu.
Schön, aber auch belastend, waren doch die Erwartungen gross. Grob konnte sie im Weltcup nicht erfüllen. «Ich muss mir einfach Zeit geben und mich technisch verbessern, dann klappts irgendwann», sagte sie im Dezember. Und: «Bei mir dauerts halt länger.»
Grob legt die Schüchternheit immer mehr ab
Grob gewöhnt sich mehr und mehr an den Weltcup. Hänge, Pisten und Präparierung sind dort viel herausfordernder als im Europacup, wo sie seit Jahren stark fährt. Die Arbeit in der Europacupgruppe unter Trainer Roland Platzer, der viele Jahre auf der obersten Skistufe arbeitete, trägt Früchte.
Auch mit dem Rummel kommt sie besser zurecht. «Der machte mir zu Beginn Mühe», gibt sie zu. Ihre Schüchternheit, die sie im öffentlichen Auftreten lange prägte, legt Grob mehr und mehr ab. Innerhalb des Teams ist sie sowieso sehr aufgestellt und auch nicht um einen Spruch verlegen.
«Ich bin noch keine Speedfahrerin»
Aktuell ist Grob Zweite in der Europacup-Abfahrtswertung. Ihre wichtigste Disziplin bleibt aber der Riesenslalom, dahinter folgt der Super-G. «Ich bin noch keine Speedfahrerin», sagt sie selbst. Tatsächlich hat sie mit Geschwindigkeiten über 110 Stundenkilometern zuweilen noch Schwierigkeiten.
Am Sonntag in Val di Fassa (It) steht allerdings ein Super-G an – spätestens dann kann Grob ihren Aufstieg fortführen.