Vor allem einer ist brandheiss
Diese Riesen-Spezialisten bereiten uns Kopfzerbrechen

Marco Odermatt wird am kommenden Sonntag in Sölden als Titelverteidiger am Riesenslalom-Start stehen. Die internationale Konkurrenz wird in diesem Jahr aber noch stärker sein. Wer den Schweizern die Riesen-Party vermiesen will.
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Pinheiro Braathen hat bei den Olympischen Spielen Marco Odermatt und Loïc Meillard überflügelt. Seither ist der Neo-Brasilianer im Riesenslalom ungeschlagen.
Foto: IMAGO/IPA Sport
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Marcel W. PerrenReporter Sport

Lucas Pinheiro Braathen (26)

Der in Norwegen gross gewordene Brasilianer hat die drei letzten Riesenslaloms des letzten Weltcup-Winters (Olympia, Kranjska Gora und Hafjell) gewonnen. Und am letzten Samstag setzte er erneut ein riesiges Ausrufezeichen! Als der Sohn eines Norwegers und einer Brasilianerin in Sölden auf dem Rennhang gegen die Schweizer und seine ehemaligen norwegischen Teamkollegen Trainingsläufe bestritt, war er konstant der Schnellste. Im ersten und im zweiten Durchgang knöpfte der Olympiasieger seinen prominenten Widersachern mehr als eine Sekunde ab.

Swiss-Ski-Coach Matteo Joris hat beim «Samba-Carver» dennoch einen kleinen Schwachpunkt entdeckt: «Pinheiros Trainer war am Samstag der Kurssetzer. Und der hat einen sehr direkten Lauf ausgeflaggt. Am Sonntag hat man dann aber gesehen, dass Lucas mit stärker drehenden Kursen mehr Mühe hat. Da waren dann plötzlich Marco Odermatt und Loïc Meillard schneller». Blöd für uns: Braathens Übungsleiter Mike Pircher darf im Rennen vom kommenden Sonntag den finalen Durchgang setzen.

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Henrik Kristoffersen (32)

Top-Experten wie Olympiasieger Beat Feuz stufen den Slalom-Weltmeister von 2023 vor dieser Saison noch stärker ein als in den Jahren zuvor. Grund: Nach drei Saisons bei Ausrüster Van Deer, wo er sich mit dem Schuh nie richtig anfreunden konnte, scheint der Heissporn aus Norwegen nun bei Head das für ihn perfekte Material-Paket gefunden zu haben. Matteo Joris macht zwar darauf aufmerksam, dass bei den Trainingsläufen in Sölden auch Kristoffersen über eine Sekunde auf Braathen verloren hat.

Doch dieser Einwand kann den neuen Stöckli-Rennchef Jörg Roten nicht beruhigen. Der Walliser war während drei Jahren Kristoffersens Trainer. «Und deshalb weiss ich, dass sich Henrik im Rennen meistens enorm steigern kann.» Head-Rennchef Rainer Salzgeber hat einen Mann ins Team Kristoffersen beordert, der sich in der Schweiz einen grossen Namen gemacht hat - Loïc Meillards langjähriger Servicemann Niclas Cronsell. «Diese Kombination passt auch deshalb perfekt, weil Niclas als gebürtiger Schwede im Gegensatz zu einem Österreicher oder Schweizer auch die sprachlichen Untertöne von Kristoffersen versteht.» Dass der 32-jährige Wikinger auch mal richtig laut werden kann, stellt für die Head-Crew kein Problem dar. «Wir haben vor Jahren den Schriftzug Weltcup-Rebels auf unseren Jacken platziert. Auch deshalb ist Kristoffersen sehr gut bei uns aufgehoben», meint Salzgeber.

Atle Lie McGrath (26)

Der einstige Ski-Zwilling von Lucas Braathen hat in der letzten Saison nach seinem Monster-Frust bei Olympia, wo er als Halbzeit-Leader im Slalom ausschied, die kleine Slalom-Kugel gewonnen. Jetzt strebt der Sohn von Ex-Slalom-Spezialist Felix McGrath (63, ein Weltcup-Podestplatz) seinen ersten Sieg im Riesenslalom an.

«Ich habe Atle in der Vorbereitung ein paar Mal gesehen, er ist enorm gut in Form», bestätigt Matteo Joris. Wie sein Landsmann Kristoffersen wird auch McGrath von Head ausgerüstet. «Es fällt uns jedoch schwer, Atle von irgendwelchen Neuerungen zu überzeugen. Wenn bei ihm einmal etwas funktioniert, hält er ganz lange daran fest», verrät Salzgeber.

Marco Schwarz (31)

Der Österreicher hat letzte Woche in den Sölden-Trainingsläufen nicht überzeugt. «Aber im Vorjahr hat er in den Sölden-Trainings noch schlechter ausgesehen und ist im Rennen dennoch hinter Marco Odermatt Zweiter geworden», erinnert sich Salzgeber, der 1993 WM-Silber im Riesenslalom gewonnen hat.

Auch Matteo Joris geht fest davon aus, «dass Blacky am Sonntag in Sölden sehr heiss sein wird.» Seit der Kombinations-Weltmeister von 2021 seine Slalom-Laufbahn beendet hat, liegt sein Hauptfokus auf dem Riesen.

Alexander Steen Olsen (25)

Den letzten Winter hat der Edeltechniker wegen einer Knieverletzung verpasst, jetzt meldet sich der 25-Jährige zurück. «Ich habe von Alexander in der Vorbereitung schon wieder sehr gute Ansätze gesehen», hält Technik-Erfolgstrainer Joris fest. Mit Sölden verbindet der Norweger besonders gute Erinnerungen. 2024 triumphierte Steen Olsen beim Gletscher-Riesen vor seinen Landsmännern Kristoffersen und McGrath.

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