Darum gehts
- Das Global Racing Skiteam löst sich per Saisonende auf
- Athleten ohne Verbandsstrukturen oder Kaderstatus fanden in diesem auf eigene Kosten Unterschlupf
- Auch einige Schweizer gehörten dem Team einst an
Kommenden Mittwoch geht die Ski-Saison zu Ende. Und mit ihr auch die Geschichte des Global Racing Skiteams. Vor 13 Jahren von Paul Epstein (43) ins Leben gerufen, wird es aufgelöst. «Es war eine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist», sagt der Amerikaner gegenüber skinews.ch. Er wird dem Weltcup aber weiterhin in einer anderen Funktion erhalten bleiben.
Das Global Racing Skiteam ist eine professionell geführte Trainingsgemeinschaft für internationale Athleten. Egal ob sie aus kleinen Ski-Nationen stammen, die nicht über die nötigen Verbandsstrukturen verfügen, oder sich nach verlorenem Kaderstatus zurückkämpfen wollen – sie alle haben im Team Unterschlupf gefunden. Finanziert haben die Fahrer das Team selber – mit je rund 45'000 Franken pro Saison.
Bei der Gründung hatte das Team vier Mitglieder – darunter Charlie Raposo (30). Der Brite war im April 2022 der erste Weltcup-Athlet, der von Marcel Hirschers (37) Skimarke Van Deer unter Vertrag genommen wurde. Zwei Jahre später beendete er nach einem Kreuzbandriss seine Karriere und ist heute Manager von Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Braathen (25).
Einige Schweizer waren Mitglied
Auch Schweizer haben im Global Racing Skiteam um ihre Karriere gekämpft, etwa Daniele Sette (34), Cédric Noger (33) oder Lara Gut-Behramis (34) Bruder Ian Gut (30). International gehörten die slowakischen Brüder Andreas (32) und Adam Zampa (35) oder der Deutsche Stefan Luitz (33) zu den bekanntesten Teammitgliedern.
In der aktuellen Saison war Sam Maes (27) das Aushängeschild. Der Belgier fuhr im Riesenslalom mit den Rängen 6 (Schladming) und 7 (Copper Mountain) seine Bestresultate heraus. Wie es für ihn weitergeht, ist noch offen. Ein Privatteam komme aus finanziellen Gründen eher nicht infrage, meint Maes gegenüber skinews.ch. Wahrscheinlicher ist die Kooperation mit einem Skiverband.
Epstein blickt stolz zurück
Epstein hat sich bewusst dagegen entschieden, einen Nachfolger zu suchen. Sein Team habe einen guten Ruf genossen und der Name soll so in Erinnerung bleiben. «Ich bin sehr gerne und leidenschaftlich Trainer», sagt er. Aber der administrative Aufwand sei immer grösser geworden, wodurch er nicht nur weniger Zeit dafür sondern auch für seine Familie hatte.
Auch wenn das nun nicht mehr der richtige Weg für ihn ist, blickt Epstein stolz zurück: «Abgesehen von meinen drei Kindern ist das Global Racing Skiteam das Beste, was ich erschaffen habe.»