Franjo von Allmen will nicht Taktieren
Nach dem ersten und einzigen Abfahrtstraining der Männer in Crans-Montana ist Franjo von Allmen (24) grundsätzlich zufrieden, auch wenn noch nicht alles ganz nach Wunsch verlief. Der Berner ist bekannt für seine wilden Ritte auf den Speed-Strecken des Weltcups. Gibts auch im Wallis einen solchen? Möglich, denn trotz der in einer Woche anstehenden Olympia-Abfahrt will er nicht taktieren: «Jedes Rennen ist wichtig.»
Marco Odermatt (28) räumt sich – auf bescheidene Art und Weise – gute Chancen auf einen Heim-Sieg ein: «Ich glaube, ich kann mich schon zu den Favoriten zählen.»
Monsen meldet sich nach Sturz zu Wort
Marte Monsen (26) meldet sich einen Tag nach ihrem üblen Sturz bei der nach sechs Fahrerinnen abgebrochenen Abfahrt in Crans-Montana auf Instagram zu Wort. «Habe gestern das Netz getestet, würde es nicht empfehlen», schreibt die Norwegerin mit einem Augenzwinkern. Sie bedankt sich bei allen, die ihr geholfen haben, den Sturz «sicher zu überstehen».
Schwerere Verletzungen im Gesicht oder am Kopf hatte sie sich beim Abflug nicht zugezogen, wie der norwegische Teamarzt bereits am Freitag bestätigte. Sie habe derzeit aber mit einer Gehirnerschütterung zu kämpfen. Dazu kommen Schmerzen am Knie, weswegen sie bald nach Norwegen zurückkehren werde, um sich weiteren Tests zu unterziehen.
Schreckmoment für Kitzbühel-Sieger
Schrecksekunde für Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni (24) im Abfahrtstraining von Crans-Montana VS. Nach einem Sprung treibt es ihn bis zum Netz – mit Glück und Können verhindert der Italiener einen ganz schlimmen Sturz. Danach erreicht er das Ziel sicher.
«Ich habe es geschafft, bis zum Schluss einen klaren Kopf zu behalten – obwohl ich durch einen Fehler mit den Skiern auf den Netzen gelandet bin», sagt Franzoni nach dem Training. Letztes Jahr sei er in Crans-Montana schlecht gefahren, aber er lerne die Piste besser zu verstehen. «In den Abschnitten, in denen ich keine Fehler gemacht habe, habe ich mich gut geschlagen. Deshalb bin ich zuversichtlich für morgen.»
Marte Monsen kommt bei Crans-Montana-Sturz glimpflich davon
Entwarnung bei Marte Monsen (26) nach ihrem heftigen Abflug im Zielhang bei der nach sechs Fahrerinnen abgebrochenen Abfahrt in Crans-Montana. Wie der norwegische Teamarzt im Verlauf des Abends bestätigt, ist Monsen den Umständen entsprechend glimpflich davon gekommen. Bisherige Untersuchungen haben keine Verletzung im Gesicht oder am Kopf ergeben. Sie sei guten Mutes und erhole sich nun im Hotel von den Strapazen.
Die Norwegerin leidet allerdings an Schmerzen im Knie, genauere Untersuchungen in Norwegen sollen das Ausmass der Verletzung zeigen. Wann sie auf die Skipisten zurückkehren kann, ist deshalb noch offen.
Kein Männer-Training in Crans-Montana
Nachdem die Abfahrt der Frauen in Crans-Montana VS nach sechs Athletinnen abgebrochen wurde, findet auch das Training der Männer am Freitag nicht statt. Zunächst wird es zeitlich noch etwas nach hinten geschoben, dann zwingt Nebel die Organisatoren zur Absage.
Die Männer bestreiten am Sonntag als letztes Rennen vor Olympia eine Abfahrt (11 Uhr). Diese kann allerdings nur durchgeführt werden, wenn davor mindestens ein Training stattfindet. Die letzte Chance dafür ist am Samstag. Von Anfang an waren die beiden Trainings für Freitag und Samstag vorgesehen.
Wetter-Sorgen in Crans-Montana
Die Wetteraussichten für die Abfahrt der Frauen in Crans-Montana am Freitag sind schlecht. Beim Start um 10 Uhr erwarten die lokalen Meteorologen Nebel und schlechte Sicht. «Es sieht nicht gut aus», sagt FIS-Renndirektor Peter Gerdol. «Aber wir versuchen alles. Sicher ist, dass eine Verschiebung wenig bringt – denn danach kommt eine Front mit Schneefall.»
