Darum gehts
- Julia Scheib (28) ist Österreichs grösster Ski-Star
- Scheib gewann zuletzt in Sölden und die Riesenslalom-Kugel
- Nach der Japan-Auszeit ist Scheib auch Südsteiermark-Botschafterin
Ein Sieg zum Auftakt in Sölden und die Riesenslalom-Kugel: Camille Rast (27) hätte nichts lieber. Doch dafür muss die Schweizer Teamleaderin an Julia Scheib (28, Ö) vorbei. Eine schwierige Aufgabe. Schon letzten Winter war die Österreicherin kaum zu schlagen: Sie gewann in Sölden, fuhr in acht von zehn Weltcuprennen aufs Podest und holte die kleine Kristallkugel – vor Rast.
«Ich fühle mich gut und bin bereit», sagt Scheib. Von Ski-Blues keine Spur. Im Gegenteil: Sie hat ihr Training erweitert und vermehrt Super-G-Elemente eingebaut. «Das hat echt sehr Spass gemacht. Diese Abwechslung tut mir gut.»
Ein Mann schlief und lief an Scheib vorbei
Mindestens so wichtig wie der neue Speed-Impuls war für Scheib die Auszeit im Frühling. Sie zog sich den Ski-Stecker, flog zwölf Stunden und rund 9000 Kilometer weit weg – nach Japan. Dorthin, wo sie Abstand vom Weltcup-Zirkus gewinnen und neue Eindrücke sammeln konnte.
Besonders beeindruckte sie der Alltag im Land. «Was mich in Japan beeindruckt hat, war, wie sauber es überall ist und vor allem auch, wie zuvorkommend und höflich die Menschen da sind.» Diese Werte würden nicht nur vermittelt, sondern konsequent gelebt, sagt Scheib. «Man merkt, die wachsen damit auf und leben sie zu 100 Prozent.»
Eine kuriose Begegnung blieb ihr ebenfalls in Erinnerung. Eines Abends machte sie sich spät noch auf den Weg zum 7-Eleven, dem japanischen Convenience-Store. Dabei kam ihr ein Mann entgegen, der offenbar im Gehen schlief. Sein Kopf war zur Seite geneigt, während er einfach weiterlief. «Das war wirklich lustig», erzählt Scheib.
Ski-Winter wird «extra spicy»
Zurück in der Heimat wartet eine neue Aufgabe: Scheib ist Botschafterin der Südsteiermark. «In der Region bin ich aufgewachsen, da fühle ich mich geborgen.» Eingefädelt hat den Deal ihr Manager Michael Schiendorfer, der auch Marco Odermatt (29) betreut. Jetzt gilt der Fokus aber Sölden. Scheib will dort an ihre starke Vorsaison anknüpfen – und Rast gleich zum Auftakt unter Druck setzen.
Die letzte Frage gilt der passionierten Köchin: Wenn der Winter eine Speise wäre, welche wäre es? Scheib: «Ein Thai-Curry extra spicy. Eine Weltcupsaison ist schliesslich kein Spaziergang.»