Zenhäusern gewinnt im Europacup
Im Weltcup war es ein enttäuschender Winter für Ramon Zenhäusern (33). Der Walliser verpasste im Slalom die besten 25 deutlich und fehlt deshalb beim Weltcup-Final in Norwegen. Stattdessen geht Zenhäusern beim Saison-Final im Europacup an den Start, wo in Schladming zum Abschluss der Slalom ansteht.
Und diesen gewinnt der Walliser dank eines starken zweiten Laufes, bei dem er sich noch vom vierten auf den ersten Platz verbessert. Zweiter wird der Halbzeitführende Hugo Desgrippes aus Frankreich mit bereits einer knappen halben Sekunde Rückstand, der Österreicher Adrian Pertl komplettiert das Podest.
Janine Mächler holt fixen Weltcup-Startplatz
Anders als bei den Männern gibt es bei den Frauen im letzten Europacup-Rennen des Winters keinen Schweizer Podestplatz – beste Swiss-Ski-Athletin beim Sieg von Giulia Valleriani (21) im Slalom in Schladming wird Janine Mächler (21) als Fünfte. Grund zur Freude hat die Zürcherin trotzdem: Als Dritte in der Disziplinen-Wertung sichert sie sich einen fixen Startplatz für die Weltcup-Slaloms in der kommenden Saison. Auf höchster Stufe ist sie bislang zweimal in die Punkte gefahren.
Détraz und Lenherr beenden Karriere
Das Schweizer Skicross-Team verliert nach der laufenden Saison zwei wichtige Stützen. Wie Swiss-Ski am Mittwochmorgen bekannt gibt, beenden Romain Détraz (32) und Jonas Lenherr (37) nach dem Weltcup-Final im Idre Fjäll (Sd) ihre Karrieren.
Détraz stand in seiner Weltcup-Karriere viermal auf dem Podest, unter anderem beim Heimrennen in Arosa 2016, wo er seinen einzigen Sieg feiern konnte. In den letzten Jahren hatte der Lausanner aber immer wieder mit seinem Rücken zu kämpfen: «Es geht mir besser als noch vor ein paar Jahren, aber ich will meinen Körper nicht bis ans Limit pushen. Ich möchte so gesund wie möglich aufhören und nicht gezwungenermassen zurücktreten müssen», so Détraz.
Auch die Karriere von Lenherr wurde immer wieder von Verletzungen geprägt. In der aktuellen Saison kämpfte er sich einmal mehr zurück, doch: «Ich habe alles versucht, wieder vorne mitzufahren, aber gemerkt, dass ich nicht mehr bereit bin, so viel Risiko einzugehen, wie es brauchen würde, um so zu performen, wie ich es gerne möchte.» Der St. Galler feierte in seiner Laufbahn zwölf Podestplätze im Weltcup, darunter sechs Siege.
Sue Piller siegt im Europacup
Neben dem Weltcup in Norwegen bestreitet in dieser Woche auch der Europacup sein Finale. Die technischen Disziplinen stehen in Schladming auf dem Programm. Und da wird der Frauen-Riesenslalom zur Beute der Schweizer Talente. Schon nach dem ersten Lauf liegen drei Schweizerinnen in den ersten Vier – wie auch nach dem Rennen. Allerdings nicht mehr in derselben Reihenfolge.
Die Halbzeitführende, Shaienne Zehnder (20), purzelt auf Rang 4 zurück, während Sue Piller (20) ihren dritten Zwischenrang in den Sieg verwandelt. Piller: «Es war heute wichtig, so gerade wie möglich zu fahren – auch wenn dies auf diesem eher weichen Schnee nicht so einfach war. Ich habe die Spuren richtig gut getroffen.» Rang 2 geht an die Schwedin Sophie Nyberg.
Und Dania Allenbach (19) rückt im zweiten Durchgang vom vierten Platz aufs Podest nach vorne, so kann die gelernte Bodenlegerin ihren Gesamtsieg in der Europacup-Riesenslalomwertung auf dem Treppchen feiern. Allenbach zu Blick: «Der zweite Lauf war sehr am Limit, aber zum Glück habe ich ihn ins Ziel gebracht. Dass ich den Fixplatz für den Weltcup holen konnte, ist genial. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Winter.»
Grob auch im Super-G von Saalbach mit Podestplatz
Stefanie Grob zeigt sich am letzten Speed-Wochenende des Europacup-Winters in Saalbach weiterhin gut aufgelegt und fährt nach dem Sieg in der Abfahrt vom Freitag auch am Samstag im Super-G auf das Podest. Hinter der Österreicherin Nadine Fest fährt die Ostschweizerin auf Rang zwei – auf die Bestzeit fehlt ihr am Ende fast eine Sekunde. Das Podest komplettiert die Deutsche Fabiana Dorigo.
Mit Daria Zurlinden (5.), Jasmin Mathis (9.) und Alina Willi (10.) fahren drei weitere Schweizerinnen unter die ersten zehn.
Mikaela Shiffrin lässt letzte Abfahrt der Saison aus
Das Rennen um den Gesamtweltcup bei den Frauen ist eng: Leaderin Mikaela Shiffrin geht mit einem Polster von 140 Punkten auf Emma Aicher ins Weltcup-Finale im norwegischen Lillehammer. Trotzdem verzichtet sie auf einen Start in der Abfahrt vom Samstag, wie sie in den Sozialen Medien mitteilt: «Ich werde im Super-G, im Riesenslalom und im Slalom starten.» Wirklich überraschend kommt die Ankündigung nicht: Shiffrin, die schon vier Weltcup-Abfahrten gewonnen hat, hat seit über zwei Jahren keine Rennen in der schnellsten Disziplin mehr bestritten. Da sie in dieser Saison über 500 Weltcup-Punkte eingefahren hat, wäre sie am Weltcup-Finale trotzdem startberechtigt gewesen.
