Darum gehts
- Roland Assinger hört nach dieser Saison als Cheftrainer der Österreicherinnen auf
- Nach drei Jahren verzichtet er auf eine Vertragsverlängerung
- Assinger musste sich in der Vergangenheit auch Kritik von Athletinnen anhören
Paukenschlag im österreichischen Ski-Team. Frauen-Cheftrainer Roland Assinger (52) verlässt trotz Angebot einer Vertragsverlängerung den ÖSV.
«Nach drei intensiven, emotionalen und vor allem erfolgreichen Jahren habe ich nach langen Überlegungen beschlossen, meine Funktion als Cheftrainer mit dem Saisonende zurückzulegen und das Angebot für einen neuen Zweijahresvertrag nicht anzunehmen», wird Assinger in einer Medienmitteilung zitiert.
Darauf, was er in den letzten drei Jahren mit Österreichs Frauen erreicht hat, blickt er stolz zurück. «Mit der Erfüllung meines Dreijahresvertrags schliesse ich ein von Höhepunkten geprägtes Kapitel ab», so Assinger. Dazu zählt er den Gewinn der Abfahrts- und Riesenslalom-Weltcupkugel, WM- und Olympia-Medaillen sowie den Sieg im Nationencup der Frauen.
Assinger war von 2008 bis 2020 in verschiedenen Trainerfunktionen beim österreichischen Verband tätig, ehe er im April 2023 Cheftrainer der Frauen wurde. Christian Mitter, der sportliche Leiter Ski alpin, bedauert Assingers Entscheid. «Wir können uns gut vorstellen, einen Fachmann wie ihn künftig in einer anderen Rolle in unserem Trainerteam einzusetzen.» Wie diese Rolle aussieht, ist noch offen. Ebenso, wer seine Nachfolge als Frauen-Cheftrainer antritt.
Musste auch Kritik einstecken
Assinger hat in der Vergangenheit immer wieder Kritik von Athletinnen einstecken müssen. Tamara Tippler (34) oder auch Stephanie Venier (32) haben rund um ihre Rücktritte nicht viel Positives über ihn gesagt. Vor allem sein Umgangston hat ihnen gar nicht gepasst.
Nun ist klar, dass Assingers Cheftrainer-Zeit nächste Woche beim Weltcupfinal enden wird. Dann wird Julia Scheib (27) auch die Riesenslalom-Kugel überreicht bekommen. Ob er da noch einmal emotional wird? Als sie am Samstag das Kugel-Rennen für sich entschieden hat, sind Assinger im ORF-Interview beinahe die Tränen gekommen. «Das ist schon etwas ganz Besonderes», meinte er. «Ich bin sprachlos, aber innerlich freu ich mich brutal.»
Während Österreichs Frauen einen neuen Trainer brauchen, hat Männer-Chef Marko Pfeifer (51) seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert.