Darum gehts
Blühen Osterglocken und Krokusse, rückt bei Swiss-Ski die Kaderfrage näher. Wer fährt im nächsten Winter wo? Und wer verliert den Kaderstatus? Der Winter ist noch nicht vorbei. Aber fast. Für drei etablierte Swiss-Ski-Athletinnen sieht es schlecht aus. Ihnen droht die Vorbereitung ohne Verband – sie müssten sich selbst finanzieren und organisieren.
Priska Ming-Nufer (34)
Heim-WM bleibt so oder so das Ziel: Die Abfahrtssiegerin von Crans-Montana 2022 erfüllt die Kriterien für die Nationalmannschaft – A- oder B-Kader – nicht mehr. Das C-Kader entfällt – sie ist über 29. Ihr bestes Resultat in zehn Speedrennen: Platz 23 in St. Moritz. Für das A-Kader müsste sie etwa die Top 30 der Weltcup-Startliste erreichen. In der Abfahrt liegt sie auf Rang 37, im Super-G auf 50. Ende Februar riss der Aussenmeniskus teilweise – Saisonende. «Das ist extrem bitter, da zu diesem Zeitpunkt noch sieben Rennen vor mir lagen und meine Formkurve nach oben zeigte», sagt sie. An Rücktritt denkt sie nicht. 2027 findet die WM in Crans-Montana statt. «Das ist kein Endpunkt, das ist der Start meines Comebacks», so Ming-Nufer.
Nicole Good (28)
Verletzungen bremsten sie aus: Immer wieder werfen Verletzungen die Ostschweizerin zurück. An 2024, als sie in Lienz (Ö) im Weltcup Neunte wurde, kommt sie nicht mehr heran. In diesem Winter holte sie in neun Weltcuprennen einmal Punkte: Rang 21 in Copper Mountain (USA). Für das B-Kader braucht sie die Top 45 in der WCSL (aktuell 51) oder die Top 15 im Europacup (aktuell 21).
Simone Wild (32)
Der nächste Alleingang? Genau genommen droht ihr kein Rauswurf. Denn: Die Zürcherin bereitete schon den letzten Winter allein vor. Das wird sie wohl erneut tun. Oder sie hört auf. Im Weltcup wurde Wild einmal 26., einmal 29. Zu wenig. Im Europacup würde ein Top-3-Platz Fixstartrecht im Weltcup und den Kaderstatus bringen – davon ist Wild weit entfernt.
Der Winter läuft noch. Gut sieht es für keine der drei aus. Ein Ausweg bleibt: die Selektionskommission. Sie kann den Status trotz fehlender Resultate vergeben – etwa wegen Potenzial. So geschah es vor einem Jahr bei Ramon Zenhäusern (34). Alpin-Direktor Hans Flatscher sagt: «Wir prüfen jeden Fall genau. Fällt jemand aus den Kadern, bleibt die Tür trotzdem offen. Wer zum Beispiel im Sommer Speed in Zermatt trainieren will – und wir sind dort –, kann mittrainieren.»
Übrigens: Dass der Verlust des Kaderstatus nicht das Ende der Karriere bedeutet, bewies zuletzt Vanessa Kasper (29). Die Bündnerin kämpfte sich zurück, war zuletzt sogar bei Olympia dabei und wird auch beim Weltcupfinale in Hafjell (No) am Start sein.