Stefanie Grob gewinnt Europacup-Abfahrtswertung
Zum Auftakt ins Europacup-Saisonfinale gibt es auch bei den Frauen einen Sieg für die Schweiz: Stefanie Grob ist in der Abfahrt von Saalbach die Schnellste und setzt sich am Ende vor Lisa Grill (Ö) und Haley Cutler (USA) durch. Weil die Österreicherin Anna Schilcher, die bislang Führende in der Disziplinenwertung, nur auf Rang vier fährt, macht sich Grob damit bei letzter Gelegenheit auch zur besten Europacup-Abfahrerin dieses Winters. Der Fix-Startplatz im Weltcup für die kommende Saison ist ihr damit sicher.
Mit Jasmin Mathis (7.) und Elena Sanna Stucki (9.) landen zwei weitere Swiss-Ski-Vertreterinnen in den Top Ten.
Schweizer Dreifach-Sieg im Europa-Cup
Pure Schweizer Dominanz in der letzten Abfahrt im Europacup. Der Schwyzer Sandro Manser gewinnt das Rennen in Saalbach (Ö) vor seinen Landsmännern Lenz Hächler (+0.09) und Philipp Kälin (+0.18). Doch damit nicht genug: Arnaud Boisset, Delio Kunz und Loïc Chable belegen alle zeitgleich mit 34 Hundertstelsekunden Rückstand den 6. Platz – einzig die beiden Italiener Max Perathoner (+0.29) und Marco Abbruzzese (+0.30) sind schneller als das Schweizer Trio.
Einen kleinen Dämpfer gibt es für Rennsieger Manser aber trotzdem. 15 Punkte fehlen dem 20-Jährigen in der Abfahrts-Schlusswertung auf Gewinner Ken Caillot (Fr). Auf dem dritten Platz in der Wertung liegt der Waadtländer Gaël Zulauf (25). Beide sichern sich damit einen fixen Startplatz für die Weltcup-Abfahrten im kommenden Winter.
Pia Hauzenberger zieht sich Knieverletzung zu
Bittere Nachricht für Pia Hauzenberger: Die zweifache Bronzemedaillengewinnerin der Junioren-WM in Narvik ist beim zweiten Abfahrtstraining im Rahmen des Europacup-Finales in Saalbach gestürzt und hat sich dabei das rechte Knie verletzt. Bei einer MRT-Untersuchung wurden ein Riss des vorderen Kreuzbandes und des Meniskus diagnostiziert. Die 20-jährige Oberösterreicherin wird morgen in Graz operiert.
Hintergründe zu Suters Kuh-Unfall
Jasmina Suter (30) hat keinen einfachen Winter hinter sich. Die 30-Jährige fuhr beim Speed-Auftakt in St. Moritz GR im Dezember zwar auf die Ränge 16 (Abfahrt) und 12 (Super-G), weiter nach vorne schaffte sie es aber nicht. Seit Ende Februar ging gar nichts mehr. Der Grund? Sie verrät ihn auf Instagram: «Kurz vor den Rennen in Andorra wurde ich von einer Kuh am Kopf getroffen.» Dies sei kein Witz, erklärt sie mit einem lachenden Smiley. «Mein Kopf braucht jetzt etwas Zeit, um sich zu erholen, also mache ich eine kleine Pause.»
Suter will nicht mehr darüber erzählen, das sei noch zu früh. Fakt ist: Sie half beim Stall der Eltern auf dem Stoos SZ aus, als es passierte. Eine Kuh schlug mit den Hufen aus. Suter war hinter ihr – der Schlag traf sie im Gesicht. Sie macht derzeit Therapie und trainiert. Ob sie in diesem Winter noch einmal Rennen fahren wird, ist unklar. Die Schweizer Meisterschaften in St. Moritz GR sind eine Option. Die Abfahrt im Engadin steigt am 9. April, der Super-G am 11. April.
Ski-Exotin erklärt Rücktritt
Nach 101 Weltcuprennen ist Schluss. Die Japanerin Asa Ando erklärt mit 29 Jahren ihren Rücktritt vom Skisport. «Es gab viele grossartige Momente, aber auch viele Herausforderungen – vor allem in den letzten Jahren, sowohl mental als auch körperlich», schreibt Ando auf Instagram. Und fügt an: «Dennoch hat es mir alles bedeutet, meinen Träumen weiter nachgehen zu können und im Weltcup zu fahren.»
Als Japanerin gehörte Ando zu den Exotinnen im Ski-Weltcup. Ihr Bestresultat erreichte die Technikspezialistin im Dezember 2020 mit Rang 15 im Semmering-Slalom. Insgesamt fuhr Ando 26-mal in die Punkte. Aus dem Weltcup verabschiedet sie sich mit Platz 24 in Are (Sd).
«Um die Welt zu reisen und diese Reise mit Athleten aus so vielen verschiedenen Ländern zu teilen, hat mir Erfahrungen und Freundschaften beschert, die ich für den Rest meines Lebens in Ehren halten werde», blickt sie auf ihre Karriere zurück. Und betont, ohne die Unterstützung aus ihrem Umfeld und von ihren Trainern hätte sie das nie geschafft. Wie es für Ando weitergeht, lässt sie offen. Nur so viel verrät sie: «Von nun an werde ich alle Sportlerinnen anfeuern.»