Was das für das erste Abfahrtstraining der Männer (geplant um 12:00 Uhr) heisst? Gut möglich, dass Franjo von Allmen und Co. nicht zum Zug kommen werden. Immerhin: Für Samstag (Super-G der Frauen und Abfahrtstraining der Männer) und Sonntag (Abfahrt der Männer) sind die Wetteraussichten besser.
Sicher ist: Sollte die Frauen-Abfahrt am Freitag abgesagt werden, wird sie nicht auf Sonntag verschoben, sondern – wenn überhaupt – nach den Olympischen Spielen nachgeholt.
Crans-Boss Défago trotz Neuschnee optimistisch
15 bis 20 cm Neuschnee – die Organisatoren der Weltcuprennen von Crans-Montana haben alle Hände voll zu tun. Insbesondere, weil in diesem Jahr die Männer und Frauen im Wallis fahren und die Helfer auf zwei Pisten aufgeteilt werden. «Die Entscheidung, an beiden Pisten zu arbeiten, ist richtig. Spielt das Wetter mit, gibts morgen super Bilder», sagt Abfahrts-Olympiasieger und OK-Chef Didier Défago (48) zu Blick. Dass auf Instagram Helfer gesucht werden, sei im Hinblick auf die WM im nächsten Jahr geschehen, sagt Défago: «Für dieses Jahr haben wir genügend Leute. Aber die meisten können nur eine Woche helfen. Und an der WM müssen wir zwei Wochen abdecken.»
Training in Crans-Montana abgesagt
Das für Donnerstag geplante zweite Abfahrts-Training der Frauen in Crans-Montana ist abgesagt. Die Organisatoren wollen stattdessen die Piste fürs erste Rennen am Freitag vorbereiten. Im WM-Ort von 2027 stehen für die Frauen eine Abfahrt (Freitag) sowie ein Super-G (Samstag) auf dem Programm. Die Männer fahren am Sonntag eine Abfahrt, für die am Freitag erstmals trainiert werden soll.
Elf Fahrer dürfen für Swiss-Ski nach Crans-Montana
Für die Schweizer Männer steht am Sonntag in Crans-Montana die zweite Heim-Abfahrt an. Swiss-Ski hat dafür ein Aufgebot von elf Athleten gemeldet – zwei Startplätze sind allerdings noch offen. Ein Kandidat dafür ist Arnaud Boisset, der zuletzt im Europacup-Super-G mit Rang drei aufhorchen liess. Klar ist hingegen: Die Schweizer setzten alles daran, den Dreifachsieg aus dem Vorjahr zu wiederholen.
Fix im Aufgebot sind aktuell: Livio Hiltbrand, Niels Hintermann, Alessio Miggiano, Alexis Monney, Justin Murisier, Marco Odermatt, Lars Rösti, Stefan Rogentin und Franjo von Allmen.
Für Hintermann, Monney, Odermatt, Rogentin und von Allmen ist die Abfahrt im Wallis die Olympia-Hauptprobe. Sie werden nach dieser Abfahrt nach Bormio reisen.
Brignone als Fahnenträgerin bei Olympia dabei
Es ist offiziell: Federica Brignone (35) ist bei den kommenden Olympischen Spielen dabei, wie der italienische Verband bekannt gibt. Erst vor einer Woche hat die Italienerin nach ihrer schweren Verletzung beim Riesenslalom am Kronplatz ihr Comeback gegeben – und wurde auf Anhieb wieder Sechste.
Was die Comeback-Geschichte noch süsser macht: Brignone ist als eine der Fahnenträgerinnen bei der Eröffnungsfeier am 6. Februar vorgesehen. An ihren Heimspielen wird die gebürtige Mailänderin nicht nur im Riesen am Start stehen, sondern auch in der Abfahrt und im Super-G Edelmetall jagen. Die Hauptprobe gibts für Brignone am kommenden Wochenende in Crans-Montana – es werden nach ihrem Totalschaden im Knie die ersten Speedrennen für sie auf Weltcup-Stufe sein.
Hächler triumphiert bei Schweizer Dreifachsieg im Europacup
Nach zwei 2. Plätzen in Pass Thurn in Österreich feiert Lenz Hächler beim Heimrennen in Verbier seinen ersten Saisonsieg im Europacup. Der 22-Jährige gewinnt den Super-G vor zwei Teamkollegen.
Hinter dem nun fünffachen Europacup-Sieger Hächler, der im Dezember mit Rang 19 im Riesenslalom von Beaver Creek seine ersten Weltcup-Punkte gewann, klassierten sich Gaël Zulauf und Arnaud Boisset in den Rängen 2 und 3. Allgemein dominierte das Heimteam: In den Top 12 finden sich lediglich zwei Fahrer, die nicht für die Schweiz starten.