Olympia-Strecke sorgt für Stunk bei den Fahrerinnen
«Das ist nicht das schöne Cortina, das wir kennen»

Die Olimpia delle Tofane, die Rennstrecke der Frauen an diesen Winterspielen, sorgt für Stunk bei den Athletinnen. An der Piste wurden Veränderungen vorgenommen, die viel Kritik hervorbringen.
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Zu weite Sprünge, unnötige Wellen: Kira Weidle-Winkelmann ist nach dem ersten Abfahrtstraining angefressen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Kira Weidle kritisiert künstliche Änderungen an der Piste in Cortina
  • Delta-Kurve wurde entschärft, andere Streckenteile jedoch gefährlicher gemacht
  • Corinne Suter verletzte sich 2024 schwer, Kreuzbandriss nach Sprung
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mathias GermannReporter Sport

Kira Weidle-Winkelmann liebt die Olimpia delle Tofane. Sehr sogar. Doch diesmal nicht. «Das ist nicht das schöne Cortina, das wir kennen. Die Piste ist zu weich. Vor allem hat sie Wellen, die es früher nie gab.» Diese seien nicht natürlich, sondern künstlich. «Ich verstehe nicht, warum man so etwas macht. Das ist einfach unnötig!»

Die Worte der 29-jährigen Deutschen haben Gewicht. Sie gilt nicht als Heisssporn, sondern als überlegte Athletin. 2021 gewann sie in Cortina WM-Silber in der Abfahrt. Auch diesmal darf sie von einer Medaille träumen.

Doch das wegen des Wetters und der Eingriffe an der Piste mehrfach verschobene Training drückt auf die Stimmung. «Unser Sport ist gefährlich genug. Action gibt es auch so. Ich verstehe nicht, warum man immer noch einen draufsetzt, etwa mit einer zusätzlichen Nase auf einem Sprung.»

«Bei Grossereignissen wird immer gebastelt»

Vor zwei Jahren riss sich Corinne Suter (31) in Cortina nach einem Sprung das Kreuzband. Auch andere verletzten sich. Von Blick darauf angesprochen, meint Weidle-Winkelmann: «Damals war die Delta-Kurve der Knackpunkt. Die ist jetzt gut. Dafür hat man anderes verschärft, was es nicht braucht.»

Gemeint ist das letzte Drittel der Strecke. Eine Erklärung hat sie auch: «Das haben wir letzte Woche schon in Crans-Montana gesehen, wo nächstes Jahr die WM stattfindet. Bei Grossereignissen wird immer gebastelt. Jeder will etwas Besonderes schaffen, mehr Spannung.»

Mit ihrem Ärger steht sie nicht allein. Die Österreicherin Nina Ortlieb (29) ist aus einem anderen Grund sauer. Sie gehörte zu den ersten Starterinnen. «Ich fuhr in eine Nebelwand und sah kein Tor. Bei über 100 km/h ist das nicht lustig. Da hätte die Jury Stopp sagen müssen.»

Und die Schweizerinnen? Lassen es wie viele andere gemütlich angehen. Malorie Blanc (22) ist mit Rang 23 die Beste.

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